Medienmitteilungen21.07.2026

Wirtschaftliche Perspektiven für die Milchproduktion stärken

Agroscope hat erstmals Vollkostenrechnungen für verschiedene landwirtschaftliche Erzeugnisse publiziert. Gemäss diesen Berechnungen betrug der durchschnittliche Stundenverdienst der untersuchten ÖLN-Milchviehbetriebe im Jahr 2024 CHF 13.37.

Trotz einer zunehmenden Professionalisierung bleibt der Stundenlohn der Milchproduzentinnen und Milchproduzenten ungenügend. Sie sind dringend auf einen Milchmarkt und eine Agrarpolitik angewiesen, die ein angemessenes Einkommen ermöglichen, die Lebensqualität verbessern und ihre fachlichen Leistungen anerkennen. Der Vergleichslohn im Talgebiet beträgt CHF 42.00 pro Arbeitsstunde. Diese grosse Differenz ist besorgniserregend. Angesichts der seit 2024 gesunkenen Milchpreise und der gleichzeitig gestiegenen Produktionskosten dürfte sich die Einkommenssituation weiter verschärft haben.

Das Einkommen ist klar ungenügend und bietet den Milchproduktionsbetrieben keine ausreichende langfristige Perspektive. Die SMP setzt sich deshalb für Verbesserungen am Markt und bei den agrarpolitischen Rahmenbedingungen ein. Die laufenden Arbeiten innerhalb der Branche müssen dazu beitragen, die Milchmengen besser auf die Verarbeitungskapazitäten und Absatzmöglichkeiten abzustimmen. Zudem müssen die Herausforderungen aufgrund zunehmender Importe angegangen, die Planungssicherheit erhöht und verlässliche vertragliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. Ziel müssen Milchpreise sein, die die Leistungen und Kosten der Produzentinnen und Produzenten berücksichtigen.

Die Auswertungen von Agroscope zeigen zudem, dass rund 23 Prozent der Markterlöse über den Viehverkauf erzielt werden. Umso wichtiger ist es, auch diese Erlöse auf einem tragfähigen Niveau zu halten. Gleichzeitig stammen rund 21 Prozent des Gesamterlöses der untersuchten Betriebe aus Direktzahlungen. Die SMP erwartet von der Politik Rahmenbedingungen, die der Milchproduktion im Schweizer Grasland wieder eine stärkere wirtschaftliche Perspektive bieten. Die finanziellen Mittel des Bundes für die Landwirtschaft müssen dafür zielgerichtet eingesetzt werden. Auch der Grenzschutz ist unter Berücksichtigung der veränderten Wechselkurssituation weiterzuentwickeln. Dazu gehört aus Sicht der SMP eine Anpassung der Verkäsungszulage.

Investitionen in Betriebe müssen vorsichtig kalkuliert werden. Wo immer möglich, sind Massnahmen zur Kostenreduktion umzusetzen. Gleichzeitig sind der Bund, die Labelinhaber und weitere Akteure aufgefordert, höhere Anforderungen nur dort festzulegen, wo eine entsprechende Mehrabgeltung über den Markt oder durch Direktzahlungen erfolgt.

Eine wirtschaftlich tragfähige Milchproduktion liegt im gemeinsamen Interesse der Produzentinnen und Produzenten, der Verarbeitung, des Handels und der Politik. Die SMP bringt sich aktiv in die laufenden Gespräche ein, damit die notwendigen Verbesserungen gemeinsam und wirksam umgesetzt werden können.

Auskünfte

Christa Brügger
Leiterin Kommunikation SMP
christa.bruegger@swissmilk.ch

031 359 52 14

Thomas Reinhard
Projekte und Support
thomas.reinhard@swissmilk.ch
031 359 51 11

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