Rezepte & Kochideen

Food Waste: Rezepte, Infos & Tipps

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Food Waste: Rezepte, Infos & Tipps

Ob Einkaufsplanung, Lagerung von Lebensmitteln oder clevere Resteverwertung: Jede/r von uns kann im Alltag etwas gegen Food Waste tun. Unsere Rezepte und Tipps helfen dir dabei, weniger Lebensmittel wegzuwerfen.

Less Food Waste: Fang klein an.

Warum wir uns alle mit dem Thema Food Waste beschäftigen sollten? Nun, fest steht: Jedes dritte in der Schweiz produzierte Lebensmittel geht zwischen Feld und Teller verloren. Und sicher ist auch: Schweizer Privathaushalte gehören zu den Top-Verursachern von Food Waste. Die gute Nachricht: Du kannst ganz schön viel gegen Food Waste tun – und dabei klein anfangen. Ob bei der Einkaufsplanung, bei der Lagerung oder schliesslich beim Kochen. Der Anfang ist alles, hier zählt nicht die Perfektion. Wir hoffen, wir können dich mit unseren No-Food-Waste-Rezepten, Infos und Alltagstipps inspirieren und motivieren.

Brot übrig? Feine Brotresten-Rezepte

1. Plane gut und kauf clever ein.

Food-Waste-Vermeidung startet früh. Ein wenig Planung und ja, auch eine  Einkaufsliste gehören dazu. Unsere Einkaufstipps gegen Food Waste:

  1. Kontrolliere zuerst, was du alles noch daheim hast. Lässt sich daraus schon ein Essen zaubern oder fehlen bestimmte Zutaten?
  2. Überschlage grob die nächsten Tage: Weisst du schon, dass du viel auswärts essen wirst? Kauf entsprechend weniger ein.
  3. Schreibe dir eine Einkaufsliste: per Hand, App ...
  4. Kauf Produkte mit langer Haltbarkeit in grösseren Mengen und verderbliche Lebensmittel in kleineren Mengen, aber dafür häufiger.
  5. Im Supermarkt haben z. B. krumme und schiefe Früchte und Gemüse oft keine Chance. Kauf deshalb gezielt auf dem Markt oder im Hofladen ein. So unterstützt du auch die Bauernfamilien in deiner Region.
  6. Kauf saisonal und regional ein: Wenn Früchte und Gemüse Saison haben, ist ihre Haltbarkeit am besten. Auch regional hilft – beim Transport nimmt immer ein Teil der Fracht Schaden.

Lehrfilm: clever einkaufen und Food Waste vermeiden

Vom Milchbuur

Finde Hofläden in deiner Nähe.

2. Lagere Lebensmittel richtig.

So, deine Einkäufe stehen in der Küche. Und wohin jetzt damit? Einige frische Lebensmittel gehören direkt in den Kühlschrank, aber eben nicht alle. Hier eine kleine Auswahl an Lagerungtipps:

Kühlschrank einräumen

Im Kühlschrank hat jedes Lebensmittel seinen Platz. Denn richtig gelagert, bleiben Lebensmittel länger frisch. Das gilt übrigens auch für Resten. Hier drei Kühlschranktipps:

  1. Aus den Augen, aus dem Sinn: Lagere neue Lebensmittel hinten im Kühlschrank und ältere vorne.
  2. Bleibt beim Essen etwas übrig, kannst du die noch heissen Resten in ein Tupperware oder in ein Glas mit Schraubdeckel füllen. Abkühlen lassen und in den Kühlschrank stellen, dort halten sie sich locker ein bis zwei Tage.
  3. Behalte den Überblick: Aufkleber mit Datum oder bunte Sticker zeigen dir auf einen Blick an, was zuerst gegessen werden sollte. Das gilt vor allem für umgefüllte Lebensmittel oder Resten.

Wo welches Lebensmittel im Kühlschrank genau hingehört, zeigt dir unser Video.

Kühlschrank richtig einräumen: Ordnung ist das halbe Leben.

