Ernährungsirrtümer

Wir klären auf!

Milch und Milchprodukte werden häufig kritisch diskutiert. Rund ums Essen und Trinken ranken sich Mythen und Irrtümer. Was stimmt? Was stimmt nicht? Wir gehen den häufigsten Ernährungsirrtümern nach.

Milch kritisch beleuchtet

Antworten & Tipps von Experten

Soll man auf Milch verzichten aus Angst vor einer Unverträglichkeit?
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Bei Beschwerden wie Blähungen und Bauchweh liegt der Verdacht nahe, dass es sich um eine Nahrungsmittelunverträglichkeit handelt. Kurzerhand wird der vermeintliche Übeltäter – oft zuerst die Milch – vom Menüplan gestrichen. Tritt der erhoffte Erfolg dann nicht ein, werden weitere Lebensmittel weggelassen.

Es ist nicht ratsam, ohne gesundheitliche Notwendigkeit auf Grundnahrungsmittel wie Milch, Fleisch oder Eier zu verzichten. Denn je mehr Lebensmittel systematisch ausgeschlossen werden, desto einseitiger wird die Ernährung und desto grösser wird das Risiko für mögliche Nährstoffdefizite und Mangelerscheinungen. Vor allem Schwangere und ihre Ungeborenen, Stillende, Säuglinge, Kinder, Heranwachsende sowie alte Menschen haben besondere Nährstoffbedürfnisse und brauchen eine Ernährung, der möglichst wenige künstliche Grenzen gesetzt sind.

Expertentipp

Milch ist ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Sie trägt wesentlich zur Bedarfsdeckung von Nährstoffen, Mineralstoffen und Vitaminen bei. Ein vorsorglicher Verzicht auf tierische Lebensmittel ist wissenschaftlich unbegründet. Studien zeigen sogar, dass Kinder, die früh mit Allergenen in Kontakt kommen und auch einmal im Dreck spielen dürfen, später weniger oft Allergien haben.

Top 3 für gutes Essen 

  • Verzichten Sie nicht ohne triftigen Grund auf bestimmte Lebensmittel und schränken Sie insbesondere bei Kindern nichts vorsorglich ein.
  • Berücksichtigen Sie alle Nahrungsmittelgruppen.
  • Kombinieren Sie tierische und pflanzliche Lebensmittel.
Haben Sie’s gewusst?
JaNein
Ist Milch durch Pflanzendrinks ersetzbar?
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Das Angebot an Drinks aus Getreide, Nüssen und Soja ist gross geworden. Natürlich kann man sein Müesli mit Reisdrink mischen oder den Kartoffelstock mit Haferdrink zubereiten. Aus gesundheitlicher Sicht gibt es jedoch keine guten Gründe, Milch durch Pflanzendrinks auszutauschen. Sie liefern deutlich weniger Inhaltsstoffe, dafür viel Wasser und ein paar leere Kalorien – kosten aber beträchtlich mehr als Kuhmilch.

Schweizer Milch hingegen ist ein richtiges Nährstoffpaket und Naturprodukt; in heimischen Familienbetrieben produziert, auf kurzen Wegen transportiert und nur wenig verarbeitet. Skeptiker mögen meinen, Milch sei unnötig und für die Gesundheit belanglos, doch die Ernährungswissenschaft zeigt immer wieder das Gegenteil. Die Inhaltsstoffe der Milch sind perfekt aufeinander abgestimmt und ergänzen sich gegenseitig, behindern sich aber nicht.

Expertentipp

Im Grasland Schweiz ist die Milchwirtschaft standortgerecht und damit ökologisch sinnvoll. Milchersatzprodukte drängen sich nicht auf. Die meisten laktoseintoleranten Personen vertragen noch sehr viele Milchprodukte. Wo Ihre persönliche Verträglichkeitsgrenze liegt, testen Sie am besten zusammen mit Ihrer Ernährungsberaterin.

