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11 Dinge über die Bûche de Noël, die du noch nicht wusstest

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11 Dinge über die Bûche de Noël, die du noch nicht wusstest

Das edelste aller Weihnachtsdesserts gibt es in vielen Variationen und immer mehr Mutige wagen die Zubereitung selbst. Bist du dabei? Eine Reise in 11 Etappen in die Gourmet- und Kitschwelt der Bûche de Noël.

DAS Weihnachtsdessert par excellence

Aussen kitschig, innen cremig-luftig. Kein Wunder, ist die Bûche de Noël längst nicht mehr nur in frankophonen Ländern und in der Westschweiz bekannt und beliebt (siehe Punkt 2). Auch wir Deutschschweizer:innen lieben den Biskuitboden mit Buttercrème und viel kitschiger Weihnachtsdeko. Unser Tipp: Trau dich und überrasche deine Gäste dieses Jahr mit einer selbst gemachten Bûche de Noël. Und damit du gleich den passenden Gesprächsstoff zum Dessert hast: Hier gibts 11 spannende Bûche-Facts – von kulinarisch bis kulturell.

Buttercrème: ganz nach Geschmack aromatisieren

Buttercrème: ganz nach Geschmack aromatisieren

1. Die Basis: Buttercrème

Keine Bûche ohne … Buttercrème. Ein Muss für die Optik und den Geschmack. Und mal ehrlich: Sie ist es auch, die den Magen endgültig so verschliesst, dass wirklich kein Happen mehr reinpasst. Es gibt diverse Buttercrème-Rezepturen – in der Bûche de Noël findet man in der Regel eine aus Eiern, Zucker und ... Butter natürlich.

Kann man sie im Voraus vorbereiten? Die Antwort in unserem Buttercrème-Tipp

Buttercreme

  • 10min
  • Vegetarisch

Leichte Buttercreme

  • 58min
  • Vegetarisch

2. Ein Baumstamm zum Essen?

Weihnachtsbaumstamm, Weihnachtsroulade, Bismarckeiche – im deutschen Sprachraum hat die Bûche de Noël viele Namen. Woher der Name kommt und warum der Kuchen aussieht wie ein Baumstamm? Tatsächlich war es früher in Frankreich und anderen europäischen Ländern Tradition, an Heiligabend einen riesigen Holzscheit (den sogenannten "Christklotz") zu verbrennen. Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat die mit Buttercrème gefüllte Biskuitroulade diese Tradition abgelöst. Der Bûche-Trend kommt aus den Pariser Patisserien und hat sich schnell in den frankophonen Ländern ausgebreitet, darunter auch in der Schweiz. Heute ist sie insbesondere in Frankreich, der Westschweiz, Belgien, Quebec und im Libanon DAS traditionelle Weihnachtsdessert.

Biskuit-Ziel: Weich und fluffig sollte es sein.
Biskuit-Ziel: Weich und fluffig sollte es sein.

3. Das Biskuit: Technik ist alles.

Die zweite Bûche-Hauptkomponente ist das Biskuit. Ei, Mehl, Zucker und Salz – auch wenn es nur aus vier Zutaten besteht, hier brauchst du die richtige Technik. Drei Tipps, damit beim Backen alles so rauskommt, wie es soll: weich, fluffig und im ganzen Stück.

  1. Verteile deinen Biskuitteig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Das Rechteck muss etwa 1cm dick sein.
  2. Den Teig nicht zu lange bräunen lassen, sonst kann er brüchig werden.
  3. Wenn du den Biskuitteig aus dem Ofen holst, wende ihn auf ein Backpapier, bedecke ihn mit dem heissen Backblech und lasse ihn so abkühlen. Er lässt sich dann später besser rollen.

Apropos: Fragst du dich, ob du den Biskuitteig längs oder quer rollen musst oder ob beides geht? Antwort: Für die Bûche rollst du ihn immer längs, denn sie muss einen guten Durchmesser haben.

Wie kann ich eine Biskuitroulade zubereiten? | How-to-Video | Swissmilk (2020)

4. Bûche de Noël im Voraus zubereiten?

Eine Bûche de Noël selber machen? Das ist nicht sonderlich kompliziert (vor allem mit unseren Tipps zu Buttercrème und Biskuit). Trotzdem hast du schliesslich an den Festtagen schon genug zu tun. Die gute Nachricht: Du kannst deine Bûche am Vortag zubereiten. Sie lässt sich problemlos 24 Stunden im Kühlschrank aufbewahren und wird dabei sogar noch fluffiger. Aber Achtung: Die Buttercrème kann Gerüche annehmen, packe sie also gut ein. Und für alle, die es gerne sehr früh angehen: Du kannst die Bûche auch einfrieren. Nimm sie etwa sechs Stunden vorher aus dem Tiefkühler und lasse sie im Kühlschrank oder auf dem Balkon auftauchen. Die Verzierung, z. B. die Schokostreusel, erst kurz vor dem Servieren hinzufügen.

