Di­rekt­ver­mark­tungMilch verkaufen

Wie vermarkte ich Milch und Milchprodukte vom Hof direkt an Konsumentinnen und Konsumenten? Für den Direktverkauf von Milch und Milchprodukten ist es wichtig, einen genügend grossen Kundenstamm zu gewinnen, damit der Direktverkauf auch wirtschaftlich wird.

Vor­aus­set­zun­gen für die Di­rekt­ver­mark­tung

Direktvermarktung von Milch.

Direktvermarktung ermöglicht einzelnen Bauernfamilien, einen grösseren Anteil des Konsumentenfrankens auf dem Betrieb mit Bereitstellungs- oder Verarbeitungsleistungen sowie Verkaufsleistungen selber zu erwirtschaften. Dazu braucht es aber gute lokale Marktkenntnisse und entsprechende Organisation. Für den Direktverkauf von Milch und Milchprodukten ist es wichtig, einen genügend grossen Kundenstamm zu gewinnen, damit der Direktverkauf auch wirtschaftlich wird. Der Standort des Betriebs und einwandfreie, korrekt deklarierte Produkte sind wichtig. Rohmilch darf nicht als direkt konsumierbar angepriesen werden. Die Abgabestelle ist verpflichtet, über die Haltbarkeit und die Aufbewahrungsbedingungen von Rohmilch zu informieren.

Über­blick An­for­de­run­gen für die Di­rekt­ver­mark­tung:

Milch­men­gen auf­zeich­nen und melden

Als Direktvermarkter gelten Produzenten, die auf ihrem Betrieb produzierte Milch oder daraus selber hergestellte Produkte direkt an Konsumenten verkaufen. Die Direktvermarktung von Milch und Milchprodukten sowie der Milchankauf sind meldepflichtig (Art. 43 Landwirtschaftsgesetz sowie  Artikel 7 bis 11 der Milchpreisstützungsverordnung). Direktvermarkter müssen die betreffenden Milchmengen täglich in kg aufzeichnen und monatlich der TSM Treuhand GmbH melden. Die Daten werden für statistische Zwecke verwendet.

Fach­in­for­ma­tio­nen

Laden Sie nachstehend Fachinformationen herunter. Die Inhalte werden periodisch ergänzt.

Quelle: die grüne, 1-2014

Der norddeutsche Landwirt und Milchverarbeiter Hans-Hinrich Kruse stel lt als einziger in Deutschland frische Milchprodukte her, die den jüdischen Speisevorschriften entsprechen. Nicht der Inhalt ist anders, sondern das Verfahren, wie man melkt und die Milch verarbeitet.

Quelle: die grüne, 24-2013

Für eine erfolgreiche Direktvermarktung müssen viele Rahmenbedingungen stimmen. Vor allem müssen auch die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden. Diese sind sehr vielfältig. Am wichtigsten sind die Rückverfolgbarkeit, die Produkteanschrift sowie die baulichen Massnahmen.

Quelle: Landfreund, 10-2013

Seit 15 Jahren vermarkten Martin und Elsbeth Pfister aus Uster (ZH) die Milch von 80 Kühen selbst. So gelingt es ihnen, die Wertschöpfung zu erhöhen.

Quelle: dlz Schweiz, 10-2011

Wer in eine mengenmässig bedeutsame direkte Vermarktung
von Milch einsteigt, muss sein Verhältnis zum bisherigen Abnehmer klären, da die meisten Milchkaufverträge Direktvermarktung nur in kleinem Rahmen zulassen.

Quelle: UFA-Revue, 2-2011

Der Erfolg einer Hofmolkerei hängt nicht nur von betriebswirtschaftlichen Faktoren ab, entscheidend sind auch die Aufteilung der anstehenden Arbeiten, die Vermarktung der Produkte und das Einhalten der bestehenden Vorschriften. Sind alle Voraussetzungen erfüllt und stimmt die Qualität, kann durch eine Hofmolkerei die Wertschöpfung auf dem Betrieb erhöht werden.

Quelle: die grüne, 5-2011

Direktvermarktung kann lukrativ sein. Sie ist aber keine Lösung für die ganze Landwirtschaft! Diesen Betriebszweig sollen nur Familien aufnehmen, die sich als Dienstleister fühlen und gern Kundenkontakte pflegen. Und sehr wichtig: Es muss genügend Zeit vorhanden sein.

Quelle: ART, Oktober 2010

Die Anzahl der Betriebe, die sich entschieden haben, Direktverkauf in grösserem Stil (mehr als CHF 10'000.- Umsatz) zu betreiben, ist trotz Zunahme im Laufe der Jahre mit rund 5% gering. Auch im Vergleich zu anderweitig verkauften landwirtschaftlichen Produkten hat der Direktverkauf eine eher kleine Bedeutung. Bezüglich des Erfolgs zeigt sich, dass die Verkehrsmilch- und Mutterkuhbetriebe
mit Direktverkauf keinen Einkommensvorteil gegenüber ihren Kolleginnen und Kollegen erreichen können. Die Verkehrsmilchbetriebe erzielen im Mittel zwar eine höhere Rohleistung, sie haben auf der anderen Seite aber auch höhere Fremdkosten. Dies ist mit einem grösseren Einsatz an Angestellten und weiteren Inputs erklärbar.
Aus der Untersuchung folgt, dass eine generelle Empfehlung für oder gegen den Direktverkauf nicht ausgesprochen werden kann. Sind jedoch die Voraussetzungen für den Einstieg in den Direktverkauf gegeben (Kundennähe, Fähigkeit und Neigung der Betriebsleiterfamilie, unternehmerisches
Denken und Handeln), so ist dieser Betriebszweig durchaus eine gute Möglichkeit, den Betrieb weiterzuentwickeln.

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