Medienmitteilung – Milchpolitik

Agro­scope-Leis­tun­gen für CH-Milch­wirt­schaft sichern

22.05.2018 – Der Vorstand der Schweizer Milchproduzenten SMP hat die neue Agroscope Chefin Eva Reinhard eingeladen, über die Zukunft der landwirtschaftlichen Forschung in der Schweiz zu informieren. Agroscope erbringt für die milchwirtschaftliche Praxis und die Gesellschaft Leistungen, welche nicht einfach im Ausland eingekauft werden können und einen wichtigen Bestandteil der Swissness darstellen. Diese Leistungen sind aus nationaler Sicht wichtiger als einzelne Standorte und müssen gesichert bleiben. Der SMP-Vorstand fordert den Bundesrat unmissverständlich auf, dafür zu sorgen, dass Agroscope weiterhin praxisnahe Forschung betreibt und umsetzbare Lösungen für die Milchwirtschaft erarbeitet. Dazu braucht es finanzielle Mittel. Die SMP ist bereit, aktiv an der Neugestaltung von Agroscope mitzuarbeiten. Langfristig zentral sind die Leistungen.

Um mit den ständig neuen Anforderungen an die Milchproduktion umgehen zu können, sind die Schweizer Milchproduzenten auf praxisnahe Forschungsresultate von Agroscope angewiesen. Bis heute hat dies in der Milchwirtschaft gut funktioniert. Darum erstaunte die Kommunikation, das Budget von Agroscope zu kürzen. Der Vorstand liess sich von der neuen Agroscope-Chefin Eva Reinhard und dem Geschäftsleitungsmitglied Nadja El Benni direkt informieren. Die Ausrichtung wurde im SMP-Vorstand mehrheitlich mit Applaus quittiert.

Grips statt Gips
Agroscope hat mit knapp 50 Millionen Franken hohe Infrastrukturkosten, welche in erster Linie auf die vielen Standorte in teure Immobilien zurückzuführen sind. Dies führte dazu, dass in den letzten Jahren Einsparungen durch Sparmassnahmen bei Projekten umgesetzt wurden. Der SMP-Vorstand ist sich aber im Klaren, dass erfolgreiche Forschung nur mit qualifiziertem Personal möglich ist und fordert die Agroscope-Führung auf, alles daran zu setzen, dass die Gelder nicht in der teuren Infrastruktur "versanden". Der SMP-Vorstand hat von der Aroscope-Führung entgegen genommen, dass genau dies das Ziel des Umbaus ist: Ein ergebnisorientierter Mitteleinsatz.

Umbau von Agroscope betrifft die Privatisierung der Kulturenreproduktion nicht
Seit einem Jahr ist die Milchbranche geschlossen bereit, die Kulturenproduktion zu privatisieren und die Pflege der Kulturenstammsammlung sicherzustellen. Die SMP hat die Erwartungshaltung signalisiert, dass dieses Projekt zügig umgesetzt werden soll.

Milch muss auch in Zukunft in der Agroscope-Forschung ein grosses Gewicht haben

Nadja El Benni zeigte auf, dass von den aktuell 17 strategischen Agroscope-Forschungsfeldern die Milch bei 8 direkt oder indirekt profitiert. Das zeigt, dass der Milch ein angemessener Stellenwert zugesprochen wird. Im Prozess der Restrukturierung wird ein externer Projektausschuss der Agroscope-Leitung unterstützend zur Seite stehen. Dieser Ausschuss wird es in der Hand haben, dass der Stellenwert der Milch in der Landwirtschaft auch in der zukünftigen landwirtschaftlichen Forschung berücksichtigt wird. Die SMP sieht es als ihre Aufgabe und Pflicht an, die Interessen für die Milch in diesem Prozess zu wahren.

Direkter Zugang zur Forschung ist für Milchwirtschaft zentral
Im Gegensatz zu anderen Branchen wurde im Liebefeld vor über 100 Jahren ein einmaliges Beratungsnetzwerk für die Milchwirtschaft eingesetzt. Die Berater haben dabei direkt Zugang zu den Forschungsergebnissen. Damit wird gewährleistet, dass praxisrelevante Forschung betrieben und die Resultate umgehend an die Betriebe weitergeleitet werden. Auch hier gilt es wie in der Agrarpolitik: Die heutigen Stärken sind für die Zukunft zu stärken.

Weitere Aus­künf­te

Reto Burkhardt
079 285 51 01

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