ch sign

Er­näh­rungKluger Genuss statt Verzicht

Milchzucker, die sogenannte Laktose, wird nicht von allen problemlos vertragen. Doch Laktoseintoleranz ist meistens kein Grund, Milch und Milchprodukte zu streichen: Auf die richtige Wahl und Menge kommt es an.

Bauchweh nach Milch und Milch­pro­duk­ten?

Wertvolle Lieferanten von Nährstoffen – auch bei Laktoseintoleranz.

Wenn Sie nach dem Genuss von Milch und Milchprodukten unter Blähungen, Koliken, Bauchschmerzen oder Durchfall leiden, fehlt Ihnen möglicherweise das Enzym Laktase für die Verdauung des Milchzuckers – die Ursache der sogenannten Laktoseintoleranz.

Habe ich eine Lak­to­s­ein­to­le­ranz?

Bei den meisten Betroffenen stellt man fest, dass sie eine gewisse Menge an Laktose durchaus vertragen. Vor allem, wenn sie zusammen mit anderen Nahrungsmitteln und über mehrere Mahlzeiten verteilt aufgenommen wird. Ein Atemtest bei Ihrem Hausarzt zeigt Ihnen, wie stark oder schwach Ihre Laktoseintoleranz ausgeprägt ist. Bioresonanz oder im Handel frei erhältliche Selbsttests sind keine seriösen Diagnosemittel.

Wahr oder unwahr?

Stimmt es, dass laktosefreie Milch süsser ist als Milch mit Milchzucker?

Stimmt

So paradox es klingt: Laktosefreie Milch, also Milch ohne Milchzucker, ist tatsächlich süsser als gewöhnliche Milch. Denn der Milchzucker selbst ist viel weniger süss als seine Bestandteile Traubenzucker (Glukose) und Schleimzucker (Galaktose). In laktosefreier Milch kommen diese beiden Einfachzucker einzeln vor. Einzeln ist die Süsskraft von Glukose und Galaktose rund sieben Mal grösser als in ihrer Verbindung als Milchzucker. Darum schmeckt laktosefreie Milch süsser als Milch mit Milchzucker.

Geniessen ohne Be­schwer­den

Finden Sie Ihre persönliche Laktosetoleranz.

Intoleranz, Unverträglichkeit – das klingt absolut. Dabei geht es fast immer um ein "Mehr oder weniger". Radikales Verzichten auf Milch und Milchprodukte ist keine Lösung. Denn ein gänzliches Weglassen führt zu einem Mangel an Kalzium, Vitamin D, hochwertigen Proteinen, wichtigen Fettsäuren und weiteren Mineralstoffen und Vitaminen. Lernen Sie Ihre persönliche Laktosetoleranz kennen.

Einfache Er­näh­rungs­tipps bei Lak­to­s­ein­to­le­ranz:

  • Oft reicht eine milchzuckerarme Ernährung. Meistens verursacht auch nur die Milch Beschwerden. Extrahart-, Hart-, Halbhartkäse und Jogurt werden hingegen gut vertragen.
  • Finden Sie heraus, wie viel Sie von welchen Milchprodukten geniessen können. Testen Sie immer nur ein Produkt auf einmal während ein bis zwei Wochen. Führen Sie ein Esstagebuch über Menge und Art der konsumierten Produkte. Beginnen Sie mit kleinen Mengen und steigern Sie die Portionen langsam. Bei Beschwerden können Sie zurückverfolgen, was diese ausgelöst hat.
  • Laktose ist auch in vielen verarbeiteten Produkten wie Suppen- und Saucenpulver, Streuwürzen, Backwaren, Wurst- und Fleischwaren enthalten. Lesen Sie jeweils die Zutatenliste.
  • Verteilen Sie Ihre drei Milchportionen über den Tag. Geniessen Sie diese als Bestandteil einer Mahlzeit: Zusammen mit anderen Nahrungsmitteln sind sie besser verdaulich.

Fragen, Antworten und Tipps zur Milch­zu­cke­run­ver­träg­lich­keit

Haben Sie Fragen?

Regula Thut Borner

dipl. Ernährungsberaterin HF
Telefon 031 359 57 58
ernaehrungsberatung@swissmilk.ch

Susann Wit­ten­berg

Ernährungswissenschaftlerin BSc
Telefon 031 359 57 57
ernaehrungsberatung@swissmilk.ch

Weiterempfehlen
Drucken