Medienmitteilungen04.09.2026

Agrarpolitik 2030+: Interessante Ansätze, aber klares Verbesserungspotenzial

Der Bundesrat hat die Vernehmlassung zur Agrarpolitik 2030+ eröffnet. Die Vorlage enthält interessante Ansätze, insbesondere bei den angestrebten Vereinfachungen, der Digitalisierung und der Stärkung der Ernährungssicherheit. Aus Sicht der Schweizer Milchproduzenten SMP besteht jedoch in zentralen Bereichen noch deutlicher Nachhol- und teilweise Klärungsbedarf. Die SMP wird die Vorlage vertieft prüfen, ihre Mitgliedsorganisationen in die Meinungsbildung einbeziehen und sich für substanzielle Verbesserungen einsetzen.

Die SMP begrüsst das Ziel, den Bauernfamilien mehr Handlungsspielraum zu geben und administrative Prozesse zu vereinfachen. Entscheidend ist nun, dass diese Absichten auch konkret umgesetzt und mit den nötigen finanziellen Mitteln ausgestattet werden.

Für die Milchwirtschaft als Zugpferd der Land- und Ernährungswirtschaft muss die wirtschaftliche Nachhaltigkeit stärker berücksichtigt werden – gerade angesichts der tiefen Arbeitsverdienste in der Milchviehhaltung. Bei mehreren für die Milchwirtschaft zentralen Punkten besteht Handlungsbedarf:

  • Verkäsungszulage: Als wichtiges Instrument des Grenzschutzes und mit ihrer allgemeinen preisstützenden Wirkung ist die vorgesehene Erhöhung um zwei Rappen ein Schritt in die richtige Richtung. Sie bleibt jedoch deutlich hinter der Forderung nach fünf Rappen zurück. Gleichzeitig dürfen die Mittel für die Landwirtschaft insgesamt nicht gekürzt werden.
  • Käsereimilch: Der geplante Referenzpreis bei verkäster Milch ist positiv und setzt die Motion Nicolet grundsätzlich um. Entscheidend wird die konkrete Ausgestaltung sein.
  • Grünland und Milchproduktion: Ein milchspezifischer Grünlandbeitrag fehlt weiterhin. Gerade für eine nachhaltige Milchproduktion im Grasland Schweiz ist ein solcher Beitrag zielgerichtet und notwendig.
  • Investitionen: Die Förderung nachhaltiger Investitionen ist zu begrüssen. Bei der dringend notwendigen Erneuerung von Milchviehställen braucht es jedoch weitergehende Unterstützung.

Auch bei RAUS, beim Grenzschutz und bei der zielgerichteten Absatzförderung erwartet die SMP weitere Verbesserungen.

Für die SMP ist klar: Die AP2030+ weist in die richtige Richtung, genügt in zentralen Punkten aber noch nicht. Insbesondere eine Kürzung der finanziellen Mittel ist nicht akzeptabel. Die angekündigten Vereinfachungen und die Stärkung der Landwirtschaft müssen letztlich zu besseren wirtschaftlichen Perspektiven für die Bauernfamilien führen.

Auskünfte:

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Leiterin Kommunikation
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Thomas Reinhard
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