Medienmitteilung – Milchpolitik

Markt­sta­bi­li­sie­rung 2016 ist Vor­aus­set­zung für Besserung im Milch­marktDe­le­gier­ten­ver­samm­lung vom 12. April 2016

12.04.2016 – Der starke Franken und die desolate Lage auf dem internationalen Milchmarkt setzen die Preise massiv unter Druck. Die Milchproduzenten verdienen an ihrer qualitativ hochstehenden Milch immer weniger. Der Unmut über die schwierige Situation und die zunehmend existenzgefährdenden Einbussen steigt. An der Delegiertenversammlung der Schweizer Milchproduzenten SMP vom 12. April 2016 waren sich die Anwesenden aber einig, dass nur gemeinsames Handeln und Einstehen für die Sache dem Druck vom Markt entgegen wirken kann. Vor diesem Hintergrund ist der Beschluss, die Massnahmen zur Marktstabilisierung im laufenden Jahr weiterzuführen, ein sehr wichtiges Signal.

Im Rahmen der Ersatzwahlen haben die Delegierten die neuen Vorstandsmitglieder Gabriel Yerly, Emilio Bossi und Ulrich Fahrni für den Rest der Amtsperiode 2015 bis 2019 als Vertreter ihrer Region und Christophe Noël zum neuen Vizepräsidenten gewählt. Die weiteren statutarischen Geschäfte verabschiedeten die Delegierten gemäss den Anträgen des Vorstandes.

Das Jahr 2015 war trotz einer gegenüber dem Vorjahr um 1.5 Prozent geringeren Milchmenge geprägt von massiv sinkenden Preisen für Molkereimilch. Der Schweizer Milchmarkt ist wegen den teilweise oder vollständig offenen Grenzen und dem bedeutenden Export stark abhängig von der internationalen Marktentwicklung und den Wechselkursen. Die Aufhebung des Euro-Mindestkurses durch die Nationalbank hatte gravierende Auswirkungen auf den Milchsektor, die noch längst nicht verkraftet sind. Dazu ist in der EU aufgrund der Aufhebung der Quotenregelung die Milchproduktion regelrecht explodiert. Diese Produktionssteigerung hat zusammen mit dem Russlandembargo und der unter den Erwartungen gebliebenen Entwicklung der Märkte in verschiedenen Regionen zusätzlichen Druck auf den Schweizer Markt gebracht und zu Absatzeinbussen geführt. Die ersten Monate im 2016 zeigen, dass noch keine Trendwende in Sicht ist. 

In­ter­na­tio­na­ler Druck

SMP- Präsident Hanspeter Kern betonte in seinem Eröffnungsreferat, dass auch 2016 ein schwieriges Jahr werde. Gleichzeitig zeigte er auf, dass die vielfältigen Massnahmen, die 2015 umgesetzt wurden, Wirkung gezeigt haben. „Obwohl die Preise bei der Molkereimilch extrem tief sind, war die Differenz zum EU-Preis noch nie so gross wie heute“, sagte er. Damit diese Differenz gehalten werden kann, müssen die Milchproduzenten unbedingt geeint auftreten. Zudem muss alles daran gesetzt werden, die Verhandlungsposition der Produzenten gegenüber den Milchverarbeitern zu stärken. Die SMP unterstützt auch in Zukunft alle Bestrebungen strategischer Zusammenarbeiten unter den Milchvermarktungsorganisationen, um die Marktpositionen gegenüber den nachfolgenden Stufen zu stärken.

Grosses En­ga­ge­ment zugunsten der Milch­pro­du­zen­ten

Die SMP als Dachorganisation aller Schweizer Milchproduzenten setzt in dieser unerfreulichen Situation verschiedene Massnahmen und Forderungen um. „Es geht heute auch darum, die Weichen für die kommenden Jahre richtig zu stellen“, betont Hanspeter Kern.

