Medienmitteilung – Milchmarkt

Be­schlüs­se Vorstand BO Milch vom 23. Februar 2010Griffiger Men­gen­be­schluss, aber leider keine Richt­preis­er­hö­hung

23.02.2010 – Der Vorstand der BO Milch hat gestern einen wichtigen Beschluss zur Mengenführung gefällt. Zwischen März und Juni 2010 müssen 62 Millionen Kilo Milch von jenen Organisationen, die ihre Vertragsmenge für 2010 erhöht haben, über die Börse oder die Abräumung verkauft werden. Damit werden die Kosten für die Produktionsüberschüsse erstmals verursachergerecht auf die Milchverkaufs-organisationen umgelegt. Die SMP würdigt diesen Beschluss und erwartet von der Geschäftsstelle der BO Milch, dass sie für die konsequente Umsetzung und die Kontrolle der Marktakteure nun die Verantwortung übernimmt. Die SMP bedauert gleichzeitig, dass es trotz dem Mengenbeschluss nicht gelang, den Richtpreis nach oben anzupassen. Die SMP erwartet aber von den Marktakteuren, dass sie ihre Verantwortung wahrnehmen und für die Vertragsmenge zumindest im Durchschnitt das Richtpreisniveau einhalten.

Dringender Handlungsbedarf im Milchmarkt
Nach den enttäuschenden Beschlüssen an der Januar-Sitzung hat der Vorstand der Branchenorganisation Milch (BO Milch) an seiner Sitzung vom 23. Februar 2010 einen weiteren notwendigen Schritt gemacht, um die Marktinstrumente gemäss dem Willen der Delegierten anzuwenden. Denn die kürzlich publizierten Marktdaten über den Marktverlauf des Jahres 2009 zeigten unmissverständlich auf, dass der Absatzmarkt für die hergestellten Milchprodukte nicht so hoch war, wie die Milchverarbeiter Milchmenge unter Vertrag genommen und auch verarbeitet hatten. So entstand im vergangenen Jahr ein Butterüberschuss von rund 8‘000 Tonnen, der mit insgesamt 100 Millionen Franken Stützung abgesetzt werden musste. Weil diese Mittel 2010 nicht mehr zur Verfügung stehen, besteht bezüglich Milchmenge dringender Handlungsbedarf.

Wichtiger Mengenbeschluss hilft Markt entlasten
Deshalb brachte die SMP einen Wiedererwägungsantrag zur Reduktion des Mengenindexes unter 100 Prozent an die Februarsitzung ein, um die Milchmenge, welche unter den aktuellen Marktverhältnissen zum Richtpreis verkauft werden kann, den effektiven Absatzmöglichkeiten anzupassen. Nach eingehender Diskussion einigte sich der Vorstand auf eine Präzisierung des Mengenindex-Beschlusses vom Januar, der dieselbe Wirkung erzielen dürfte: Für die Periode März bis Juni 2010 müssen 62 Millionen Kilogramm Milch über die Börse verkauft werden. Weil das Milchaufkommen in diesen Monaten sehr hoch ist, wird erwartet, dass der Schwellenpreis nicht erreicht wird und die Abräumung deshalb rasch aktiviert wird. Der Vorstand der BO Milch hat auch präzisiert, dass die 62 Millionen Kilogramm Milch vollumfänglich von jenen Organisationen an die Börse geliefert werden müssen, welche die Vertragsmenge für 2010 gegenüber dem Vorjahr ausdehnten. Dieser Beschluss ist damit zu 100 Prozent verursachergerecht.

Kein Preisbeschluss, aber SMP erwartet Auszahlung des Richtpreises
Die Preisschere zwischen dem BLW-Molkereimilchindex-Preis, dem Richtpreis der BO Milch und den effektiv ausbezahlten Preisen geht weiter auseinander. Trotz der gefassten Mengenbeschlüsse war es nicht möglich, den Richtpreis auch nur teilweise entsprechend der Indexveränderung anzuheben. Somit gilt unverändert ein Richtpreis von 62 Rappen. Die SMP appelliert jedoch an die Verantwortung der Marktakteure, dort, wo auf der Vertragsmenge der Richtpreis deutlich unterschritten wird, Preisverhandlungen zu führen. Denn mit den Abzügen der saisonalen Preisstaffelung in den Winter- und Frühlingsmonaten werden die ausbezahlten Preise den Molkereimilchindex-Preis von aktuell 65 Rappen massiv unterschreiten.

Aus­künf­te

Albert Rösti
Direktor SMP
Telefon 031 359 52 11 / Mobile 079 255 88 56
E-Mail albert.roesti@swissmilk.ch

Christoph Grosjean-Sommer
Schweizer Milchproduzenten SMP
Telefon 031 359 53 18 / Mobile 079 645 81 36
E-Mail christoph.grosjean@swissmilk.ch

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