Top 3 für gutes Essen

  • Essen Sie regelmässig, nicht zu viel und nicht zu wenig.
  • Berücksichtigen Sie regionale, saisonale und einheimische Grundnahrungsmittel.
  • Wählen Sie bei einer Unverträglichkeit laktosearme Milchprodukte wie Käse oder laktosefreie Milch und Jogurt.
Haben Sie’s gewusst?
JaNein
Nehmen Allergien und Unverträglichkeiten zu?
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Es scheint, als leiden immer mehr Menschen an einer Unverträglichkeit oder Allergie gegenüber unseren Lebensmitteln. Tatsächlich ist eine Nahrungsmittelallergie nur bei 4 bis 8 Prozent der Bevölkerung nachgewiesen. Im Vergleich dazu sind 20 Prozent von einer Pollen- und Kontaktallergie betroffen.

Wer an einer Nahrungsmittelallergie leidet, reagiert am häufigsten auf Hasel- und Baumnüsse, Sellerie, Äpfel und Kiwi. Eine Allergie gegenüber dem Milcheiweiss kommt bei Erwachsenen nur selten vor. Wer nachweislich an einer Allergie leidet, der muss die entsprechenden Stoffe meiden. Alle anderen sollten sich nicht unnötig einschränken in ihrer Ernährung. Für die meisten sind Weizen, Milch und Co. kein Problem.

Expertentipp

Essen Sie bewusst statt unnötig zu verzichten. Die meisten Laktoseintoleranten vertragen sogar noch ein Glas Milch am Tag, besonders wenn die Milch in kleinen Portionen über den Tag verteilt und zusammen mit anderen Lebensmittelnm aufgenommen wird. Verzicht ist nur bei einer Allergie nötig. Bei einer Unverträglichkeit gilt es herauszufinden, welche Menge vertragen wird, ohne dass es zu Beschwerden kommt.

Top 3 bei Verdauungsbeschwerden

  • Suchen Sie eine Fachperson auf, wenn Sie ständig an Verdauungsbeschwerden leiden.
  • Passen Sie zusammen mit einer Ernährungsfachperson Ihre Ernährung an.
  • Essen und trinken Sie auch bei einer Allergie oder Unverträglichkeit abwechslungsreich, und meiden Sie nur die Lebensmittel, die bei Ihnen nachweislich zu einer Allergie oder Unverträglichkeit führen.
Haben Sie’s gewusst?
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Können Getreidedrinks und Co. die Kuhmilch ersetzen?
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In der industrialisierten Welt leben wir in einem Schlaraffenland. Essen und Trinken sind heute überall möglich – und zu jeder Tageszeit. Unsere Lebensmittel sind von guter Qualität. Es sollte uns gut gehen. Doch immer mehr Menschen verzichten aus unterschiedlichen Gründen auf bestimmte Lebensmittel oder suchen Ersatzprodukte.  

Drinks aus Getreide, Nüssen und Soja sind in den Regalen der Detailhändler längst etabliert. Der Geschmack ist für Kuhmilchtrinker sicher gewöhnungsbedürftig. Die meisten pflanzlichen Drinks lassen sich in der Küche verwenden wie Kuhmilch. Die Inhaltsstoffe unterscheiden sich aber enorm. Pflanzendrinks enthalten weniger Fett und Eiweiss als Kuhmilch, dafür aber mehr Kohlenhydrate und Zucker. Mit dem Kalziumgehalt von Kuhmilch können sie bei weitem nicht mithalten. 

Pflanzliche Drinks sind generell hoch verarbeitet: Bei ihrer Herstellung wird geschrotet, gewässert, gekocht, fermentiert, gesiebt, gefiltert, emulgiert, ultrahocherhitzt. Nur so erhalten sie die gewünschte Konsistenz und den Geschmack. Im Vergleich dazu ist Kuhmilch naturbelassen: Sie wird gemolken, pasteurisiert und homogenisiert.

Marianne Botta Diener, dipl. Lebensmittelingenieurin ETH: „Essen ist für viele Menschen zur Religion geworden. Dabei ist die ausgewogene Ernährung der Schlüssel zur Gesundheit“

Hilfreiche Tipps

  • Kochen Sie selbst und wählen Sie einheimische Grundnahrungsmittel
  • Die Ernährungspyramide ist die Basis einer ausgewogenen Ernährung
  • Geniessen Sie täglich drei Portionen Milch und Milchprodukte
Haben Sie’s gewusst?
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Ist Milch eine Kalziumräuberin?
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Kalzium ist ein wichtiger Bestandteil der Knochen. Rund 99% des gesamten Körperkalziums befinden sich in den Knochen. Bis zu 1000 mg werden jeden Tag ausgetauscht. Dafür muss die entsprechende Menge über die Nahrung aufgenommen werden. Sehr leicht geht dies mit täglich drei Portionen Milch und Milchprodukten.

