Medienmitteilung – Milchpolitik

Stel­lung­nah­me der SMP zum Agrar­pa­ket Herbst 2015Es braucht wei­ter­ge­hen­de Kor­rek­tu­ren

19.06.2015 – Die im Agrarpaket Herbst 2015 vorgeschlagenen Änderungen gehen insgesamt in die richtige Richtung, es braucht aber weitergehende Korrekturen. Die Schweizer Milchproduzenten teilen die schöngefärbten Einschätzungen des Bundesamtes für Landwirtschaft zur Agrarpolitik 2014 – 2017 von dieser Woche nicht. Für Milchproduzenten, die massive Einbussen bei den Direktzahlungen erlitten haben, sind sie sogar ein Affront.

Mit der Aufhebung der Wechselkursuntergrenze zum Euro und dem Einbruch der Milchpreise hat sich die Lage für einen Grossteil der Milchbetriebe weiter drastisch verschärft. Neben den daraus resultierenden Erlöseinbussen müssen Tausende von Milchproduzenten den Verlust von 5'000, 10'000 oder mehr Franken bei den Direktzahlungen verkraften. Die Folgen der Aufhebung der Wechselkursuntergrenze zum Euro auf die Landwirtschaft und insbesondere auch auf die Milchproduzenten werden klein geredet oder gar verschwiegen. Um diese zu korrigieren oder zumindest abzufedern, braucht es weitergehende Korrekturen, als im Agrarpaket Herbst 2015 vorgeschlagen. Auch die im Rahmen der Anhörung vorgeschlagenen Massnahmen zur administrativen Vereinfachung sind ungenügend und die Mehrheit von ihnen reduziert die Komplexität und den administrativen Aufwand der Landwirtschaftsbetriebe nicht oder nur marginal.

Die SMP verlangt zusammen mit dem Schweizer Bauernverband im Rahmen der Anhörung konkrete Massnahmen zur Vereinfachung der Programme, Massnahmen und Vorschriften und zur Reduktion des administrativen Aufwandes, die den Landwirten effektive Erleichterungen bringen.

Beim Programm "Graslandbasierte Milch und Fleischproduktion" (GMF) gibt es Zielkonflikte und Umsetzungsprobleme. Einseitige Rationen mit Wiesen- und Weidefutter können negative Auswirkungen auf das Tierwohl und die Milch- und Fleischqualität haben.

Die Schweizer Milchproduzenten SMP fordern insbesondere folgende Korrekturen:

  • Das aktuelle Minimum von 0.25 SAK für den Bezug von Direktzahlungen ist beizubehalten. Auch ein Faktor von mindestens 0.3 SAK wäre im Talgebiet angemessen.
  • Die Begrenzung der Biodiversitätsbeiträge auf die Hälfte der Fläche eines Betriebes begrüsst die SMP ausdrücklich; ebenso die vorgeschlagene Reduktion der Ansätze bei den extensiv genutzten Flächen, die sich allein schon aufgrund der veränderten Situation nach der Aufhebung der Wechselkursuntergrenze zum Euro aufdrängt.
  • Ganzpflanzenmais und Futterrüben sollen bei der Bilanz für GMF angerechnet werden können; die Umsetzung und die Kontrollen sind zu vereinfachen.
  • Der bestehende Spielraum zur Anpassung der Zollansätze bei den Agrareinfuhrregelungen ist zu nutzen, um die neue Wechselkurssituation abzufedern.
  • Die Beiträge für besonders tierfreundliche Stallhaltungssysteme (BTS) und für regelmässigen Auslauf im Freien (RAUS) sind angemessen zu erhöhen.


Die Korrekturen sind rasch umzusetzen.

Die Stellungnahme der SMP finden Sie auf
www.swissmilk.ch/de/produzenten/milchpolitik/stellungnahmen-der-smp.html

Weitere Aus­künf­te

Kurt Nüesch
Direktor SMP
031 359 52 11
079 661 41 59

Thomas Reinhard
Projektleiter SMP
031 359 54 82

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Stellungnahme der SMP zum Agrarpaket Herbst 2015 (PDF, 73 KB)
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