Kon­su­men­tenMarkt­ak­teu­re & Struk­tu­ren

Viele Konsumentinnen und Konsumenten haben bestimmte Einkaufs- und Konsumgewohnheiten. Dank Innovationen und Importen wächst die Lebensmittelvielfalt ständig. Ebenso die Kaufkraft: Nur noch 7% der Haushaltausgaben entfallen auf Lebensmittel.

Moderne Kon­su­men­ten sind ku­li­na­ri­sche Cha­mä­le­ons

Abwechslungsreich und gesund, aber auch einfach und schnell: Die Ansprüche an die Ernährung sind sehr unterschiedlich.

Die typische Konsumentin und den typischen Konsumenten gibt es kaum mehr. Wo die Kunden Könige sind, hängen die täglichen Einkaufs- und Konsumgewohnheiten immer mehr von Lust und Laune des Individuums ab. Heute billig, morgen edel. Heute bürgerlich, morgen asiatisch. Heute Fast Food, morgen Feinkost. Die Konsumentinnen und Konsumenten sind Chamäleons, die längst mehrere Konsumtrends nebeneinander zu ihrer Gewohnheit gemacht haben.

Ein­flüs­se auf die Nachfrage

Trotzdem gibt es Faktoren, welche das Einkaufsverhalten und damit die Nachfrage nach Nahrungsmitteln insgesamt beeinflussen. Wichtige Einflussgrössen sind beispielsweise:

  • Bevölkerungsstruktur: Anzahl Einwohner, Anteil Frauen und Männer, Altersstruktur, Herkunft der ausländischen Wohnbevölkerung
  • Haushaltsstruktur: durchschnittliche Haushaltsgrösse, Kinder pro Haushalt, Single-Haushalte
  • Konjunktur: Erwerbstätigenquote, verfügbare Haushaltseinkommen, Kaufkraft, Konsumentenstimmung

Pensionierte haben ein ganz anderes Konsumverhalten als Studenten, Grosshaushalte ein anderes als Single-Haushalte. In Haushalten mit kleinem Budget ist preisbewusstes Einkaufen eine absolute Notwendigkeit. Die einen gehen shoppen und machen so Einkaufen zum Erlebnis, während andere die Besorgungen in möglichst kurzer Zeit erledigen wollen. Und mit E-Commerce lassen sich auch immer mehr Menschen die Einkäufe direkt nach Hause liefern.

Innovationen der inländischen Lebensmittelhersteller und die aus aller Welt importierten Produkte schaffen ein Lebensmittelangebot, das so vielfältig ist wie noch nie zuvor. Ob die Konsumentinnen und Konsumenten jedoch darauf ansprechen, hängt von ihrem Einkaufs- und Konsumverhalten ab. Das Marktforschungsinstitut Nielsen beispielsweise unterscheidet für den Supermarkt folgende vier Käufertypen:

  • Autopiloten: greifen schnell zu und gehen weiter
  • Vielfaltsuchende: schauen nach neuen Geschmacksrichtungen und Formaten
  • Buzz-Typen: sind empfänglich für anregende Werbung ("buzz" heisst auf Englisch "Begeisterung")
  • Schnäppchen-Jäger: halten Ausschau nach Preisnachlässen und Aktionspreisen

Hohe Kaufkraft in der Schweiz

Die Kaufkraft in der Schweiz ist sehr hoch. Für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke müssen in der Schweiz durchschnittlich nur noch 7% des Haushaltseinkommens aufgewendet werden. Die Kaufkraftstatistik der UBS zeigt denn auch deutlich, dass mit einem Stundenlohn nirgendwo auf der Welt mehr Käse und Milch gekauft werden kann als in Zürich.

Immer mehr kon­su­mie­ren ausser Haus

Milchprodukte werden nicht ausschliesslich zu Hause im Privathaushalt konsumiert. Auch Grossverbraucher wie Hotels, Restaurants, Kantinen, Spitäler und Take-aways verkaufen die Lebensmittel an die Konsumentinnen und Konsumenten. Weiter ist auch die Lebensmittelindustrie ein guter Kunde, wie am Beispiel der Butter deutlich wird: Über die Hälfte der Butter wird in der Lebensmittelindustrie weiterverarbeitet, beispielsweise zu schmackhaften Buttergipfeln oder anderen Backwaren.

Pro-Kopf-Kon­sum

Jede Person konsumiert jährlich gegen 400 Kilogramm Milch in Form von verschiedensten Milchprodukten. Dabei wird nur gut ein Viertel als Konsummilch oder Milchgetränk konsumiert. Etwa die Hälfte der Milch konsumieren Herr und Frau Schweizer als Käse. Denn um ein Kilogramm Käse herzustellen, braucht es dafür je nach Käsesorte zwischen 7 bis 13 Kilogramm Milch.

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