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Er­näh­rungs­irr­tü­merWir klären auf!

Milch und Milchprodukte werden häufig kritisch diskutiert. Rund ums Essen und Trinken ranken sich Mythen und Irrtümer. Was stimmt? Was stimmt nicht? Wir gehen den häufigsten Ernährungsirrtümern nach.

Antworten & Tipps von Experten

Das Angebot an Drinks aus Getreide, Nüssen und Soja ist gross geworden. Natürlich kann man sein Müesli mit Reisdrink mischen oder den Kartoffelstock mit Haferdrink zubereiten. Aus gesundheitlicher Sicht gibt es jedoch keine guten Gründe, Milch durch Pflanzendrinks zu ersetzen. Sie liefern deutlich weniger Inhaltsstoffe, dafür viel Wasser und ein paar leere Kalorien - kosten aber beträchtlich mehr als Kuhmilch. Schweizer Milch hingegen ist ein richtiges Nährstoffpaket und Naturprodukt; in heimischen Familienbetrieben produziert, auf kurzen Wegen transportiert und nur wenig verarbeitet.

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Milch ist eine vielfältige und reiche Nährstoffquelle für Säuglinge, Kinder und auch Erwachsene. Für den grössten Teil der Bevölkerung stellen Milchprodukte kein Problem für die Verdauung dar. Doch auch, wer den Milchzucker nicht gut verdauen kann, sollte und muss nicht auf Milchprodukte verzichten. Denn häufig macht nur die Milch Beschwerden. Fermentierte Milchprodukte wie Jogurt werden meist gut vertragen; gereifter Käse enthält keinen Milchzucker mehr und kann problemlos gegessen werden. Auf Milchprodukte sollte wegen ihrer Nährstoffvielfalt und -menge auf keinen Fall verzichtet werden.

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Rund 99% des gesamten Körperkalziums befindet sich in den Knochen. Bis zu 1000 mg werden jeden Tag ausgetauscht. Dafür muss die entsprechende Menge über die Nahrung aufgenommen werden. Sehr leicht geht das mit täglich drei Portionen Milch und Milchprodukten. Die These, dass das Eiweiss der Milch zu einem Säureüberschuss im Körper führt und zum Abpuffern Kalzium aus den Knochen zieht, bleibt ein Mythos. Die Eiweissaufnahme sorgt nicht dafür, dass die Knochendichte und der Mineralstoffgehalt abnehmen. Milch erhöht auch nicht das Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche. 

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Nein. Laktose ist der Zucker, der natürlicherweise in der Milch vorkommt. Um diesen verdauen zu können, muss er im Darm in seine Bestandteile aufgespalten werden. Dies übernimmt das Verdauungsenzym Laktase. Manche Menschen produzieren aber nicht genügend Laktase und können den Milchzucker nicht vollständig spalten. So gelangt der unverdaute Milchzucker in den Dickdarm und es kommt zu Beschwerden wie Blähungen und Durchfall. Man spricht dann von einer Intoleranz. Eine allergische Reaktion kann nur das Milcheiweiss auslösen – nicht aber der Milchzucker.

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Milchprodukte gehören seit Langem zu unseren Grundnahrungsmitteln. Doch nicht immer war es uns vergönnt, Milch zu verdauen. Einst ging die Fähigkeit, Milchzucker zu verarbeiten, nach dem Säuglingsalter verloren. Mit dem Aufkommen von Ackerbau und Viehzucht änderten sich auch das Nahrungsangebot und damit der Stoffwechsel des Menschen. Vor etwa 7500 Jahren kam es zu einem günstigen Gendefekt: Der Körper lernte, den Milchzucker bis ins Erwachsenenalter zu verdauen. In Mitteleuropa liegt die Milchverträglichkeit bei Erwachsenen heute bei 60%.

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Milch solle einen Film über die Schleimhäute des Körpers legen und so deren Durchlässigkeit stark behindern. Dieser hartnäckige Irrglaube konnte wissenschaftlich längst widerlegt werden. Bei Vergleichen von Kuhmilch und Sojadrink kam es zu gleichen Ergebnissen: Nur Personen, die an die Verschleimungstheorie glauben, verspürten einen Überzug über Mund, Rachen und Zunge. Sie hatten das Bedürfnis, mehr zu schlucken und ihr Speichel fühlte sich zähflüssiger an. Das Gefühl der Verschleimung trifft also nicht spezifisch auf Milch zu, es wird auch durch andere Lebensmittel hervorgerufen - wenn man daran glaubt.

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Bei Beschwerden wie Blähungen und Bauchweh liegt der Verdacht nahe, dass es sich um eine Nahrungsmittelunverträglichkeit handelt. Kurzerhand wird der vermeintliche Übeltäter vom Menüplan gestrichen. Tritt der erhoffte Erfolg dann nicht ein, werden weitere Lebensmittel weggelassen. Es ist nicht ratsam, ohne gesundheitliche Notwendigkeit auf Grundnahrungsmittel wie Milch, Fleisch oder Eier zu verzichten. Denn je mehr Lebensmittel systematisch ausgeschlossen werden, desto einseitiger wird die Ernährung und desto grösser wird das Risiko für mögliche Nährstoffdefizite und Mangelerscheinungen.

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Krebs ist eine komplexe Erkrankung, die von verschiedenen Faktoren abhängt – die Ernährung ist nur einer davon. Analysen des World Cancer Research Fund (WCRF) zeigen, dass der tägliche Verzehr von Milch und Milchprodukten das Risiko für Darm- und Brustkrebs nicht erhöht. Gewissen Inhaltsstoffen der Milch wie Kalzium, milchtypischen Fettstoffen und Proteinen werden sogar Schutzeffekte zugesprochen. Zum Prostatakrebsrisiko durch Milchverzehr sind die Studienergebnisse noch unklar.

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