Medienmitteilung – Milchmarkt

Richt­preis­sen­kung in­ak­zep­ta­bel und nicht ge­recht­fer­tigtAustritt der SMP aus der BO Milch

27.09.2011 – Der Vorstand der Schweizer Milchproduzenten ist ungehalten über die in der BO Milch beschlossene Richtpreissenkung. Diese ist vom Markt her nicht gerechtfertigt und bei der aktuellen Einkommenssituation der Milchproduzenten unhaltbar. Damit geht Wertschöpfung verloren, ohne dass der Markt wirklich entlastet wird. Vor diesem Hintergrund hat der SMP-Vorstand heute einstimmig den Austritt aus der aktuellen BO Milch beschlossen. Er ist jedoch überzeugt, dass es eine gute Zusammenarbeit in der Branche braucht und wird sich für den Aufbau von neuen, funktionierenden Strukturen einsetzen.

Die Situation auf dem schweizerischen Milchmarkt ist für die Bauernfamilien, trotz ansprechender europäischer und internationaler Marktlage, seit einiger Zeit äusserst angespannt. Unter dem permanenten Druck der Butterlager erbringen die Milchproduzenten zusätzliche finanzielle Sonderleistungen zur Stabilisierung der Marktlage. Emmentaler-Milchproduzenten haben rückwirkende Milchpreise von teilweise unter 50 Rp. hinzunehmen; dies ohne erkennbare Aussichten auf Besserung.

Gleichzeitig beschliesst die Branchenorganisation Milch (BO Milch) zwar die Umsetzung von weiteren Marktstabilisierungsmassnahmen, welche zu 100 Prozent durch die Milchproduzenten bezahlt werden und senkt den Richtpreis um 4.0 Rappen. Den Milchproduzenten ist die jüngste Entwicklung heute nicht erklärbar:

  • Der relevante Richtpreisindex ist seit der letzten Fixierung einzig um 1.3 Rappen gesunken und seit der vorletzten Festlegung sogar um 0.8 Rappen gestiegen. Gleichzeitig wurde die preisrelevante Segmentierung bei den Milchproduzenten laufend angepasst.
  • Ohne stabilisierende Effekte ist die Finanzierung der Marktentlastungen durch die Milchproduzenten nicht nachvollziehbar.
  • Die statutarische Zielsetzung der BO Milch, die Wertschöpfung der Branche zu fördern, wird so als reine Worthülse missbraucht.
  • Der vorgeschlagene Marktentlastungsmechanismus bietet heute ungenügende Sicherheit, dass mit den Mitteln effektiv eine ausreichende Butterlagerentlastung stattfinden kann.
  • Wenn durch grundsätzlich verantwortungsbewusste Marktpartner auch in geringen Mengen Butter importiert wird, sendet dies verfehlte Signale aus.


Vor diesem Hintergrund, der von den Milchproduzenten als Überreaktion und teilweise als Provokation empfunden wird, hat der Vorstand der Schweizer Milchproduzenten heute folgende vier Punkte einstimmig beschlossen:

  • Die SMP tritt aus der aktuellen BO Milch aus. Die SMP ist überzeugt, dass es eine gute Zusammenarbeit in der Branche braucht und ist bereit, neue funktionierende Strukturen auszuhandeln.
  • Die SMP deponiert vertragskonform das Mandat zum Inkasso der Entlastungsfonds und engagiert sich gleichzeitig mit den betroffenen Verarbeitern bei der Suche nach funktionierenden Alternativlösungen zur Marktentlastung.
  • Die SMP fordert vom Bund die Allgemeinverbindlichkeit für Marktentlastungsmassnahmen, die an der SMP-Delegiertenversammlung vom 9. November 2011 zu beschliessen sind. Die SMP behält sich alternative Verwertungen für die Mengen vor, die zuviel auf dem Markt sind.
  • Die SMP behält sich jegliche Massnahmen vor, wenn die in der BO Milch beschlossenen Preissenkungen effektiv umgesetzt werden.

Peter Gfeller, Vizepräsident der BO Milch, hat heute den sofortigen Rücktritt aus dem Vorstand der BO Milch mitgeteilt.

 

Aus­künf­te

Peter Gfeller
Präsident SMP
Mobile 079 335 09 73
E-Mail peter.gfeller@swismilk.ch

Albert Rösti
Direktor SMP
Telefon 031 359 52 11 /  Mobile 079 255 88 56
E-Mail albert.roesti@swissmilk.ch

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