Medienmitteilung – Milchmarkt

Schweizer Kühe fressen vor allem Raufutter und ver­zich­ten gerne auf all­fäl­li­ge Palmfette im Milch­vieh­fut­ter

29.05.2017 – Die Schweiz ist ein Raufutterland. Gras und Raufutter sind das natürlichste Futter für die Milchkuh und zudem für die menschliche Ernährung nicht direkt nutzbar. Aus diesem Grund ist es für die Organisation der Schweizer Milchproduzenten SMP zentral, dass Schweizer Milch prioritär aus einheimischem Gras und Raufutter hergestellt wird. Palmöl oder Palmfett ist im Milchviehfutter eine Randerscheinung und könnte mit einheimischem Rapsöl ersetzt werden.

Gegenüber dem umliegenden Ausland fressen in der Schweiz Milchkühe primär Raufutter. Mindestens 80 Prozent der Schweizer Milch stammen aus Gras und weiterem Raufutter, welches für die menschliche Ernährung nicht direkt nutzbar ist. Die Priorität bei der Michviehfütterung liegt also in der Schweiz sehr, sehr deutlich beim Raufutter und das soll aus Sicht der Schweizer Milchproduzenten auch in Zukunft so sein. Der Einsatz von Milchviehfutter zur bedarfsgerechten Ernährung der Milchkühe hat ergänzenden Charakter

Palmfett und Palmöl unter der Lupe

Alle gehandelten Futtermittel sind in der Schweiz amtlich kontrolliert und müssen zugelassen werden. Im Focus der aktuellen Diskussion steht das Palmfett und Palmöl in der Tierernährung, auch wenn dies gesetzlich höchst konform ist. Palmfett findet Verwendung im Schweine-, Hühner-, Kälber- und ebenfalls im Milchviehfutter. Knapp 5‘000 Tonnen werden zurzeit für diesen Zweck importiert. Davon geht rund ein Drittel bis die Hälfte ins Milchviehfutter (Schätzung: 1‘500 – 2‘500 t). Der Einsatz von Palmfett im Milchviehfutter ist insgesamt, wenn überhaupt enthalten, mit 2 bis 4% eine Randerscheinung, welche zudem eine klar sinkende Tendenz aufweist. Aber für das Image ist das nicht förderlich. Fütterungstechnisch lässt sich damit weniger als ein Prozent (!) der Schweizer Milchmenge begründen. Die Grundfutterqualität ist eine entscheidende Grösse. Im Weiteren bietet sich für die Mischfutterhersteller als einheimischer Ersatz bspw. Schweizer Raps im Milchviehfutter an. Von den rund 32‘000 Tonnen direkt in die Schweiz importierten Palmöle (2015) geht der grösste Teil in die Lebensmittelindustrie. Dazu kommt eine mehrfache Menge, welche zudem zusätzlich in verarbeiteter Form als Fertigprodukte (Tarif.-Nr. 15.. – 22..; Backwaren, Schokolade, Schokolade-Brotaufstrich, Glaces etc.) importiert und konsumiert wird.

Deklaration ist gesetzlich geregelt
Die Deklaration der Zusammensetzung der Mischfuttermittel ist in der Schweiz gesetzlich klar geregelt. So müssen in einem Mischfuttermittel die Einzelfuttermittel in absteigender Reihenfolge nach Gewichtsprozent auf dem Futtersack oder dem Lieferdokument angegeben werden. Bei pflanzlichen Ölen und Fetten ist auch die Pflanzenart anzugeben. Somit ist Palmöl und Palmfett, wenn enthalten, auch zu deklarieren.

Weitere Aus­künf­te

Reto Burkhardt
Leiter Kommunikation SMP
079 285 51 01

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