Die These, dass das Eiweiss der Milch zu einem Säureüberschuss im Körper führt und zum Abpuffern Kalzium aus den Knochen zieht, bleibt ein Mythos. Die Eiweissaufnahme sorgt nicht dafür, dass die Knochendichte und der Mineralstoffgehalt abnehmen. Milch erhöht auch nicht das Risiko für Osteoporose und Knochenbrüche. 

Allerdings kann Milch auch nicht Osteoporose im Alter verhindern. Denn die Kalziumaufnahme ist nur einer von vielen Faktoren, die auf die Knochengesundheit wirken. Fakt ist aber: Wird genügend Kalzium bzw. Milch im Kindes- und Jugendalter (in Zeiten des Knochenaufbaus) aufgenommen, so hat dies einen positiven Einfluss auf die Knochenmasse und die Knochenmineraldichte.  

Hilfreiche Tipps

  • Konsumieren Sie täglich drei Portionen Milch und Milchprodukte
  • Essen Sie ausgewogen und abwechslungsreich
  • Bewegen Sie sich regelmässig im Freien
Haben Sie’s gewusst?
JaNein
Was kann man bei Laktoseintoleranz überhaupt noch essen?
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Laktoseintoleranz ist keine Erkrankung, sondern gehört zum normalen Alterungsprozess. Sie ist auch nicht mit der Milcheiweissallergie zu verwechseln. Die Produktion des Verdauungsenzyms Laktase lässt mit zunehmendem Alter nach. Wird nur noch sehr wenig Laktase gebildet und treten zusätzlich nach dem Verzehr laktosehaltiger Lebensmittel entsprechende Symptome auf, spricht man von einer Laktoseintoleranz.

Trotz Laktoseintoleranz können die meisten Betroffenen noch fast normal essen. Durch eine gezielte Ernährungsumstellung kann die individuelle Toleranzgrenze herausgefunden werden. Meist verursachen nur Milch, Buttermilch und Molke Beschwerden.

Werden Milchprodukte wie Jogurt, Mozzarella oder Feta während einer Mahlzeit gegessen, dann werden sie besser vertragen. Käse enthält keine Laktose mehr, da diese beim Käsen mit der Molke entfernt wird und die restliche Laktose bei der Lagerung durch Bakterien abgebaut wird.

Karin Allenbach, dipl. Ernährungsberaterin FH SVDE: „Bei einer Laktoseunverträglichkeit ist eine individuelle Beratung sinnvoll. Die meisten Betroffenen vertragen mehr Milchprodukte als erwartet.“

Hilfreiche Tipps

  • Käse enthält keinen Milchzucker und wird deshalb vertragen
  • Bei Jogurt muss die individuelle Toleranzgrenze ausgetestet werden
  • Milch kann durch laktosefreie Mich ersetzt werden
Haben Sie’s gewusst?
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Fehlt Erwachsenen ein Enzym für die Milchverdauung?
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Im Magen von Säuglingen wird die Milchverdauung durch das eiweissspaltende Enzym Gastricin eingeleitet. Diese Aufgabe übernimmt beim älteren Kind und bei Erwachsenen die Magensalzsäure; Gastricin wird nicht mehr gebildet.

Der Grund: Magensalzsäure ist eine sehr starke Säure und sie würde der zarten Magenschleimhaut des Säuglings schaden. Insgesamt wird Milcheiweiss fast zu 100 Prozent verwertet und zählt auch beim Erwachsenen zu den Proteinen mit der höchsten Verdaulichkeit.

Milcheiweiss sättigt gut und macht lange satt: Es hält den Blutzucker stabil und verhindert so Heisshunger. Zudem liefert es lebenswichtige Aminosäuren – kleinste Eiweissbausteine, so beispielsweise Leucin, das die Muskeln schützt, oder Tryptophan, das im Körper in Serotonin umgewandelt wird und so für gute Laune sorgt.