Konkret engagieren sich die Schweizer Milchproduzenten in folgenden Bereichen:

  • Die SMP setzt sich an vorderster Front bei der Erarbeitung der Nachfolgeregelung für das Schoggigesetz ein. Dabei ist eine milchspezifische Lösung im Fokus, bei der die Wertschöpfung in der Schweiz gehalten werden kann und der Produzent direkt profitiert.
  • Viele Milchproduzenten leiden stark unter der neuen Agrarpolitik. Diese ist übersteuert und soll aus Sicht der SMP zugunsten der Tierproduktion korrigiert werden: Im Zentrum stehen die Umlagerung von unverhältnismässigen Ökobeiträgen hin zu den Tierwohlbeiträgen und die Entwicklung der graslandbasierten- hin zu einer auf einheimischem Raufutter basierten Milch- und Fleischproduktion.
  • Die Schweizer Milchproduzenten SMP intervenieren immer wieder beim Detailhandel und bei den Milchverarbeitern, um diese an ihre Verantwortung zu erinnern und darauf hinzuwirken, dass keine unnötigen Preissenkungen auf dem Rücken der Milchproduzenten vorgenommen werden.
  • Innerhalb der Branchenorganisation Milch wurden die Beschlüsse zur Segmentierung Ende 2015 gefällt. Die SMP-Vertreter, zusammen mit den weiteren Produzentenvertretern, setzen sich für eine korrekte und konsequente Umsetzung dieser beschlossenen Segmentierungsreglemente und damit für einen möglichst hohen A-Richtpreis ein.
  • Swissmilk-Marketing sensibilisiert auch in Zukunft die Konsumentinnen und Konsumenten für den Kauf von Schweizer Milch und Milchprodukten. Auch im 2016 werden diverse attraktive Sammelpromotionen durchgeführt.

Mass­nah­men zur Markt­sta­bi­li­sie­rung bis Ende 2016 wei­ter­füh­ren

Im Vorfeld der Delegiertenversammlung gab die Weiterführung der Massnahmen zur Marktstabilisierung viel zu diskutieren. Basierend auf der 2013 beschlossenen strategischen Ausrichtung hat sich die SMP zusammen mit den Milchvermarktungsorganisationen in den Jahren 2014 und 2015 an Marktentlastungsmassnahmen beteiligt. Nachdem sich alle 14 in der Vermarktung von Milch tätigen Aktionäre von LactoFama AG für eine Verlängerung der Finanzierung bis Ende 2016 ausgesprochen hatten, beantragte der Vorstand von SMP der Delegiertenversammlung, einem analogen Finanzierungbeschluss zuzustimmen. Die Delegierten haben dem Antrag zur Weiterführung der Finanzierung mit dem Beitrag von 0.35 Rappen pro kg Milch bis zum 31. Dezember 2016 mit 147 Ja, 9 Nein Stimmen, bei 9 Enthaltungen zugestimmt. Im laufenden Jahr wird geprüft werden, ob und wie ab 2017 am Markt interveniert werden kann und soll.

Er­satz­wah­len

Die Delegierten der SMP verabschiedeten unter Würdigung ihrer Verdienste die bisherigen Vorstandsmitglieder René Vonlanthen (Freiburger Milchverband FSFL), Andreas Müller (Berner Bauernverband BEBV) und Nello Croce (Tessiner Milchverband FTPL) und wählten folgende neue Vertretungen: Gabriel Yerly als Vertreter der FSFL, Emilio Bossi als Vertreter der FTPL und Ulrich Fahrni als Vertreter des BEBV. Als neue Suppleanten wurden für den Walliser Milchverband FLV Michel Bonjean und für den Freiburgischen Milchverband FSFL Nicolas Savary  gewählt. Christophe Noël (FSFL) wurde als Nachfolger von René Vonlanthen und Vertreter der lateinischen Schweiz zum 1. Vizepräsident der SMP gewählt.

Sta­tu­ta­ri­sche Ge­schäf­te ver­ab­schie­det

Die Delegierten verabschiedeten im Weiteren die statutarischen Geschäfte (Ge-schäftsbericht 2015, Jahresrechnung, Decharge) und genehmigten die ordentlichen Finanzierungsbeschlüsse (Interessenvertretung, Basismarketing Milch und Basis-kommunikation Schweizer Käse) für das Geschäftsjahr 2016/2017. Sowohl Swissmilk-Marketing wie auch SCM-Marketing haben vorgängig die konkret durchgeführten Massnahmen präsentiert. Die Präsentationen sind verfügbar unter: 
www.swissmilk.ch/dv

Dort finden Sie auch kurze Videostatements des Präsidenten, des Direktors, des Vizedirektors und der Marketingleiterin im mp4-Format.

Aus­künf­te:

Hanspeter Kern, Präsident
079 418 52 16

Kurt Nüesch, Direktor
079 661 41 59

Reto Burkhardt, Leiter Kommunikation
079 285 51 01

 

6'650 Zeichen (inklusive Leerschläge)

www.swissmilk.ch

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Marktstabilisierung 2016 ist Voraussetzung für Besserung im Milchmarkt (PDF, 118 KB)
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