3. Werde Haltbarkeitsprofi.

Klar, frisch ist immer am besten, geht aber nicht immer. Bist du unsicher, ob ein Lebensmittel noch geniessbar ist? Dann heisst es jetzt: anschauen, riechen, probieren. Deine Sinne werden es dir schon verraten. Fehlt dir ausserdem manchmal der Durchblick bei den Haltbarkeitsaufdrucken? Wir helfen dir weiter.

"Mindesthaltbarkeitsdatum" und Co.? Was heissen die Angaben auf der Verpackung?

Wusstest du, dass fast alle Milchprodukte noch einige Tage über das Mindestaltbarkeitsdatum hinaus haltbar sind?

 

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Tipps: Milchprodukte-Lagerung

  1. Milch

    • Aufbewahren? Frische und pasteurisierte Milch gut verschlossen im Kühlschrank aufbewahren. Ungeöffnetete UHT-Milch ist bei Zimmertemperatur zwei bis drei Monate haltbar. Nach dem Öffnen auch UHT-Milch im Kühlschrank lagern. Sie ist ähnlich lang geniessbar wie pasteurisierte Milch.
    • Einfrieren? Unser Tipp verrät dir, ob und wie das geht.
    • Noch geniessbar? Säuerliche und angedickte Milch nicht mehr pur trinken. Du kannst Dickmilch aber z. B. zum Backen verwenden für Brot, Waffeln …
  2. Rahm

    • Aufbewahren? Alle Rahmsorten bei maximal 5°C aufbewahren. Angebrochene Packungen geruchssicher verschliessen und schnell aufbrauchen. Ausnahme: Geöffneter UHT-Rahm hält sich länger.
    • Einfrieren? Du kannst Rahm einfrieren, aber er ist anschliessend nicht mehr schlagbar. Mehr Infos im Tipp.
    • Noch geniessbar? Entsorgen, sobald du eine Farbveränderung oder Schimmel erkennst bzw. wenn der Rahm sauer oder bitter schmeckt.
  3. Butter

    • Aufbewahren? Am besten in der Originalverpackung oder in einer Butterdose lichtgeschützt im Kühlschank aufbewahren. Tipp: Immer nur einen Teil der Butter auf den Tisch stellen.
    • Einfrieren? Ja, Butter lässt sich gut einfrieren. Mehr dazu im Tipp.
    • Noch geniessbar? Gelb verfärbte Butter kannst du noch zum Backen oder Kochen verwenden. Ranzige Butter solltest du jedoch nicht mehr essen.
  4. Joghurt, Quark, Sauermilch & Crème fraîche

    • Aufbewahren? Am besten in der Originalverpackung aufbewahren. Den Rand von geöffneten Packungen putzen und passenden Deckel aufsetzen oder mit Klarsichtfolie abdecken.
    • Einfrieren? Joghurt, Sauermilch und Crème fraîche eignen sich nicht zum Einfrieren. Quark lässt sich einfrieren, aber auch er verändert seine Konsistenz und ist aufgetaut nur noch zum Kochen und Backen geeignet.
    • Noch geniessbar? Schimmlige Milchprodukte entsorgen.
  5. Käse

    • Aufbewahren? Käse bei etwa 5-10°C, also im mittleren Fach des Kühlschranks, aufbewahren. Weitere Infos zur Käselagerung in unserem Tipp.
    • Einfrieren? Weich-, Halbhart- und Hartkäse können bis zu sechs Monate eingefroren werden. Weitere Details im Tipp.
    • Noch geniessbar? Schimmligen Frischkäse entsorgen. Kleinen, oberflächlichen Schimmel beim Hart- oder Halbhartkäse grosszügig wegschneiden und nicht betroffene Stellen noch essen. Tipp: Bist du unsicher, ob die weissen Punkte Salzkristalle oder Schimmelflecken sind, wasch den Käse: Salz löst sich im Wasser, Schimmel nicht.