Hilfreiche Tipps

  • Täglich drei Milchportionen sind Teil einer ausgewogenen Ernährung
  • Bevorzugen Sie möglichst vollfette Naturprodukte ohne Zuckerzusatz
  • Dank der grossen Auswahl an Milchprodukten passen diese in jede Mahlzeit
Haben Sie’s gewusst?
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Kommen Nahrungsmittelallergien häufig vor?
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Allergien auf Nahrungsmittel treten viel seltener auf, als viele vermuten würden. Die häufigsten Allergien sind durch Pollen bedingt. Gegen Nahrungsmittel sind nur vier bis acht Prozent der Schweizer allergisch. 

Säuglinge und Kleinkinder sind vor allem auf Grundnahrungsmittel wie Eier, Milch, Nüsse, Soja oder Weizen allergisch. Häufig verliert sich aber die Allergie bis zum Schuleintritt wieder. Bei Erwachsenen sind es vor allem pollenassoziierte Nahrungsmittel, Fisch oder Schalentiere, die allergische Reaktionen hervorrufen. Bei einer Allergie gegenüber Pollen kann sich eine Kreuzreaktion gegen Früchte, Gemüse oder Nüsse entwickeln.

Eine Allergie ist nichts Banales und kann ernste Folgen haben. Deshalb sollte beim Verdacht auf eine Allergie unbedingt der Arzt aufgesucht werden. Denn eine sichere Abklärung der Symptome ist Voraussetzung für die richtige Behandlung. Von Selbsttests aus der Apotheke oder Eigendiagnosen wird abgeraten. Wird der Verdacht durch die ärztliche Diagnose bestätigt, so ist für die Anpassung der Ernährung eine enge Begleitung durch eine/n Ernährungsberater/in SVDE hilfreich. 

PD Dr. med. Kathrin Scherer Hofmeier, Abteilung Allergologie, Universitätsspital Basel: «Vermuten Sie, an einer Allergie zu leiden? Dann gehen Sie zum Arzt. Die Liste der möglichen Allergie und anderen Unverträglichkeiten ist lang – sehr lang.»

Hilfreiche Tipps 

  • Gehen Sie beim Verdacht auf eine Allergie zum Arzt und lassen Sie sich untersuchen.
  • Eine Fachperson hilft Ihnen bei der Ernährungsumstellung.
  • Essen Sie abwechslungsreich und ausgewogen.
  • Meiden Sie keine Nahrungsmittel aus Vorsicht.
Haben Sie’s gewusst?
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Verschleimt Milch den Körper?
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Ein hartnäckiger Irrglaube, der wissenschaftlich längst widerlegt werden konnte, ist die Milch-Verschleimungstheorie. Nach dieser soll Milch einen Film über die Schleimhäute des gesamten Körpers legen und so deren Durchlässigkeit stark behindern. Sogar für Atemwegserkrankungen wurde die Milch verantwortlich gemacht. 

Bei wissenschaftlichen Vergleichen von Kuhmilch und Sojadrink kam es zu gleichen Ergebnissen: Personen, die an die Verschleimungstheorie glauben, verspürten einen Überzug über Mund, Rachen und Zunge. Sie hatten das Bedürfnis, mehr zu schlucken und ihr Speichel fühlte sich zähflüssiger an.

Die Versuche zeigen, dass das Gefühl der Verschleimung nicht spezifisch auf die Milch zutrifft. Es kann auch durch andere Lebensmittel hervorgerufen werden – je nach dem, an was man glauben möchte. Der Fettgehalt der Milch und der typische Geschmack scheinen hier entscheidend zu sein.

Hilfreiche Tipps

  • Milch ist eine wichtige Quelle für Fett, Fettsäuren und die fettlöslichen Vitamine A, D und E. 
  • Drei Milchportionen am Tag decken den Kalziumbedarf zu zwei Dritteln.
  • Milch enthält hochwertiges, gut verdauliches Eiweiss. 
  • Dank der grossen Auswahl eignen sich Milchprodukte zu jeder Mahlzeit.
Haben Sie’s gewusst?
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Warum vertragen wir Milchprodukte?
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Milchprodukte gehören zu unseren Grundnahrungsmitteln. Schon seit Langem sind sie in der täglichen Ernährung fest verankert. Doch nicht immer war es uns vergönnt, Milch zu verdauen. Grundsätzlich geht die Fähigkeit, Milchzucker zu verdauen, nach dem Säuglingsalter verloren. Der Mensch wird laktoseintolerant - das gehört zum normalen Alterungsprozess und ist keine Krankheit.

