Medienmitteilung – Milchmarkt

Die Milch­kri­se wird einseitig auf dem Buckel der Milch­pro­du­zen­ten aus­ge­tra­gen!

22.03.2016 – Die BO Milch hat die Senkung des A-Richtpreises unter der Bedingung beschlossen, dass die Preise nicht noch weiter gesenkt werden, wo sie bereits unter den 65 Rappen liegen. Dank diesem Eckwert ist der Beschluss zustande gekommen. Es gibt Signale, dass einzelne Verarbeiter und Detailhändler ihr Wort nicht halten. Bereits wurden Preissenkungen angekündet! Die SMP fordert Detailhändler und Verarbeiter in aller Deutlichkeit auf, die Spielregeln einzuhalten!

Die Situation für die Schweizer Milchproduzenten spitzt sich dramatisch zu. Bereits jetzt kommunizieren einzelne Milchkäufer, dass die Richtpreissenkung voll umgesetzt und an die Milchproduzenten weiter gegeben wird. Aufgrund des Druckes aus der Verarbeitung und dem Detailhandel wurden vielerorts Senkungen um mehrere Rappen angekündet. Es zeigt sich deutlich, dass die Milchkrise vorwiegend auf dem Buckel der Milchproduzenten und ihren Familien ausgetragen wird. Diese kommen zunehmend an existenzielle Grenzen.

Die Wertschöpfung kann nur gemeinsam in der Schweiz gehalten werden
Die SMP hat ihre Mitglieder aufgerufen, die Milchmenge zu drosseln. Viele Produzenten sind der Aufforderung gefolgt und es zeigen sich erste Anzeichen, dass die Massnahme Wirkung zeigt. Zudem finanzieren die ZMP zusammen mit aaremilch und Emmi temporär Minderlieferungen. Damit hat die Produzentenseite der BO Milch versucht, den Druck auf den Markt zu mindern. Die Detailhändler und die Verarbeiter müssen nun endlich Farbe zum Standort Schweiz bekennen, ihre Verantwortung übernehmen und die bereits tiefen Preise nicht noch weiter senken!

Nachhaltige Nutztierhaltung stärken
Die internationale Situation wird sich nicht rasch ändern. Daher wird die SMP in den kommenden Wochen ihren Forderungskatalog in die Stellungnahme zum Agrarpaket 2016 einfliessen lassen und entsprechende politische Vorstösse prüfen. Zentrale Forderungen sind: Die Verschiebung der reinen Ökobeiträge ohne Wertschöpfung hin zu einer nachhaltigen Tierhaltung, wobei die BTS/RAUS-Beiträge erhöht werden müssen. Zweitens soll das Programm Graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion GMF, so wie ursprünglich angedacht, in ein Programm für Raufutterbasierte Milch- und Fleischproduktion umgewandelt werden, damit die gesamte Wertschöpfung in der Schweiz bleibt.

Weitere Aus­künf­te

Hanspeter Kern
Präsident
079 418 52 16

Kurt Nüesch
Direktor
079 661 41 59

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