Medienmitteilungen06.06.2017

Milchpreis: Zeit der Ausreden ist vorbei, es ist Zahltag!

Die Zitrone ist ausgepresst: Die Milchabnehmer mĂŒssen auf den 1. Juli die ausbezahlten Preise mindestens auf das Niveau des Richtpreises erhöhen und ungerechtfertigte AbzĂŒge sofort ein-stellen. Das fordern Schweizer Bauernverband, Schweizer Milchproduzenten und Junglandwirte an einer gemeinsamen Medieninformation.

Der Schweizer Bauernverband, die Schweizer Milchproduzenten und die Junglandwirte schlagen Alarm. Der langanhaltend viel zu tiefe Milchpreis treibt abertausende von Milchbauern in den Ruin. Die Molkereimilchpreise sind auf einem unhaltbar tiefen Niveau. Dies obwohl die einheimische Milchmenge rĂŒcklĂ€ufig und deutlich tiefer als vor einem Jahr ist. International ist der Druck ebenfalls geringer geworden: Die Preise in der EU und weltweit bewegten sich in den letzten Monaten kontinuierlich gegen oben. Nur in der Schweiz passiert nichts. Das ehemalige weisse Gold der Schweiz wird auf dem Markt verschleudert, so dass die Bauernfamilien daran nichts mehr verdienen. Das gilt vor allem fĂŒr die sogenannte Molkereimilch, die zu Trinkmilch, Butter, Rahm, Joghurt oder Milchpulver verarbeitet wird.

Wertschöpfung gibt es bei der Molkereimilch auf der Stufe der Produktion keine mehr: 65 Rappen betrĂ€gt der offizielle Richtpreis der Branchenorganisation Milch fĂŒr einen Liter Milch der höchsten Preisstufe. 65 Rappen machen gemĂ€ss der Vollkostenrechnung der landwirtschaftlichen Schule Hohenrain im Durchschnitt von 158 Milchwirtschaftsbetrieben im Talgebiet alleine die Fremdkosten aus. Die Arbeit der Bauernfamilien ist damit noch nicht bezahlt. Rechnet man einen Arbeitsverdienst von 28 Franken pro Stunde und die Direktzahlungen mit ein, dann mĂŒssten die Milchproduzenten rund 77 Rappen fĂŒr den Liter Milch erhalten. Die Lage ist also bereits dramatisch. Doch damit nicht genug: Zahlreiche Abnehmer zahlen den Bauern nicht einmal den festgelegten Richtpreis von 65 Rappen. Die effektiven Marktpreise liegen rund vier Rappen pro Kilogramm unter dem Richt-preis. Zudem machen sie zahlreiche ungerechtfertigte AbzĂŒge.

Die Folge: Viele Betriebe legen Monat fĂŒr Monat drauf respektive sie arbeiten vom frĂŒhen Morgen bis spĂ€ten Abend fĂŒr keinerlei Stundenlohn. Entsprechend leben sie von der Substanz und sind in ihrer Existenz bedroht. In der nĂ€chsten Zeit die Milchproduktion aufzugeben, können sich die meisten nicht leisten: Sie haben StĂ€lle, Melkmaschinen, KĂŒhler, Futtersilos und vieles mehr, das sie amortisieren mĂŒssen.

Der Schweizer Bauernverband, die Schweizer Milchproduzenten und die Junglandwirte fordern von den Milchabnehmern, dass Sie die effektiven Produzentenpreise auf den 1. Juli 2017 mindestens auf das Niveau des Richt-preises anheben. AbzĂŒge, RĂŒckbehalte und dergleichen zur Marktentlastung oder Abfederung der FrankenstĂ€rke sind unverzĂŒglich einzustellen. Die aktuelle Marktlage lĂ€sst beides zu. Es gibt keinen Grund, den Bauernfamilien ihren gerechten Anteil an der Wertschöpfung weiter zu verweigern. Coop hat mit ihrer freiwilligen Preiserhöhung um drei Rappen einen ersten Schritt gemacht. Jetzt muss es weiter gehen: Die Zeit der Ausreden ist vorbei. Die Geduld und die finanziellen Reserven der Milchproduzenten sind erschöpft. Es ist Zahltag!

Weitere AuskĂŒnfte

Markus Ritter
PrÀsident Schweizer Bauernverband
079 300 56 93

Jacques Bourgeois
Direktor Schweizer Bauernverband
079 219 32 33

Christophe Noël
VizeprÀsident Schweizer Milchproduzenten
079 500 88 52

Christian SchönbÀchler
PrÀsident Junglandwirte
078 862 27 20

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