Mit dem Aufkommen von Ackerbau und Viehzucht änderte sich auch das Nahrungsangebot und damit wiederum die Organe und der Stoffwechsel des Menschen. Vor etwa 7500 Jahren kam es zu einem günstigen Gendefekt: Der Körper lernte, den Milchzucker zu verdauen. 

Die Verträglichkeit von Milchzucker verbreitete sich rasch weiter. In Mitteleuropa liegt die Milchverträglichkeit bei Erwachsenen heute bei 60 %, in Südeuropa sind es 20 %. Dank dieses Gendefekts können wir heute Milch auch im Erwachsenenalter verdauen und ihre gesundheitlichen Vorzüge für uns nutzen.

Doreen Gille, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Agroscope Bern: «Laktoseintoleranz ist keine Krankheit, sondern gehört zum normalen Alterungsprozess. Fermentiere Milchprodukte wie zum Beispiel Käse können trotzdem ohne Probleme konsumiert werden.»

Hilfreiche Tipps 

  • Täglich sind drei Milchportionen empfehlenswert, zum Beispiel ein Glas (laktosefreie) Milch, ein Becher Jogurt und ein Stück Käse.
  • Laktosehaltige Produkte wie Frischkäse, Rahm, auch mal ein Dessert oder eine Kugel Glace, sind besser verträglich, wenn sie mit einer Mahlzeit gegessen werden.
  • Beschwerden treten nur dann auf, wenn die aufgenommene Milchzuckermenge grösser ist als die Laktasemenge, die der Körper produziert.
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Verursacht Milch Krebs?
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Krebs ist eine sehr komplexe Erkrankung, die von vielen verschiedenen Faktoren abhängt. Die Ernährung ist nur ein Faktor bei der Entstehung von Krebs – sie sollte aber dennoch nicht vernachlässigt werden. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) und der World Cancer Research Fund (WCRF) überprüft und bewertet regelmässig die veröffentlichte Literatur zu verschiedenen Krebsarten.

Dabei zeigt sich, dass der tägliche Verzehr von Milch und Milchprodukten das Risiko für Dickdarmkrebs nicht erhöht, sondern es verringern kann. Das Brustkrebsrisiko steigt ebenfalls nicht durch den Verzehr von Milchprodukten. Gewissen Inhaltsstoffen der Milch wie Kalzium, milchtypischen Fettstoffen und Proteinen werden sogar gewisse Schutzeffekte zugesprochen.

Zum Prostatakrebsrisiko durch Milchverzehr sind die Studienergebnisse nicht einheitlich. Ein unphysiologisch hoher Kalziumgehalt im Blut erhöht das Risiko. Allerdings ist unklar, ob dies mit einer hohen Kalziumaufnahme über die Nahrung zusammenhängt.

Hilfreiche Tipps

  • Essen und trinken Sie abwechslungsreich im Einklang mit der Ernährungspyramide.
  • Bewegen Sie sich ausreichend und regelmässig im Freien.
  • Pflegen Sie einen gesunden Lebensstil und verzichten Sie auf Genussmittel.
Haben Sie’s gewusst?
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Was macht eine Allergie aus?
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Allergien sind Überreaktionen des Abwehrsystems unseres Körpers. Das Immunsystem stuft eine eigentlich harmlose Substanz, zum Beispiel Pollen oder ein Nahrungseiweiss, als gefährlich ein und bekämpft sie wie einen Krankheitserreger.

Sogenannte Inhalationsallergien treten am häufigsten auf. Nahrungsmittelallergien sind dagegen sehr viel seltener. Trotzdem neigen viele Menschen mit ungeklärten gesundheitlichen Beschwerden dazu, ihre Nahrung dafür verantwortlich zu machen. Schnell ist von einer "Allergie" die Rede, obwohl oft nur eine Unverträglichkeit dahintersteckt.

