Medienmitteilung – Milchpolitik

Milch­pro­du­zen­ten stellen sich der Dis­kus­si­on

11.05.2016 – An seiner Sitzung vom 11. Mai 2016 hat sich der Vorstand der Schweizer Milchproduzenten SMP eingehend mit der äusserst schwierigen und angespannten Lage auf dem Molkereimilchmarkt befasst. Dies geschah insbesondere im Hinblick auf den angekündigten Milchgipfel vom 27. Mai. Schwerpunkte sind einerseits die Massnahmen in der Politik und andererseits die Möglichkeiten auf dem Markt.

Der SMP-Vorstand hat die desolate Lage und die unerfreulichen Perspektiven, die für viele Molkereimilchproduktionsbetriebe zunehmend existenzbedrohende Ausmasse annehmen, eingehend besprochen. Vor diesem Hintergrund nimmt der SMP-Vorstand die Kritik, die in letzter Zeit aus verschiedenen Regionen auch gegenüber den Aktivitäten der SMP gekommen ist, sehr ernst. Er wird weiterhin alles daran setzen, umsetzbare Handlungsmöglichkeiten aufzunehmen.

Bewährtes weiterführen
Folgende Massnahmen werden als wirkungsvoll eingestuft und sollen weiter geführt werden:

  • Die SMP führt regelmässige Treffen mit der obersten Spitze des Schweizer Bauernverbandes (SBV) durch. Dabei stellen wir fest, dass Massnahmen nur umsetzbar sind, wenn geeintes Auftreten sichergestellt wird. Fragen und kritische Feststellungen aus den Kreisen der Mitglieder des SBV zum Milchmarkt konnten so geklärt und die politischen Forderungen aufeinander abgestimmt werden.
  • Die SMP setzt sich im Rahmen der BO-Milch strikte für die Umsetzung der beschlossenen Segmentierung ein. Entscheide der Sanktionskommission der BO-Milch führen nun zu Korrekturen, wo dies gemäss den Reglementen notwendig ist.
  • Die saisonale Marktentlastung über die Massnahmen von der LactoFama AG läuft noch bis Ende Mai planmässig weiter. Über diese Massnahmen werden rund 4‘000 Tonnen Butteräquivalente sofort exportiert. Weitere Massnahmen der Vermarktungsorganisationen sind allerdings aufgrund der Absatzsituation zusätzlich notwendig (beispielsweise freiwilliger Lieferverzicht etc.).
  • Bei der Nachfolgeregelung zum "Schoggigesetz" stösst die auf der Basis eines SMP-Vorschlages erarbeitete Umsetzungslösung auf breite Anerkennung und hat gute Chancen, umgesetzt zu werden. Diese Arbeiten sind konsequent weiterzuführen.
  • Die 2015 sehr erfolgreiche Sondermassnahme "Swiss Milk Inside" wird diesen Sommer soweit möglich in reduziertem Rahmen erneut durchgeführt. 

Milchgipfel als flankierende Massnahme
Der SMP-Vorstand ist sich einig, dass eine nachhaltige Verbesserung der Situation bei der Molkereimilch nur mit Massnahmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette erreicht werden kann. Aus diesem Grund organisiert die SMP, zusammen mit dem SBV und der Branchenorganisation Milch, am 27. Mai 2016 auf dem Berner Hausberg Gurten ein Gipfeltreffen der Vertreter aller Akteure der Wertschöpfungskette Milch und des Bundes. Ziel ist es, von allen Anwesenden ein klares Bekenntnis zum Produktionsstandort Schweiz und zum Qualitätsprodukt Schweizer Milch zu erhalten. Dieses Bekenntnis soll eine wichtige Basis für die künftige Zusammenarbeit unter den Branchenpartnern sein, aber ebenso für die Forderungen zu den politischen Rahmenbedingungen, damit der Produktionsstandort Schweiz gesichert werden kann.

Aktuell stehen die folgenden Forderungen im Zentrum:

  • Konkrete Ausgestaltung der Nachfolgeregelung für das "Schoggigesetz" im Landwirtschaftsgesetz, das die Interessen der Schweizer Milchwirtschaft und der Milchproduzenten gebührend berücksichtigt.
  • Erhöhung der RAUS-Beiträge durch eine Umlagerung von unverhältnismässigen Ökoabgeltungen in eine nachhaltige Tierhaltung sowie Anpassung des Programms.
  • Verbesserung der Attraktivität des GMF-Programmes, indem mehr einheimisches Raufutter (zum Beispiel auch Ganzpflanzenmais) in der Ration berücksichtigt wird.
  • Rascher Abbau von unnötigen kostensteigernden und bürokratischen Regelungen und Vorschriften.

Weitere Aus­künf­te

Hanspeter Kern
Präsident
079 418 52 16

Kurt Nüesch
Direktor
079 661 41 59

Diese Me­di­en­mit­tei­lung zum Her­un­ter­la­den

Milchproduzenten stellen sich der Diskussion (PDF, 81 KB)
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