Hörner: ja oder nein?

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Tierwohl

Hörner: ja oder nein?

Hörner bei Kühen – ja oder nein? Warum sich bei uns viele Milchproduzentinnen und -produzenten für eine Enthornung entscheiden und wie die Gesetzgebung dazu aussieht.

Die Gretchenfrage

Was für viele zu einer schönen Schweizer Kuh gehört, kann bei Tier und Mensch zu schlimmen Verletzungen und für die Milchbäuerin bzw. den Milchbauer zu massivem Mehraufwand führen. Viele unserer Milchproduzentinnen und -produzenten entscheiden sich deshalb für die Enthornung. Du musst dir aber keine Sorgen machen, dass unsere Milchkühe darunter leiden. 

Hornlos – so sieht die typische Schweizer Kuh aus. 

Keine offiziellen Zahlen

Wie viele Kühe enthornt sind, wissen wir nicht genau – denn eine offizielle Statistik existiert nicht. Der Schweizer Bauernverband schätzt den Anteil behornter Milchkühe auf 10 Prozent. Viele unserer Milchproduzentinnen und -produzenten entscheiden sich also für die Enthornung.

Vorbildliche Schweiz

Unabhängig davon, wie viele Kühe tatsächlich enthornt werden: die Schweizer Tierschutzgesetzgebung regelt die Enthornung vorbildlich. So schreibt sie vor, dass die Enthornung nur unter allgemeiner oder örtlicher Schmerzausschaltung (Narkose) und durch eine fachkundige Person vorgenommen werden darf. Auch müssen die Hörner beim Kalb bereits innerhalb der ersten drei Lebenswochen entfernt werden. Zudem wird zunehmend mit genetisch hornlosen Tieren gezüchtet. In anderen Ländern, beispielsweise in Deutschland, werden die Kühe nicht so stark geschützt. So ist die Enthornung bis zur sechsten Lebenswoche und ohne Betäubung erlaubt.

Tierwohl

Schweizer Milchkühe geniessen hohen Schutz.

Vor- ist besser als Nachsicht.

Unsere Milchbäuerinnen und -bauern sind als Betriebsleiter:innen auf ihrem Hof für Sicherheit und Unfallprävention verantwortlich und können haftbar gemacht werden, wenn sie ihren Pflichten nicht nachkommen. Nicht nur deswegen stellen sich viele die Frage, ob sie ihre Kühe enthornen sollen oder nicht.

Milchkühe mit Horn können sicher im Laufstall gehalten werden, dies erfordert aber spezielle Baumassnahmen in Bezug auf Dimension und Gestaltung. Diese Massnahmen tragen dem artgemässen Verhalten bestmöglich Rechnung. Die Rechnung für die Milchbäuerin bzw. den Milchbauer hingegen folgt postwendend. So sind der finanzielle und zeitliche Mehraufwand für die intensive Tierbetreuung oft eine grosse Hürde. Unsere Milchproduzentinnen und -produzenten versuchen also, immer die bestmöglichen Entscheidungen zu treffen – für ihre Tiere und für ihren Hof.