
Wie viel Milch gibt eine Kuh pro Tag?
Wie viel Milch gibt eine Kuh pro Tag?
Gut zu wissen:
- Schweizer Milchkühe geben 20-25 Liter Milch pro Tag.
- Dank Optimierungen bei Haltung, Fütterung und Zucht hat die Milchmenge pro Kuh zugenommen.
- Kälber verbringen mindestens 21 Tage auf dem Geburtsbetrieb.
- Trächtige Kühe werden nicht geschlachtet.
- Besonders kuhfreundliche Melkanlagen wie Melkroboter werden immer verbreiteter.
Weniger Kühe, mehr Milch
Die Milchproduktion hat eine lange Tradition im Grasland Schweiz. Der Bestand an Milchkühen und die Anzahl Milchproduzentinnen und -produzenten sind zwar rückläufig, doch die durchschnittliche Milchmenge pro Kuh ist gestiegen. Fragst du dich, wovon die Milchleistung abhängt? Entscheidend sind vor allem diese drei Faktoren: Da unsere Milchbäuerinnen und -bauern in den letzten Jahren die Futterzusammensetzung, die Zucht sowie die Management- und Haltungsbedingungen optimieren konnten, hat die Milchmenge pro Kuh kontinuierlich zugenommen.
Ein guter Anfang ist die halbe Arbeit.
Eine Kuh gibt nur dann Milch, wenn sie jährlich ein Kalb zur Welt bringt. Die Kälber werden bei der Milchproduzentin bzw. beim -produzenten nicht alle für die eigene Nachzucht behalten, sondern teils nach der Geburt an auf die Mast spezialisierte Betriebe weiterverkauft. Die Bäuerinnen und Bauern behandeln die Kälber von Anfang an mit Respekt: Die ersten Tage nach der Geburt sind einerseits für die Gesundheit des Kalbes massgebend. Diese Zeit ist aber auch wirtschaftlich wichtig: Ein guter Start in den ersten Wochen wirkt sich später auch positiv auf die Mast aus. Um das Wohl der Kälber sicherzustellen, gibt es deshalb eine Mindesthaltedauer für Kälber auf dem Geburtsbetrieb von 21 Tagen.

Dank Optimierungen: weniger Milchkühe, mehr Milch
Qualität statt Quantität
Die grösste Milchmenge erreichen unsere Milchkühe ab der dritten Laktation, also nach dem dritten Kalb. Die Milchleistung steigt von 20-25 Litern pro Tag nach der ersten Laktationsperiode auf 25-35 Liter pro Tag nach dem dritten Kalb. Im Vergleich zu den Artgenossinnen im Ausland produzieren sie indes deutlich weniger. Dafür dürfen Schweizer Kühe noch Kühe sein. In der Schweiz setzen wir vor allem auf einheimisches Raufutter statt auf Kraftfutter – zwar mit einem negativen Effekt auf die Menge, dafür sind die Produktion nachhaltiger, die Tierwohl-Gesetzgebung exemplarisch und leistungsfördernde Mittel verboten.
Kontrolle ist wichtig.
Ob eine Kuh trächtig ist, kann heute schon nach dem 25. Trächtigkeitstag diagnostiziert werden. Für jede Vielhalterin und jeden -halter ist es zentral, über das Trächtigkeitsstadium der Kühe Bescheid zu wissen – dies ist ein wichtiger Aspekt des Herdenmanagements. Die Bäuerin bzw. der Bauer muss den Trächtigkeitsstatus der Tiere schriftlich auf den Begleitdokumenten vermerken. Durch diese Massnahme wird verhindert, dass trächtige Kühe geschlachtet werden.

Moderne Technik reduziert die Handarbeit unserer Milchbauern und die Melkzeit auf ein Minimum.
Hohes Tierwohl dank System
Moderne Technik reduziert die Handarbeit unserer Milchbäuerinnen und -bauern und die Melkzeit auf ein Minimum. Vor dem eigentlichen Melkvorgang muss kurz das Euter massiert werden (auch Anrüsten genannt), um die Hormonausschüttung (Oxytocin) anzukurbeln. Dieses steuert das Auspressen des Drüsengewebes, lässt die Milch in die sogenannte Zisterne strömen und füllt somit die darunter liegenden Zitzen.
Tierfreundliche Melkroboter
Melkanlagen gibt es in vielerlei Variationen. Eine besonders kuhfreundliche Melkanlage fasst aber in den letzten Jahren in der Schweiz immer mehr Fuss: das automatische Melksystem, auch Melkroboter genannt. Er ermöglicht eine vollautomatische Milchgewinnung und unsere Kühe können selbst entscheiden, wann sie sich melken lassen wollen. Damit das Wohl der Kuh gewährleistet ist, muss sie mindestens zweimal pro Tag gemolken werden.
Quellen
