Welt

Die weltweiten Entwicklungen beeinflussen die schweizerische Milchwirtschaft auch. Internationale Organisationen weisen darauf hin, dass genügend Lebensmittel zu haben, keine Selbstverständlichkeit ist.

Be­zie­hun­gen zur WTO

Lebensmittel wie Milch sind lebensnotwendig.

Die Welthandelsorganisation WTO (World Trade Organisation) wurde erst 1995 gegründet. Die rund 150 Mitgliedsländer haben mehrere internationale Abkommen geschlossen, um den weltweiten Handel mit Gütern und Dienstleistungen zu erleichtern. Für die Landwirtschaft bedeutend ist das Allgemeine Zoll- und Handelsabkommen (GATT, General Agreement on Tarifs and Trade), welches die Regeln über Zollschranken, Marktöffnung und Marktstützungen vorgibt. Im Abkommen zum Schutz des geistigen Eigentums soll neu die Verwendung von geschützten Ursprungsbezeichnungen für Landwirtschaftsprodukte wie Käse, Fleisch oder Wein international geregelt werden.

Mit dem Abschluss des GATT, im Jahr 1995 fand die sieben Jahre dauernde Uruguay-Verhandlungsrunde ihren Abschluss. In dieser Runde wurde erstmals die Landwirtschaft in die weltweite Liberalisierung der Märkte einbezogen. Nachdem 1999 bereits der Auftakt zur so genannten "Milleniumsrunde" in Seattle gescheitert war, wird seit November 2001 am Umfang und an den Modalitäten für den nächsten Abbauschritt geplant. Diese laufende Doha-Runde wurde im Wüstenstaat Katar eröffnet und trägt deshalb den Namen der Stadt, wo sich die WTO-Minister zur Aufnahme der Verhandlungen trafen.

Die Do­ha-Run­de

In der Doha-Runde geht es wie zuvor in der Uruguay-Runde wiederum um Liberalisierungsschritte in der Landwirtschaft. Die Verhandlungsachsen bleiben die gleichen: weitere Marktöffnung durch Abbau von Zöllen sowie Abbau von handelsverzerrenden Massnahmen wie Inlandstützung und Exportsubventionen. Die Minister haben sich inzwischen darauf geeinigt, dass die Exportsubventionen ganz zu streichen sind. Der Abbau in den beiden anderen Bereichen ist noch offen. Der Verhandlungsverlauf lässt jedoch Schlimmstes befürchten.

Die Uru­gu­ay-Run­de

Liberalisierungsschritte in der Landwirtschaft.

Die Schweizer Landwirtschaft musste innerhalb von sechs Jahren die Zölle auf Landwirtschaftsprodukte um 36%, die Inlandstützungen um 20% sowie die Exportsubventionen um 21% abbauen. Durch diese Marktöffnung und den Abbau der Marktstützung verloren die Schweizer Landwirte rund 2 Milliarden Franken Markterlös pro Jahr. Die im Gegenzug erhöhten Direktzahlungen vermochten die Erlöseinbusse nie auszugleichen.

Be­zie­hun­gen zur OECD

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) wurde 1960 gegründet und hat 30 Mitglieder. Die OECD hat zum Ziel, die Wirtschaftspolitik ihrer Mitglieder zu stärken, und vergleicht deshalb regelmässig die Wirtschaft der einzelnen Länder, untersucht die Wirksamkeit der Massnahmen und gibt Reformempfehlungen ab. Trotz der tief greifenden Agrarreformen erhält die Schweizer Landwirtschaftspolitik von der OECD unverändert regelmässig schlechte Noten.

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