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Intoleranz: laktosefreie Ernährung zur Vorbeugung?

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Intoleranz: laktosefreie Ernährung zur Vorbeugung?

Leidest du an einer Laktoseintoleranz oder möchtest dieser bei dir oder deinem Kind vorbeugen? Warum ein grundsätzlicher Verzicht auf Milchprodukte in beiden Fällen nicht sinnvoll ist.

Laktoseintoleranz: Da geht noch ganz schön viel.

Hast du eine Laktoseintoleranz? Die gute Nachricht für deine Ernährung: Auch als Schwangere oder Stillende kannst du dich ziemlich normal ernähren. Die meisten Milchprodukte sind nämlich trotz Laktoseintoleranz kein Problem:

  • Extrahart-, Hart- und Halbhartkäse sowie Weichkäse sind praktisch laktosefrei. Nur Weich- und Halbhartkäse solltest du in der Schwangerschaft wegen Listerien meiden.
  • Joghurt enthält zwar noch Laktose, aber es wird meist gut vertragen.
  • Ebenso Butter und Rahm. Sie enthalten kaum noch Laktose und werden nur in kleinen Mengen konsumiert.
  • Milch oder Frischkäse kannst du alternativ durch laktosefreie Produkte ersetzen.

Und noch ein Tipp: Laktosehaltige Lebensmittel verträgst du besser, wenn du die empfohlenen drei bis vier Portionen über den Tag verteilt isst - und sie dabei mit anderen Nahrungsmitteln kombinierst.

Laktoseintoleranz

Milch, Butter, Käse: So viel Laktose steckt drin.

Warum Milch in Stillzeit und Schwangerschaft?

Eine gute Versorgung mit Milchprodukten ist während der Schwangerschaft besonders wichtig - für dich und dein Baby. Warum? Erstmal sind Milch und Milchprodukte wichtige Kalziumlieferanten. Dein Darm nimmt das in Milch und Milchprodukten enthaltene Kalzium besonders gut auf. Und dein Körper verwertet es auch gut. Ausserdem enthalten Milch und Milchprodukte weitere Mineralstoffe wie Phosphor, Magnesium, Kalium, Jod, Zink, die Vitamine A, D, E, B2 und B12, hochwertiges Eiweiss und leicht verdauliches Fett. Fehlen dir diese Nährstoffe längerfristig, kannst du Mangelerscheinungen bekommen. Deshalb sind gerade während der Schwangerschaft und Stillzeit drei bis vier Portionen Milch und Milchprodukte täglich so wichtig.

Gut versorgt – für dich und deinen Spatz

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Achtung: versteckte Laktose

Verarbeitete Produkte enthalten oft Laktose. Sie verbirgt sich hinter Bezeichnungen wie "reiner Milchzucker", "Milchpulver", "Magermilchpulver", "Molke", "Molkenpulver" oder "Milchserum".

So befindet sich Laktose z. B. in:

  • Halbfertig- und Fertiggerichten
  • Backwaren und Gebäck
  • Müesli-Fertigmischungen
  • Brotaufstrichen
  • Schokolade und Süssigkeiten
  • Desserts
  • Fleisch- und Wurstwaren
  • Fertigsaucen, -bouillons und -dressings
  • Gewürzmischungen
  • Getränken mit Milchserum
Laktoseintoleranz

Laktoseintoleranz: Informationen und Tipps

Abklärung statt Vorbeugen

Möchtest du einer Laktoseintoleranz vorbeugen und ernährst dich bzw. dein Kind deshalb laktosefrei? Du musst eins wissen: Eine Laktoseintoleranz tritt bei Kindern kaum auf. Verbeugen ist daher gut gemeint, aber in beiden Fällen keine gute Idee. Dein Körper bzw. der deines Kindes gewöhnt sich nämlich an die laktosefreie Ernährung: Der Dünndarm produziert nur die Verdauungsenzyme, die er für die entsprechenden Nährstoffe benötigt. Kommt über längere Zeit kein Milchzucker mehr an, produziert der Dünndarm auch keine Laktase mehr. Er "vergisst" diese Aufgabe sozusagen. Und verliert sogar die Fähigkeit, den Milchzucker selbst zu spalten. So kann sich bei dir oder deinem gesunden Kind erst eine Laktoseintoleranz entwickeln.

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So schützt du dein Kind sinnvoll vor Allergien.

Der Arzt weiss es besser.

Falls du eine Laktoseintoleranz bei dir oder deinem Kind vermutest, ist die beste Lösung: Lass den Verdacht beim Arzt abklären, damit weder du noch dein Kind eine unnötig strenge Diät einhalten müssen. Verzichte auf Selbsttests, sie sind nicht zuverlässig.

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Milcheiweissallergie? Symptome & Tipps

Allergieprävention: Hilft Verzicht?

Verringert der Verzicht auf potenziell allergieauslösende Lebensmittel wie Milch, Eier, Weizen, Fisch oder Nüsse während der Schwangerschaft und Stillzeit das Allergierisiko deines Kindes? Hierfür gibt es keinerlei wissenschaftliche Belege. Trotzdem wurde Schwangeren bis vor wenigen Jahren zu genauso einer Diät geraten.

Das hilft wirklich.

Heute weiss man: Einzelne dieser Lebensmittel können das Kind sogar vor einer späteren allergischen Reaktion schützen. Wenn du als Mutter auf wichtige Grundnahrungsmittel verzichtest, kannst du schwerwiegende Nährstoffdefizite bekommen. Und die können sich wiederum nachteilig auf die Gesundheit deines Kindes auswirken. Ernähre dich daher ausgewogen und nährstoffdeckend - ohne Diät. Dein Kind vor Allergien schützen und sein Immunsystem stärken kannst du viel einfacher: mit Stillen.