Medienmitteilung – Milchpolitik

Es braucht wei­ter­ge­hen­de Kor­rek­tu­renStel­lung­nah­me der SMP zum Agrar­pa­ket 2016

07.04.2016 – Unter den Vorschlägen des Bundesamts für Landwirtschaft im landwirtschaftlichen Verordnungspaket 2016 sind kaum substanzielle Verbesserungen für die Betriebe zu finden. Die Organisation der Schweizer Milchproduzenten SMP fordert, dass die Mängel und Fehlanreize insbesondere bei den Direktzahlungen rasch korrigiert werden und damit auf die schwierige Situation der Bauernfamilien reagiert wird.

Die Schweizer Milchproduzenten, die sich wirtschaftlich in einer äusserst prekären Situation befinden, fordern weitergehende Korrekturen bei den Verordnungen zur Agrarpolitik und der Ausgestaltung der Direktzahlungen sowie den Verzicht auf jegliche weitere Kürzungen bei den finanziellen Mitteln für die Landwirtschaft (siehe Stellungnahme der SMP zur Vernehmlassung Zahlungsrahmen 2018-2021 und zur Vernehmlassung Stabilisierungsprogramm 2017-2019).

Die Bauernfamilien brauchen und erwarten eine rasche Verbesserung der politischen Rahmenbedingungen. Das gilt insbesondere für die Milchproduzenten, die wegen der internationalen Entwicklung der Märkte und dem Wechselkurs des Euro zum Franken unter gewaltigem Druck stehen.

Die zentralen Forderungen bei den Direktzahlungen und weiteren Regelungen sind:

  • Biodiversitätsbeiträge: Reduktion der Ansätze bei diversen Biodiversitätsbeiträgen der Qualitätsstufe 1 sowie weitergehende Begrenzung der beitragsberechtigten Fläche je Betrieb. Damit ist die einseitige und unverhältnismässig hohe Abgeltung von Leistungen, die mit sehr geringem Aufwand zu erbringen sind, zu korrigieren. Die Mittel sind in die Tierwohlprogramme insbesondere für RAUS umzulagern.
  • BTS und RAUS-Programme: Weiterentwicklung des RAUS-Programms für Raufutterverzehrer in ein 2-stufiges Programm; Standardprogramm mit "Auslauf ins Grüne" (Stufe 1) und Weidehaltung "Plus" (Stufe 2), sowie Erhöhung der Beitragssätze für Raufutterverzehrer. Damit ist der Entwicklung der Betriebe Rechnung zu tragen und das Tierwohl nachhaltig zu fördern.
  • Graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion, GMF: Anpassung des Programms in Richtung eines Raufutterprogramms und administrativer Vereinfachung.
  • Ressourceneffizienzbeiträge: Harmonisierung der Massnahmen, administrativ möglichst einfach ausgestalten und abwickeln. Es sollen keine neuen Vorschriften erlassen werden.
  • Landschaftsqualitätsbeiträge: Teilweise sehr fragwürdige Massnahmen einschränken und die Beitragsansätze gegebenenfalls reduzieren. Es dürfen keinesfalls mehr Mittel für diese Massnahme eingesetzt werden. Der kantonale Plafond muss unverändert und unbefristet weitergeführt werden. Die Kantone sind anzuhalten, die Mittel zielgerichtet einzusetzen.
  • Administration und Kontrollen: Weitergehende Korrekturen zur Entlastung der Betriebe. Die Kontrollen für GUB/GGA sind koordiniert mit den übrigen Kontrollen der landwirtschaftlichen Betriebe durchzuführen und der Datenaustausch mit den Käse-Sortenorganisationen muss sichergestellt werden.

Die vorgeschlagene Ausdehnung der Marktbeobachtung auf die Produktionsmittel (Dünger, Pflanzenschutz, Saatgut, usw.) wird von der SMP ausdrücklich begrüsst. Eine erhöhte Markttransparenz kann einen Beitrag zur Kostenreduktion leisten.

Im Rahmen des Projekts administrative Vereinfachung wurde betont, dass vermehrt die "Gute Landwirtschaftliche Praxis" statt detaillierte Regelungen als Grundsatz gelten sollen. Das heisst insbesondere, dass den Landwirten mehr Vertrauen entgegengebracht wird und mehr Eigenverantwortung übertragen wird. Dies haben die heute gut ausgebildeten Landwirte auch verdient. Die immer detaillierteren Regelungen stehen im Gegensatz zu diesem Grundsatz. Das bedeutet weg vom heutigen Negativsystem und hin zu einem Positivsystem mit Nachhaltigkeitsindikatoren, welche auch die unterschiedliche wirtschaftliche Situation der Produktionszweige, auch aufgrund des aktuell unterschiedlichen Grenzschutzes und der Perspektiven, umfasst.

Die SMP erwartet rasche und konkrete Korrekturen.

Die Stellungnahme der SMP finden Sie unter
www.swissmilk.ch/de/produzenten/milchpolitik/stellungnahmen-der-smp.html.

Weitere Aus­künf­te

Kurt Nüesch
Direktor
031 359 52 11
079 661 41 59

Thomas Reinhard
Projektleiter
031 359 54 82

Diese Me­di­en­mit­tei­lung zum Her­un­ter­la­den

Es braucht weitergehende Korrekturen (PDF, 111 KB)
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