Medienmitteilung – Milchpolitik

Wei­de­hal­tung stärken – Tier­wohl-Pakt umsetzen!

09.05.2017 – Der Schweizer Bauernverband, die Rindviehhalter, die Labelorganisationen Bio- und IP-Suisse und der Schweizer Tierschutz STS sind sich einig: Das Tierwohlprogramm RAUS muss fit für die Zukunft gemacht werden. Nur leider sieht der Bund dies anders. Die Tierhalterorganisationen Schweizer Milchproduzenten SMP, Mutterkuh Schweiz und der Tierschutz STS forderten an ihrer gemeinsamen Medienkonferenz vom Bundesrat, dass der breit abgestützte Vorschlag für die Weiterentwicklung mit den beiden Pfeilern RAUS Basis und RAUS Weide noch ins Verordnungspaket 2017 aufgenommen und auf das Jahr 2018 eingeführt wird. Mit der Unterzeichnung eines Tierwohl-Pakts untermauerte die breite Allianz ihr Anliegen.

Es ist ein vertrautes Bild: Das Schweizer Rindvieh grast gemütlich auf der saftigen Weide. Vor gut 20 Jahren wurde das Tierwohlprogramm RAUS (Regelmässiger Auslauf im Freien) eingeführt und sorgte seither dafür, dass 83 Prozent bei den Milchkühen und über 90 Prozent der übrigen Kühe regelmässigen Auslauf ins Freie haben. Das RAUS-Programm ruft nun aber nach Anpassung. Mit dem Strukturwandel und den damit verbundenen grösseren Herden benötigen Betriebe entsprechend mehr Weideflächen. Damit dies so bleibt, ist eine Weiterentwicklung des heutigen RAUS-System dringend notwendig. Die Strukturentwicklung sowie die Spezialisierung der einzelnen Rindviehhaltungsbetriebe müssen dabei berücksichtigt werden.

Diesen Handlungsbedarf erkannte auch der Bund. Er nahm die Erneuerung der Tierwohlprogramme aus der laufenden Agrarpolitikreformetappe heraus, um sich die nötige Zeit für diese Anpassungen zu geben und setzte eine breit abgestützte Arbeitsgruppe ein. Diese hielt nach zweieinhalbjähriger Arbeit fest: Um die Tiere auf der Weide zu halten, muss das RAUS-Programm durchgehend als RAUS Basis und – für diejenigen Betriebe mit grosszügigen Weidemöglichkeit – als RAUS Weide angeboten werden, wovon letzteres mit einem Zusatzbeitrag zu honorieren ist.

Der Vorschlag wurde von allen Beteiligten breit mitgetragen. Daher sind die Fachorganisationen der Rindviehhalter, die Labelorganisationen Bio- und IP-Suisse und nicht zuletzt der Schweizer Tierschutz STS enttäuscht, dass diese wichtige Anpassung in der noch laufenden Vernehmlassung zum landwirtschaftlichen Verordnungspaket 2017 des Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung überhaupt keinen Platz fand.

Die betroffenen Organisationen forderten daher heute an ihrer gemeinsamen Medienkonferenz vom Bundesrat, dass der breit abgestützte Vorschlag für die Weiterentwicklung des RAUS-Programms im Verordnungspaket 2017 aufgenommen und auf das Jahr 2018 eingeführt wird. Mit der Unterzeichnung eines Tierwohl-Pakts brachten sie ihr Anliegen zum Ausdruck. Denn: Das Tierwohlprogramm RAUS ist ein grosser Erfolg für die Landwirtschaft, den Tierschutz und besonders für die Nutztiere. Der hohe Weideanteil macht die Schweizer Rindviehhaltung einzigartig, was nicht zuletzt auch matchentscheidend für die Positionierung und den Verkauf der Produkte ist.

Rück­fra­gen

Markus Ritter
Nationalrat und Präsident Schweizer Bauernverband
079 300 56 93

Christophe Noel
Vize-Präsident Schweizer Milchproduzenten SMP
079 643 80 14

Mathias Gerber
Präsident Mutterkuh Schweiz
079 358 38 19

Hansuli Huber
Geschäftsführer Schweizer Tierschutz STS
076 378 60 70

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