Unsere Kühe

Wunderwerk Kuhmagen

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Unsere Kühe

Wunderwerk Kuhmagen

Wiesenfutter zu verdauen ist kein leichtes Unterfangen – für Menschen wäre es gar unmöglich. Mit vier Mägen können unsere Kühe jedoch wahre Wunder vollbringen.

Erstmal bunkern

Wenn eine Kuh frisst, schluckt sie das abgeweidete Gras zunächst fast unzerkaut. Es gelangt in den Pansen, den ersten von vier Mägen. Er fasst bis zu 200 Liter Gras und Wasser. In der Wärme des Magens fängt die Mischung an zu gären. Das ist reinste Fleissarbeit vieler Milliarden von Bakterien und Mikroorganismen. Ungefähr sieben Kilo davon sind in einem Pansen konstant damit beschäftigt, die wertvollen Nährstoffe der Schweizer Wiesen aufzuspalten und für die Verdauung vorzubereiten.

Mit vier Mägen können Kühe Wunder vollbringen.

Mit vier Mägen können Kühe Wunder vollbringen.

Milliardenfache Fleissarbeit

Bakterien verrichten die eigentliche Wunderleistung. Denn ein Grossteil der Nahrung einer Milchkuh besteht aus Zellulose, die von Menschen nicht verdaut werden kann. Bakterien gelingt es jedoch, diese Rohfaser aufzubrechen und zu Essigsäure umzuwandeln. Diese kann auch von der Kuh verstoffwechselt werden. Auch Eiweisse und Kohlenhydrate werden von Bakterien abgebaut. Aus ihnen produzieren Bakterien Proprionsäure, Buttersäure oder auch unentbehrliche Aminosäuren. Was würde Lovely nur ohne so tatkräftige Unterstützung machen?

Insgesamt produziert eine Kuh fast 200 Liter Speichel am Tag.

Immer wieder kauen

Aber auch die Kuh ist nicht untätig. Die vorgegärte Masse wird im Netzmagen zu kleinen Futterklössen geformt. Sie werden durch die Speiseröhre zurückgestossen, um noch einmal ordentlich durchgekaut zu werden. So wird das Tier zum Wiederkäuer. Das Futter wird zermahlt, der Speichelfluss angeregt. Insgesamt produziert eine Kuh fast 200 Liter Speichel am Tag - für die Kuh lebenswichtig. Denn die stark alkalische Flüssigkeit sorgt dafür, dass der Pansen nicht übersäuert und die Bakterien weiter gut arbeiten können. Kuhhalter achten daher darauf, dass die Kühe immer genug zum Kauen haben - damit der Speichel fliesst und die Kuh verdauen kann.

Unsere Umwelt

Das essen unsere Milchkühe.

Die eigentliche Verdauung

Der gut durchgekaute Nahrungsbrei gelangt schliesslich in den Blättermagen, in dem ihm das Wasser wieder entzogen wird. Von dort geht es weiter in den vierten und letzten Magen, den Labmagen. Er hat die gleiche Aufgabe, wie auch der Magen des Menschen. Hier tötet die Magensäure die Bakterien ab, verdaut sie und löst die verbliebenen Nahrungsbestandteile gänzlich auf.

Auf den Labmagen folgen ganze 50 Meter Dünndarm. Hier werden die Nährstoffe weiter zersetzt und in den Blutkreislauf aufgenommen. Von hier ist es nicht mehr weit in den Euter, in dem aus den aufgenommenen Nährstoffen die Milch produziert wird.

Ein Grossteil der Nahrung einer Milchkuh besteht aus Zellulose.

Ein Grossteil der Nahrung einer Milchkuh besteht aus Zellulose.

Zurück auf die Wiese

Im Dickdarm geht es in die Endverarbeitung. Im Gegensatz zum Dünndarm leben hier wieder viele Bakterien, die über alle noch verbliebenen Nährstoffe herfallen. Im Vergleich zu den anderen Verdauungstrakten nimmt die Kuh hier jedoch nur wenige Nährstoffe auf. Dafür entzieht der Dickdarm dem Nahrungsbrei Flüssigkeit und produziert das, was als Kuhfladen auf der Wiese landet.

Ein Kuhfladen ist jedoch keineswegs Abfall. Ganz im Gegenteil: Gülle ist eine wichtige Nährstoffquelle für die Pflanzen auf der Wiese. So kommen die Nährstoffe zurück dahin, wo die Kuh sie vorher abgegrast hat.

Unsere Umwelt

Schweizer Nährstoffe, veredelt