Richt­li­ni­en & Hilfs­mit­telMilch verkaufen

Der Milcherlös ist wichtig für den Arbeitsverdienst. Die Milchproduzenten-Organisationen erarbeiten Richtlinien und Hilfsmittel für den Milchverkauf. Zusammenfassung des Angebots führt zu besseren Preisen.

Vorgehen beim Milch­ver­kauf

Milch gemeinsam verkaufen.

Für den Milchverkauf muss man sich gut über den Milchmarkt und das Marktgeschehen informieren. Die Organisationen der Milchproduzenten empfehlen, dass die Produzentenorganisationen respektive die Milchringe oder die Käsereigenossenschaften und nicht die einzelnen Milchproduzenten als Verkäufer auftreten. Zusammenfassung des Angebots führt zu besseren Preisen. Bei grösseren Unternehmen sind für die Verhandlungen Delegationen der Milchproduzenten und ihrer Organisationen notwendig.

Privatrechtlich sind allfällige Exklusivverträge mit Molkereien oder Mitgliedschaften von Milchproduzenten bei Verkaufsorganisationen oder anderen Organisationen wie z. B. Käsereigenossenschaften relevant.

Zu empfehlen ist, dass weiterhin die gemeinsame Vertretung aller Lieferanten eines Milchkäufers die Verhandlungen für den Milchverkauf führt. In verschiedenen Regionen besteht bei Käsereien auch die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit Produzentenorganisationen (Tunnellösungen).

Hilfs­mit­tel für den Milch­ver­kauf

Informationen und Hilfsmittel für den Milchverkauf herunterladen:

Verträge und Richt­li­ni­en

Die unterzeichnenden Organisationen haben gemeinsame Eckwerte für die Milchkaufverträge vereinbart in der Erkenntnis, dass unter anderem bisherige Usanzen der Milchkaufverträge aktualisiert werden sollen. Die Organisationen setzen sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten für die Umsetzung durch ihre Mitglieder ein.

Quelle: Kommission Milchprüfung, 11. September 2012

Das Resultat der Milchprüfung hat eine unmittelbare Auswirkung auf den Milcherlös und kann bei einer Milchliefersperre zu Einbussen und Umtrieben führen. Wie können Milchproduzentinnen und Milchproduzenten reagieren, wenn sie mit den Ergebnissen der Milchprüfung nicht einverstanden sind?

Quelle: SMP, Stand Januar 2016

Die SMP stellt einen Mustermilchkaufvertrag für Käsereimilch zur Verfügung. Darin sind modulartig Regelungen aufgeführt. Das Notwendige und Zweckmässige kann aus der Unterlage entnommen werden. Dabei sind auch die gesetzlichen Anforderungen und die Grundsätze des Vertragsrechts zu beachten. Zwingend zu regeln sind dabei die Vertragsanteile der einzelnen Lieferanten, die Preisgestaltung sowie die Bezahlung der Milch nach den Grundanforderungen der Qualität. Der Mustermilchkaufvertrag enthält weitere Elemente, die nach Bedarf verwendet werden können.
Der Mustermilchkaufvertrag ist darauf abgestützt, dass die Milchproduzenten die Milch weiterhin gemeinsam an den Milchkäufer verkaufen. Die Milchproduzentenorganisationen können für den Vertragsabschluss Unterstützung geben.

Er­läu­te­run­gen und Kom­men­ta­re

Bei Käsereien gibt es immer wieder Haftungsfragen, wenn Käse ungenügender Qualität produziert wird. Gründe können versteckte Mängel in der Milch sein. Es gibt oft kontroverse und lange Diskussionen darüber, wer haftbar ist und den Schaden trägt. Damit verbunden sind auch komplexe Versicherungsfragen.

Gemäss Milchprüfungsverordnung unterliegt die Milch, welche die Produzentinnen und Produzenten in Verkehr bringen, der öffentlich-rechtlichen Milchprüfung. Ab Mitte 2016 wird die Milchprüfung auch für andere Säugetierarten (Büffel, Schafe, Ziegen) verbindlich (davon ausgenommen sind Hofverarbeitungs- und Sömmerungsbetriebe, welche keine Milch abliefern, respektive sämtliche Milch selber verarbeiten).

Die Vereinbarung Eckwerte Milchkaufverträge wurde von der Fromarte, der VMI und der SMP aktualisiert. Sie gilt ab 1. Januar 2016. Vereinbart sind Normen und Empfehlungen, wie die Milch übernommen und bezahlt wird. Damit sollen insbesondere die Transparenz beim Milchkauf resp. -verkauf gefördert und klare, rechtlich einwandfreie Verhältnisse zwischen den Vertragspartnern geschaffen werden.

Quelle: die Grüne, 18-2013

Welchen Preis erhalten die Produzenten? Welche Molkereim ilchkäufer bezahlen die besten Preise? Wie sieht es bei den verschiedenen Käsesorten aus? Die SMP erstellt im Rahmen des Milchpreismonitorings jeden Monat den Pre isvergleich zwischen den Erstmilchkäufern für Molkereimilch und den verschiedenen Käsesorten.

Quelle:  BauernZeitung, 8. April 2011

Von Seiten der Schweizer Milchproduzenten (SMP) wurde die Verschärfung bei den somatischen Zellen akzeptiert, weil hohe Zellzahlen ein zunehmendes Qualitätsproblem darstellen. Wenn diese Änderung mithilft, dass bei Eutergesundheitsproblemen rascher reagiert wird, ist das auch im Interesse des Produzenten selbst. Die Einbussen, die aus Eutererkrankungen resultieren, sind nämlich um ein Vielfaches grösser als der Abzug bei einer ersten Beanstandung der somatischen Zellen.

Quelle: TSM und SMP, 8. Februar 2011

Seit Januar 2011 gelten angepasste Richtlinien für die Qualitätsbezahlung bei der Milch. Grundlage bilden die vom Prüflabor Suisselab AG in Zollikofen ermittelten Ergebnisse der öffentlich-rechtlichen Milchprüfung, wobei jeweils das schlechtere Ergebnis je Analysekriterium aus der ersten und der letzten Probe des Monats berücksichtigt wird. Die öffentlich-rechtliche Milchprüfung kennt nur noch die Milchliefersperre als Massnahme bei nicht erfüllten Hygieneanforderungen.

Aus­künf­te

Weitere Auskünfte zum Milchverkauf erhalten Sie bei:

  • Der regionalen Milchproduzenten-Organisation
  • Der regionalen Vermarktungsorganisation
  • Der Organisation Schweizer Milchproduzenten SMP: Telefon 031 359 54 82, E-Mail verband@swissmilk.ch (Auskunftsstelle der SMP)
  • Der TSM Treuhand GmbH (Produktionsdaten, Meldung der Vertrags- und der Verwertungsdaten): Telefon 031 359 59 51, E-Mail info@tsmtreuhand.ch
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