Medienmitteilung – Milchproduktion

Mass­nah­men für besondere Situation sind dringendVorstand SMP Januar 2015

27.01.2015 – Der Vorstand der Schweizer Milchproduzenten SMP hat sich mit den kurz- und mittelfristigen Folgen der Höherbewertung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro und anderen Währungen auseinandergesetzt. Für den SMP-Vorstand hat es höchste Priorität, dass in der Branche Massnahmen ergriffen werden, um unnötige Preissenkungen und Wertschöpfungsverluste auf dem Schweizer Markt zu verhindern. Es geht dabei auch um die Existenz von vielen Milchproduktionsbetrieben. Die Milchproduzenten erwarten vom Schweizer Detailhandel – auch ausserhalb der TV-Spots – ein reales Bekenntnis zur Schweizer Landwirtschaft und zum Werkplatz Schweiz. Vom Eidgenössischen Finanzdepartement braucht es nun, wie in der Budgetdebatte für 2015 versprochen, eine rasche Anpassung der Erstattungsansätze sowie einen Nachtragskredit für das „Schoggigesetz“.

Die Freigabe der Frankenuntergrenze gegenüber dem Euro hat auf dem Schweizer Milchmarkt eine neue Wettbewerbssituation mit zum Teil dramatischen Auswirkungen hervorgerufen. Ohne geschlossenes Auftreten der Milchproduzenten, der Vermarktungsorganisationen und der gesamten Branche droht eine massive Wertschöpfungsvernichtung für die Schweizer Milchwirtschaft. Die Schweizer Milchproduzenten SMP werden alles unternehmen, um möglichen Schaden zu minimieren.

Kurzfristig geht es darum, dass die politischen Versprechen anlässlich der Budgetdebatte 2015 nun zeitgerecht eingelöst werden und der Erstattungssatz beim Export von verarbeiteten landwirtschaftlichen Produkten auf 85 Prozent erhöht sowie ein Nachtragskredit I zur Aufstockung des bestehenden Kredites gewährt werden. Der beschlossene Kredit reicht unabhängig von der aktuellen Währungssituation nicht aus. Die aktuellen Wechselkursverhältnisse verschärfen jedoch das Ungleichgewicht noch zusätzlich. Im Weiteren engagiert sich die SMP innerhalb der Milchbranche, zusätzliche Gegenmassnahmen für die rein wechselkursbedingten Auswirkungen der aktuellen Krise zu finden. Die Massnahmen und Forderungen werden zurzeit konkretisiert.

Dabei gilt es wiederholt in Erinnerung zu rufen, dass der Schweizer Milchmarkt wie kein anderer Sektor der Schweizer Landwirtschaft durch das Käseabkommen mit der EU (Bilaterale I) dem direkten Wettbewerb ausgesetzt ist. Zudem weist die Schweizer Milchwirtschaft als einziger Sektor der Schweizer Landwirtschaft einen hohen Exportanteil aus.

Die Wechselkurssituation verschlechtert die Wettbewerbsfähigkeit der Milchpro-duktion in der Schweiz massiv. Diesem Zusammenhang trägt die aktuelle Agrarpolitik 2014-17 in keiner Art und Weise Rechnung. Die Situation verdeutlicht, dass der aktuelle Wechselkurs einen Kurswechsel notwendig macht, damit die Milchwirtschaft in der Schweiz den heutigen Stellenwert beibehalten kann.

Weitere Aus­künf­te:

Hanspeter Kern
Präsident
079 418 52 16

Kurt Nüesch
Direktor
079 661 41 59

Stephan Hagenbuch
Stv. Direktor, Kommunikation
stefan.hagenbuch@swissmilk.ch
079 292 97 52

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