Publikationen08.11.2019

Beitrag in Bauernzeitung: Super Alpkäse sind ein Renner

Obwohl weniger Milch auf Alpen gemolken wird, gibt es mehr Alpkäse. Und die Qualität stimmt.

Die Alpkäseproduktion lag im Jahr 2006 bei 4‘729 Tonnen und ist bis zum Jahr 2018 auf 5‘482 d.h. um 16 Prozent angestiegen. In diesen zwölf Jahren ist parallel dazu die Alpmilchproduktion um 6 Prozent gesunken. Das geht nur, weil der  Anteil der verkästen Alpmilch überproportional gestiegen ist. Die Alpkäseverarbeitung liegt also im Trend. Die guten Absatzzahlen zeigen, dass die Anstrengungen in der Qualitätssicherung und bei der Absatzförderung Wirkung zeigen.

Der Sommer 2018 war von grosser Trockenheit geprägt. Vor allem an südexponierten Hanglagen, verbrannte das Gras regelrecht. Die Armee flog Wasser gratis auf Alpen und vor allem in der Ostschweiz traten die Tiere frühzeitig den Weg ins Tal an. Die Produktion von Alpkäse habe auf manchen Alpen gelitten, hiess es damals. Darum wurde in einzelnen Regionen eine Produktionsabnahme vorausgesagt. Diese Prognosen haben sich gemäss der Auswertung der TSM, welche jeweils erst im Folgejahr zur Verfügung steht, nicht bestätigt. Die Alpmilch- und Alpkäseproduktion lagen im 2018 sogar mehr als 3 Prozent höher als im Jahr 2017! Wie müssen wir diese Diskrepanz zwischen Prognose und den aufgearbeiteten Fakten interpretieren? Ich gehe davon aus, dass der gute Saisonstart und der starke Futterwuchs auf den feuchten und schattigen Weiden dazu beigetragen haben die Minderproduktion an den Südhängen zu kompensieren. Hinzu kommt, dass die Produktion in der ersten Saisonhälfte, wo die Trockenheit noch nicht so präsent war, stärker ins Gewicht gefallen ist, als diejenige im Spätsommer.

Die Alpsaison begann in diesem Jahr ungefähr zwei Wochen später, weil auf den Alpweiden bis weit in den Juni Schnee lag. Die Produzenten brauchten im Frühling vorerst Geduld, wurden danach aber mit einer fast perfekten Alpsaison belohnt, welche mit viel Sonne, regelmässigen Niederschlägen und ohne Kälteeinbrüche in die Geschichte eingehen wird. Die goldigen und warmen Spätsommer- und Herbsttage erleichterten zudem die Abschlussarbeiten auf der Alp. Sennerin Jessica Rinnerthaler umschreibt im Blogbeitrag auf www.alpgeschichten.ch ihr Wunschwetter wie folgt: "Tagsüber schön und warm. – weil Guschti kontrollieren bei Sonne einfach ein Wahnsinn ist! Und in der Nacht es schöns Rägeli, dass man das Gras nur so wachsen hört, die Kühe gewaschen sind und sich die Quellen wieder füllen." Für den Sommer 2019 wird daher eine ähnliche Alpkäsemenge erwartet wie 2018.

Neben der Menge interessiert natürlich auch die Qualität des Alpkäses. "Unser Alpkäse hat eine Goldauszeichnung gewonnen und unser Knoblauchmutschli eine in Silber", schreibt Melanie Hertner von der Alp Fasons. Sie hat ihren Alpkäse im nahen österreichischen Galtür zur Bewertung eingereicht und ist mit ihrem Team stolz auf die Anerkennung. Neben den Taxierungen und Prämierungen in den Regionen war auch dieses Jahr die Alpkäse-Prämierung an der Olma mit insgesamt 198 eingereichten Käsen in fünf Kategorien ein Höhepunkt. Dass die Qualität stimmt zeigt sich unter anderem darin, dass der Umsatz am Olma-Verkaufstand gegenüber 2018 um 8 Prozent zugenommen hat. Vermehrt lassen sich Konsumenten in der Ostschweiz, neben dem bekannten Halbhartkäse, auch für extraharten Hobelkäse begeistern.

Der Markt hat sich in den letzten Jahren eingependelt. Sowohl auf Stufe Handel als auch in der Direktvermarktung bleiben die Preise stabil. Die temporären und regulären Listungen im Detailhandel sowie positive Rückmeldungen aus Konsumentenbefragungen machen Freude und sind für uns eine Bestätigung, dass insbesondere die langjährigen Anstrengungen in der Absatzförderung langsam Früchte tragen.

Martin Rüegsegger ist Geschäftsführer der Dachmarke Schweizer Alpkäse

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