Kinder sind wegen ihres noch nicht vollständig ausgereiften Immunsystems allergieanfälliger, bei ihnen ist die Chance jedoch gross, dass sie die meisten Lebensmittelallergien bis zum Jugendalter verlieren. Am häufigsten wachsen sich Allergien gegen Eier, Milch, Soja und Weizen aus. Gegen Fisch, Schalentiere, Nüsse und Erdnüsse hingegen bleibt die Allergie meist ein Leben lang bestehen.

Karin Stalder, Expertin aha! Allergiezentrum Schweiz: "Nahrungsmittelallergien sind nicht harmlos. Im Gegensatz zu Unverträglichkeiten ist Verzicht Pflicht."

Hilfreiche Tipps

  • Sie vermuten, von einer Allergie betroffen zu sein? Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
  • Machen Sie keine Selbsttests aus der Apotheke.
  • Schliessen Sie keine Lebensmittel prophylaktisch aus Ihrer Ernährung aus.
  • Zur Allergieprävention bei Säuglingen ist ein frühes Einführen von vermeintlichen Allergenen empfehlenswert.
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Schadet zu viel Eiweiss den Knochen?
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Eine eiweissreiche Ernährung erhöht die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm. Dies wiederum fördert die Kalziumausscheidung über den Urin - allerdings nur, wenn insgesamt nicht ausreichend Kalzium zur Verfügung steht.

Eine Ernährung, die arm an Gemüse und Obst und gleichzeitig sehr eiweiss- bzw. fleischlastig ist, ist grundsätzlich ungesund, nicht nur für die Knochen. Ist die Ernährung eiweiss- und kalziumreich, wird die erhöhte Kalziumausscheidung aufgefangen und es tritt kein negativer Effekt für die Knochen ein.

Eiweiss aus natürlichen Quellen ist für die Prävention von Osteoporose bedeutend. Gerade bei älteren Menschen wirkt tierisches Eiweiss dem Muskelabbau entgegen. Und leicht verdauliches Eiweiss wie beispielsweise das Molkeneiweiss ist für den Muskelaufbau vorteilhaft.

Hilfreiche Tipps

  • Essen und trinken Sie abwechslungsreich aus allen Stufen der Ernährungspyramide.
  • Kombinieren Sie tierisches Eiweiss mit reichlich Gemüse oder Früchten.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Kalzium- und Vitamin-D-Versorgung.
  • Kochen Sie selbst mit frischen Lebensmitteln aus der Region.
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Was macht eine Unverträglichkeit aus?
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Nicht allergische Unverträglichkeiten, sogenannte Intoleranzen, beruhen auf unterschiedlichen Mechanismen des Körpers. Beispielsweise kann ein Defekt eines Enzyms vorliegen. Das Immunsystem bleibt aber ausgeschlossen. Im Gegensatz zur Allergie können die Betroffenen eine individuelle Menge des Auslösers noch vertragen. Der Grundsatz lautet: reduzieren, aber nicht eliminieren.

Beispiele für eine Unverträglichkeit ist die Laktoseintoleranz, bei der der Milchzucker nicht mehr vollständig gespalten werden kann, oder die Fruktosemalabsorption, bei der das Transportsystem für den Nährstoff Fruchtzucker defekt ist. Ein Zuviel der Lebensmittelbestandteile kann zu Verdauungsbeschwerden führen.

Wer glaubt, bestimmte Lebensmittel nicht zu vertragen, sollte sich in ärztliche Behandlung begeben oder die Ernährungsberatung aufsuchen. Mit einer guten Strategie lernen Betroffene, ihre individuelle Verträglichkeit der entsprechenden Lebensmittel zu testen.

Prof. Dr. med. Roger Lauener, Chefarzt Ostschweizer Kinderspital St. Gallen: "Wer vermutet, ein Nahrungsmittel nicht zu vertragen, sollte seine Ärztin/seinen Arzt um Rat fragen. Abklärungen helfen, unnötige Diäten zu vermeiden."

