Medienmitteilung – SMP

De­le­gier­ten­ver­samm­lung SMPRe­so­lu­ti­on fordert BO Milch ultimativ zum Handeln auf

21.04.2010 – Der Milchpreis ist weiterhin unter Druck. Die Verantwortung dafür tragen jene Marktakteure in der Branchenorganisation Milch, die keinen Willen zeigen, die vereinbarten Instrumente richtig anzuwenden und die gefällten Beschlüsse auch umzusetzen. Diesen Vollzugsmissstand will die Organisation Schweizer Milchproduzenten SMP beheben. Die SMP-Delegiertenversammlung verabschiedete deshalb am 21. April 2010 mit überwältigendem Mehr eine Resolution an die Branchenorganisation Milch, die damit ultimativ zum raschen Handeln aufgefordert wird.

In den vergangenen Monaten, seit der Gründung der Branchenorganisation Milch (BO Milch) Ende November 2009, war es in der öffentlichen Wahrnehmung um den Milchmarkt vergleichsweise ruhig. Doch dieser Schein trügt. An der Delegiertenversammlung der Schweizer Milchproduzenten SMP vom 21. April 2010 in Bern stellte SMP-Präsident Peter Gfeller fest, dass die BO Milch die ihr zugedachten Aufgaben bisher nur mangelhaft erfüllt hat. Die SMP habe grosse Hoffnung in die BO Milch gesetzt, damit endlich die für alle Marktakteure notwendige Marktstabilität erreicht werden könne. „Zu viele Akteure in der BO Milch zeigten bisher keinen klaren Willen, die vereinbarten Instrumente richtig anzuwenden und die gefassten Beschlüsse umzusetzen“, zog Gfeller eine ernüchternde Bilanz. „Wir brauchen aber eine starke BO Milch und fordern dies“.

Milch­pro­du­zen­ten bezahlen die Zeche

Was läuft aus Sicht der Milchproduzenten denn falsch? Die Lage am Milchmarkt kann mit drei Punkten wie folgt zusammengefasst werden:

  • Die Jahresmilchproduktion ist seit 2008 um rund 160'000 Tonnen Milch zu hoch. Dies entspricht 8‘000 Tonnen Butter. Dieses Überangebot drückt auf den Milchpreis, ohne dass die tieferen Milchpreise eine Entlastung auf dem Markt bewirken.
  • Die Branchenorganisation Milch hat den bisher gefällten Beschluss zur Entlastung des Milchmarktes, 62 Millionen Kilogramm Milch in Form von Milchpulver und Butter zu exportieren, nicht vollzogen. Dies muss nun rasch passieren.
  • Die wirtschaftliche Situation der Milchproduzenten ist alarmierend. Der durchschnittliche Arbeitsverdienst lag im Jahr 2008 mit hohen Milchpreisen bei rund 15 Franken pro Arbeitsstunde. Der Preiskampf der Detailhändler, Milchverarbeiter und Milchverkaufsorganisationen wird auf dem Buckel der Milchproduzenten ausgetragen.

SMP-De­le­gier­te ver­ab­schie­den Re­so­lu­ti­on an die BO Milch

Um die Branchenorganisation Milch auf Ihre Aufgabe zu verpflichten hat die Delegiertenversammlung der SMP mit grossem Mehr eine Resolution verabschiedet, in welcher der Vorstand der Branchenorganisation Milch ultimativ zum Handeln aufgefordert wird. Die Resolution umfasst folgende Punkte (die Resolution im Wortlaut ist als Anhang beigefügt):

  • Erstens: Die SMP fordert von der Branchenorganisation Milch, alle Massnahmen darauf auszurichten, dass eine weitere Senkung des Molkereimilchpreises verhindert wird.
  • Zweitens: Die bereits beschlossene Abräumung ist sofort, bis spätestens Mitte Mai, umzusetzen, und der Mengenindex ist auf 93 Prozent zu reduzieren, um die Vertragsmenge den effektiven Absatzmöglichkeiten anzupassen.
  • Drittens: Die Beschlüsse der Branchenorganisation Milch müssen konsequent umgesetzt werden und deshalb der Vollzug verstärkt werden.

Er­satz­wah­len

Die Delegiertenversammlung wählte für zurückgetretene Vorstandsmitglieder und Suppleanten folgende Personen:

  • Fritz Wyss, Landwirt, Wengi b. Büren, als Vorstandmitglied für die Lobag (ersetzt Hansruedi Scheuner).
  • Max Stalder, Visp, Vizepräsident WMV, als Suppleant für den Wallliser Milchverband WMV (ersetzt Urs Guntern).
  • Gianmarco Fattorini, Geschäftsführer FTPL, San Antonino, als Suppleant für die Federazione ticinese di produttori di latte FTPL.

Aus­künf­te

Peter Gfeller
Präsident SMP
Mobile 079 335 09 73
E-Mail peter.gfeller@swissmilk.ch

Albert Rösti
Direktor SMP
Telefon 031 359 52 11 / Mobile 079 255 88 56
E-Mail albert.roesti@swissmilk.ch
 
Christoph Grosjean-Sommer
Kommunikation Wirtschft + Politik
Telefon 031 359 53 18 / Mobile 079 645 81 36
E-Mail christoph.grosjean@swissmilk.ch

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