4. Probier mal Meal Prep.

Nimmst du hin und wieder Essen bzw. Resten von daheim im Tupperware mit zur Arbeit? Oder planst du sogar manchmal dein Essen zum Mitnehmen für zwei, drei oder fünf Tage durch? Meal Prep ist die Königsdisziplin in Sachen Planung und Food-Waste-Vermeidung. Und natürlich auch in Sachen No-Verpackungsmüll. Schön, wenn du es im Alltag umsetzt. In Stress ausarten muss hier aber nichts. Sich schnell am Mittag vom Take-away was holen – auch das muss mal sein. Hier kannst du schon viel erreichen, wenn du deine Box selber mitbringst.

Dein Meal-Prep-Fach im Kühlschrank

Dein Meal-Prep-Fach im Kühlschrank

Gewusst?

Fermentierte Milchprodukte wie (griechisches) Joghurt, Sauermilch, Kefir, Käse, Buttermilch, Crème fraîche und Sauerrahm sind super Meal-Prep-Begleiter. Denn durch die besondere Art der Haltbarmachung sind sie locker einige Stunden ungekühlt haltbar, wenn du mal keinen Kühlschrank in der Nähe hast.

Essen & Alltag

Vorkochen ist hip: alles zum Foodtrend Meal Prep

5. Entdecke Less-Waste-Projekte.

  • Offene Kühlschränke: Zu viel eingekauft oder Lebensmittel daheim, die nicht mit dir in den Urlaub reisen können? Dann sind öffentliche Kühlschränke die Lösung. Eine Standortkarte bietet z. B. Madame Frigo, ein Verzeichnis öffentlicher Kühlschränke findest du auf der Website des Zürcher Vereins Mehr als zwei.
  • Unverpackt: Verpackungsmüll ade. Immer mehr Geschäfte und auch Grossverteiler bieten Lebensmittel unverpackt an. Auf unverpackt.ch findest du eine regelmässig aktualisierte Liste.
Schon mal verpackungsfrei eingekauft?
Schon mal verpackungsfrei eingekauft?
  • Too Good To Go: Wie geht die Gastronomie mit überschüssigem Essen um? Für viele Restaurants ist die Lösung, dieses zum reduzierten Preis anzubieten, statt wegzuwerfen. Und das können sie über die App Too Good To Go. Einmal heruntergeladen, siehst du, wo du in deiner Nähe günstiges, gutes Essen bekommst. Das nennen wir Win-win.
  • Ässbar: Auch hier ist Win-win angesagt. Bäckereien müssen ihren Backwaren-Überschuss nicht wegwerfen und du bekommt zum reduzierten Preis "Backwaren – frisch von gestern". Erfahre mehr und finde eine Ässbar in deiner Nähe.
  • Rüedu: Rüedu sind rund um die Uhr geöffnete Stadt-Hofläden. Schnell nach der Arbeit noch frische und regionale Lebensmittel direkt von den Produzentinnen und Produzenten in der Nähe kaufen? In Zürich und Bern kein Problem mehr dank Rüedu.
Einmachen: Grosis Küchenroutine wieder entdeckt

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6. Mach mal ein.

Schon das Grosi hats gemacht und mittlerweise ists zu Recht wieder hip: Lebensmittel einzumachen und so zu konservieren, hilft Food Waste zu vermeiden – und beschert uns Sommeraromen auch im tiefsten Winter. Zucchetti süss-sauer sind z. B. ideale Fondue- oder Raclette-Begleiter und das selbst gemachte Quittengelee ist der Star auf dem Butterbrot. Hier ein paar Tipps und passende Rezepte:

Früchte einmachen mit Rumtopf? 

Kirschen haltbar machen? 

Tomaten konservieren?

Schweizer Landwirtschaft: aktiv gegen Food Waste

Klar, auch die Landwirtschaft produziert Food Waste: In der Schweiz liegt der Anteil bei 9%. Aber wusstest du, dass Schweizer Bauernfamilien ganz schön viel gegen Food Waste tun? Und zwar von der Aussaat über die Ernte bis zur Lagerung. Erfahre mehr.