Hilfreiche Tipps

  • Verzichten Sie nicht auf bestimmte Lebensmittel, sondern reduzieren Sie die Menge der Lebensmittel, die Beschwerden auslösen.
  • Lernen Sie Ihre individuelle Verträglichkeit mithilfe der Ernährungsberatung kennen.
  • Lebensmittel, die üblicherweise Beschwerden machen, werden als Teil einer Mahlzeit besser vertragen.
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Ist Milch nur für die Kälber?
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Das einzige Lebensmittel, das der Mensch von Natur aus selber produziert, ist die Muttermilch. Alles, was er sonst isst, nimmt er anderen weg. Weder der Apfelbaum, der Weizen noch das Huhn produzieren Äpfel, Weizenkörner und Eier zum Wohle des Menschen, sondern für die eigene Fortpflanzung.

Wenn wir das Argument, dass Menschen kein Anrecht auf die Milch von Tieren haben, konsequent anwenden wollten, müssten wir eingestehen, dass wir mit Ausnahme der Muttermilch auf keine weiteren Nahrungsmittel Anrecht hätten.

Als der Mensch vor rund 8'000 Jahren begonnen hat, Nutztier zu domestizieren und deren Milch zu trinken, brachte ihm das entscheidende Vorteile im Kampf ums Überleben. Denn mit Milch gab es fortan ein nährstoffreiches Lebensmittel, das nicht von Ernteausfällen betroffen ist.

Hilfreiche Tipps

  • Achten Sie auf die Herkunft von Lebensmitteln und bevorzugen Sie Schweizer Produkte.
  • Kaufen Sie nur so viele Nahrungsmittel, wie Sie tatsächlich verbrauchen.
  • Essen Sie sowohl tierische als auch pflanzliche Lebensmittel.
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Was ist eigentlich Glutensensitivität?
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Immer mehr Patientinnen und Patienten berichten nach dem Konsum von glutenhaltigen Lebensmitteln über Zöliakie-ähnliche Beschwerden, ohne dass der Arzt oder die Ärztin eine Zöliakie oder eine Weizenallergie nachweisen kann. Nach dem Ausschlussverfahren wird oft eine noch recht junge Form der Getreideunverträglichkeit festgestellt: die Nicht-Zöliakie-Glutensensitivität.

In der Regel kann den Betroffenen geholfen werden, wenn sie sich für einige Wochen streng glutenfrei ernähren. Noch ist nicht sicher, in welchem Mass diese Patientinnen und Patienten Gluten noch vertragen oder ob sie sich ein Leben lang glutenfrei ernähren müssen. Unbegründet sollte aber niemand auf Gluten verzichten.

Gluten - das Klebereiweiss des Getreides - kommt natürlicherweise in Getreide wie Weizen, Roggen oder Gerste und entsprechend auch in allen daraus hergestellten Produkten vor: Brot, Teigwaren oder Müesli. Aufgrund der guten Bindeeigenschaft des Glutens wird es aber auch in vielen verarbeiteten Produkten eingesetzt.

Karin Stalder, Stv. Leiterin Fachdienstleistungen, aha! Allergiezentrum Schweiz: "Glutenfrei zu essen, ist eine Herausforderung - zu Hause und im Restaurant. Um unnötige Einschränkungen zu vermeiden, empfehlen wir, eine Zöliakie oder Glutensensitivität ärztlich abklären zu lassen und mithilfe einer Ernährungsberatung einen ausgewogenen, gesunden Ernährungsplan zusammenzustellen."

Hilfreiche Tipps 

  • Verzichten Sie nicht unbegründet auf Gluten und Getreideprodukte.
  • Bevorzugen Sie Grundnahrungsmittel und kochen Sie selbst.
  • Glutenfreie Produkte können bei einer Unverträglichkeit eine Alternative sein.
  • Reduzieren Sie den Konsum von Halbfertig- und Fertigprodukten. 
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Schützt Milch vor Osteoporose?
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Milch schützt tatsächlich nicht vor Osteoporose. Diese Krankheit ist durch viele Faktoren, unter anderem unsere Erbanlagen, bedingt und lässt sich durch eine kalziumreiche Ernährung nicht verhindern. 