Deine Utensilien für eine selbst gemachte Bûche de Noël

Deine Utensilien für eine selbst gemachte Bûche de Noël

5. Klassisch oder trendig – du hast die Wahl.

Mit Schokolade, Früchten, Mousse, Glace, nach Schwarzwälder Art ... die Bûche de Noël lässt sich optisch und geschmacklich nach Lust und Laune variieren. Angefangen bei der Buttercrème, die du mit Kaffee, Kakao, Vanille oder Alkohol wie Grand Marnier aromatisieren kannst. Buttercrème ist nicht so dein Ding? Kein Problem: Es gibt feine Rezepte auf Basis von Mascarpone und Rahm, z. B. unsere Schwarzwälder-Variante. Die Biskuitroulade kannst du mit Sirup, Alkohol, Zitrone ... tränken. Aber nicht übertreiben, um die Textur nicht zu verändern. Neuster Trend übrigens: ein rechteckiger Baumstamm.

6. Resten, was tun?

Volle Festmägen und noch Bûche-de-Noël-Resten? Kein Problem. Ob du sie aufheben kannst? Klar. Wie? Das hängt vom gewählten Rezept ab:

  • Eine mit Buttercrème gefüllte Roulade ohne Eier hält sich im Kühlschrank fünf bis sieben Tage.
  • Eine mit Buttercrème gefüllte Roulade mit Eiern hält sich nicht länger als drei Tage. Achtung, bei einer Roulade, die längere Zeit im Warmen gestanden hat, ist die Haltbarkeitsdauer kürzer.
  • Eine selbst gemachte Glace-Roulade kann nicht wieder eingefroren werden. Bist du unsicher, ob alles gegessen wird? Dann hole sie zum Auftragen des Desserts kurz aus dem Tiefkühler, schneide die benötigten Scheiben ab und friere sie sofort wieder ein. So kannst du sie unbesorgt an den Folgetagen geniessen.
Tuppern und Kühlschrank: am selben Tag aufessen nicht nötig
Tuppern und Kühlschrank: am selben Tag aufessen nicht nötig

7. Wer hält den Bûche-Weltrekord?

Klar, Erfinderland Frankreich erhebt Ansprüche auf den Weltrekord. Und tatsächlich: 2014 gelang es den Franzosen, China zu übertrumpfen, und seitdem kommt die längste Bûche de Noël der Welt offiziell aus Frankreich. Sie entstand im Rahmen des Téléthon und mass eine Länge von 1,427km. Hier noch ein paar weitere grosse Zahlen: Sage und schreibe 50'000 Eier, 1'500kg Butter und 750kg Zucker steckten drin.

8. Dekoration: Wir lieben Kitsch!

Die Biskuitroulade ist gebacken, gefüllt und gerollt – jetzt hast du die Wahl: Nimmst du die Glasur aus geschmolzener Schokolade oder hüllst du die Biskuitroulade in Buttercrème? Mit einer Gabel kannst du Kerben ziehen, die an Baumrinde erinnern. Trick für die Relief-Optik: Trage mit dem Pinsel etwas geschmolzene Schokolade auf. Und für das authentische Winterfeeling sorgt Puderzucker. Fertig? Nicht für Kitschliebhaber! Alles ist erlaubt – Stechpalmenblätter, Zuckerpilze, Weihnachtsfiguren, Perlen, Bonbons, Schokoverzierungen … Wer hat am Ende mehr Bling-Bling, der Weihnachtsbaum oder die Roulade?

Du willst deine Buttercrème einfärben? Lies diesen Tipp, bevor du anfängst.

Ob gekauft oder selbst gemacht: Verzierung muss sein.

Ob gekauft oder selbst gemacht: Verzierung muss sein.

9. Schweizer Butter, der Star der Bûche

Für eine gute Bûche de Noël brauchst du gute Zutaten. Und für die Buttercrème gute Schweizer Butter: Der feine Geschmack ist das eine. Schweizer Butter ist dazu ein reines Naturprodukt und wird das ganze Jahr über regional und ökologisch sinnvoll bei uns produziert.

Schweizer Butter

8 spannende Dinge über Schweizer Butter

10. Filmfans aufgepasst.

Schon mal vom französischen Weihnachtsklassiker "La Bûche" gehört? Das Comedy-Drama aus dem Jahr 1999 von Danièle Thompson zeigt drei gegensätzliche Schwestern während der gemeinsamen Weihnachtsvorbereitung. "Du könntest eine Milchreisroulade mit Austern und Pistazien machen, das hat doch Stil, oder?" So z. B. provoziert Charlotte Gainsbourg ihre Filmschwester Emmanuelle Béart. Du ahnst es: Die Wahl der Weihnachtsroulade ist nur ein Problemthema der Frauen. Wir werden den Rest der Geschichte nicht spoilern. Aber du wirst sehen: Wie in jedem guten Weihnachtsfilm – der Feiertagszauber kann Wunder wirken.

11. Gar keine Lust auf Bûche?

Du hast bis hierhin gelesen, bist aber trotzdem kein Bûche-Fan oder hast in diesem Jahr Lust auf was anderes? Weisse Schokoladenmousse, Parfait glacé mit Grand Marnier, Tiramisu : Es mangelt nicht an Ideen für festliche Desserts. Lass dich von anderen Kulturen inspirieren: Im Tessin und in Italien teilt man am Weihnachtsabend einen schönen Panettone mit Puderzuckerhäubchen. Auf Deutschschweizer Seite und in Deutschland thront auf allen Tischen ein Stollen. Üblicherweise mit Marzipan gefüllt, gibt es dieses Gebäck in verschiedenen Varianten, zum Beispiel als Quarkstollen mit Schokoladenstückchen. Die Australier:innen wiederum lieben die Pavlova : eine luftige Torte aus Baisermasse, belegt mit Rahm und – je nach Geschmack – mit Saisonfrüchten.