Tatsache ist jedoch, dass Knochenmasse nur mit Kalzium aufgebaut werden kann und dass auch die Knochenfestigkeit massgeblich davon abhängt. Der Grundstein dazu wird in der Kindheit gelegt. Lebenslang hat eine gesunde Ernährung vorbeugende Wirkung. Genügend Milch gehört auch dazu. 

Es gibt bis heute mehr wissenschaftliche Studien, die einen positiven Effekt von Milch auf den Knochenaufbau und auf die Knochenfestigkeit festgestellt haben, als solche mit einem gegenteiligen oder neutralen Resultat.

Hilfreiche Tipps

  • Essen und trinken Sie täglich ausgewogen mit genügend Eiweiss und Kalzium.
  • Betreiben Sie regelmässig knochen- und muskelstärkende Sportarten.
  • Tanken Sie Vitamin D durch Sonnenlicht.
  • Geniessen Sie Koffein und Alkohol nur minimal dosiert und verzichten Sie aufs Rauchen. 
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Kann Fructose die Ursache für Bauchschmerzen sein?
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Bei Verdauungsbeschwerden nach dem Essen wird oft vorschnell vermutet, dass Milchprodukte die Übeltäter sind. Die tatsächliche Ursache für Bauchweh, Blähungen oder Durchfall können aber ganz unterschiedliche Auslöser haben und erst nach einem gründlichen Arztcheck bestimmt werden.

Fruktose – auch als Fruchtzucker bekannt – hat beispielsweise einen gesunden Ruf, kann aber bei einer Unverträglichkeit unangenehm im Darm werden. Natürlicherweise kommt Fruktose in Früchten, Gemüse und Honig vor. Diese Nahrungsmittel sind jedoch nicht das Problem.

Auch in der industriellen Lebensmittelverarbeitung wird Fruktose eingesetzt. Wer oft verarbeitete Produkte wie Ketchup, Getreideriegel, Limonade oder auch kalorienreduzierte Produkte konsumiert, nimmt schnell grosse Mengen Fruchtzucker zu sich. Kann der Dünndarm diese Mengen an Fruktose nur teilweise oder gar nicht verwerten, gelangen sie in den Dickdarm und verursachen die typischen Beschwerden.  

Maria Caputo, dipl. Ernährungsberaterin HF: "Beim Verdacht auf eine Nahrungsmittelunverträglichkeit sollten Sie nicht auf eigene Faust Obst, Milch oder Getreide vom Speiseplan streichen, sondern den Arzt oder eine Ernährungsfachperson mit FH- oder HF-Abschluss aufsuchen."

Hilfreiche Tipps

  • Bevorzugen Sie Grundnahrungsmittel und kochen Sie selbst.
  • Reduzieren Sie Halbfertig- und Fertigprodukte.
  • Meiden Sie Produkte mit besonders hohem Fruktosegehalt wie Fruchtsaft, Trockenfrüchte, diätetische oder zuckerfreie Produkte.
  • Lesen Sie die Zutatenlisten.
Haben Sie’s gewusst?
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Gibt es bessere Kalziumquellen als Milch?
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Es gibt Nahrungsmittel, die pro 100 Gramm mehr Kalzium enthalten als Milch. Aber: 100g Sesamsamen pro Tag mag niemand essen, 100g Jogurt hingegen schon.

Gemüse wie Broccoli, Spinat oder Grünkohl, Nüsse, Samen, Soja- und Algenprodukte sind Nahrungsmittel, welche die meisten von uns nicht täglich und in ausreichender Menge konsumieren wollen. Zudem wird Kalzium aus pflanzlichen Nahrungsmitteln schlechter aufgenommen als aus der Milch.

Wir müssten jeden Tag mehr als ein Kilogramm grünes Gemüse und 100g Sesamsamen essen, um die nötige Menge Kalzium aufzunehmen. Mit drei Portionen Milch und Milchprodukten geht das wesentlich einfacher und die grosse Nährstoffvielfalt insgesamt trägt viel zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung bei.

Hilfreiche Tipps

  • Konsumieren Sie täglich drei Portionen Milch und Milchprodukte.
  • Essen und trinken Sie täglich ausgewogen und vielfältig.
  • Bewegen Sie sich ausreichend, am besten draussen und bei Sonnenschein.
Haben Sie’s gewusst?
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