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Cho­le­ste­rin & Ge­sund­heitDer Körper kann es regeln

Cholesterin ist für unseren Organismus eine lebensnotwendige Substanz. So benötigen wir es zum Beispiel für unsere Zellmembranen, die Hirnentwicklung, die Bildung von Hormonen sowie von Vitamin D.

Gut zu wissen:

  • Cholesterin aus der Nahrung ist wichtig.
  • Bei Gesunden regelt der Körper den Cholesterinspiegel selber.
  • Keine Bedenken vor Butter, Vollmilch, Käse, Eier.
  • Erhöhte Cholesterinwerte haben mit dem Cholesterin im Essen meistens nichts zu tun.

Verstopft Cho­le­ste­rin die Blut­ge­fäs­se?

Hier steckt gutes Cholesterin drin.

Nein. Ein gesunder Körper nimmt nur etwa die Hälfte des Cholesterins aus der Nahrung auf und regelt seinen Cholesterinwert im Blut sehr genau. Steigen bestimmte Cholesterinwerte ins Krankhafte an, ist dies ein Hinweis darauf, dass im Körper etwas nicht stimmt. Das sollte ärztlich abgeklärt werden. Die erhöhten Werte haben jedoch mit dem Cholesterin im Essen meistens gar nichts zu tun.

Cho­le­ste­rin ist le­bens­wich­tig

Cholesterin ist eine lebensnotwendige Substanz, ein elementarer Baustein aller Körperzellen. Selbst das Herz besteht in der Trockensubstanz zu etwa 10% daraus, beim Gehirn sind es sogar bis zu 20%. Und weil Cholesterin so wichtig ist, verlässt sich unser Körper nicht darauf, dass wir genug Eier, Fleisch und Butter essen.

Der Körper pro­du­ziert und regelt selbst

Den grössten Teil des benötigten Cholesterins stellt der Körper selbst her: Je nachdem, wie viel gebraucht wird, bildet er Tag für Tag zwischen 1000 und 1500 Milligramm Cholesterin. Das ist rund drei- bis viereinhalbmal so viel, wie gegessen wird: Schweizerinnen und Schweizer nehmen mit ihrem Essen im Durchschnitt gerade einmal 330 Milligramm Cholesterin pro Tag auf.

Kör­per­ei­ge­ne Cho­le­ste­rin-Ba­lan­ce

Essen wir weniger Cholesterin, produziert der Körper entsprechend mehr – und umgekehrt. So kommt es, dass das Cholesterin aus dem Essen bei den meisten Menschen kaum einen Einfluss auf die Blutwerte hat. Ausnahmen sind  seltene, erbliche Erkrankungen des Cholesterinhaushalts. Bei Gesunden sorgt der Körper für weitgehend stabile Cholesterinspiegel, egal, wie viel Butter oder Eier man isst. Wer nach der Ernährungspyramide isst, hat weder zu viel und noch zu wenig Cholesterin.

Cho­le­ste­rin-Ober­gren­ze ab­ge­schafft

Weil das Cholesterin aus der Nahrung bei den meisten Menschen nur einen minimalen Einfluss auf den Blutwert des sogenannten LDL-Cholesterins hat, hält der Schweizerische Ernährungsbericht 2012 fest: "Aus wissenschaftlicher Sicht kann keine konkrete Beschränkung der Zufuhr von Cholesterin in Milligramm pro Tag empfohlen werden." Die früher übliche Empfehlung von maximal 300mg Cholesterin pro Tag ist damit hinfällig.

Kein Problem für das Herz

LDL: kein Risiko durch Milchfett.

Weil Milchfett viele gesättigte Fettsäuren enthält, galt es lange als problematisch für die Herz- und Gefässgesundheit. Richtig ist, dass einige wenige gesättigte Fettsäuren das als ungünstig angesehene LDL-Cholesterin im Blut anheben können. Studien zeigen jedoch, dass die Mehrzahl der Milchfettsäuren den Blutcholesterinspiegel nicht verändert. Zudem erhöhen jene wenigen Fettsäuren, die den Cholesterinspiegel beeinflussen können, sowohl das "böse" LDL- als auch das gefässschützende "gute" HDL-Cholesterin. Das heisst unterm Strich: keine Risikosteigerung durch Milchfett.

Weitere günstige Effekte des Milch­fetts

Es gibt sogar noch weitere günstige Effekte auf den Cholesterinhaushalt: So werden die Cholesterinpartikel im Blut durch den Verzehr gesättigter Fettsäuren grösser und "flauschiger" und damit zugleich auch ungefährlicher. Denn es sind eher die kleinen, kompakten Cholesterinpartikel, die die Gefässe schädigen können.

Milchfett ist gesund

Gesundes Fett.

Zahlreiche Beobachtungsstudien ergaben zweifelsfrei, dass Milchfett, sei es in Form von Vollmilch, Rahm, Butter oder Käse, kein Risiko für Herz und Gefässe darstellt. Das heisst für den Alltag, mit den drei empfohlenen Milchportionen pro Tag: 

  • decken Sie zwei Drittel Ihres Kalziumbedarfs,
  • essen Sie hochwertiges Eiweiss,
  • versorgen Sie sich mit wertvollen Fettsäuren.

Voll­milch: Genuss und Ge­sund­heit

Vollmilch: gesundes Rundumpaket.

Vollmilch liefert nicht nur das gesamte Spektrum der Milchfettsäuren und damit den vollen Geschmack, sondern auch alle fettlöslichen Vitamine, die von Natur aus in der Milch vorkommen. Fettarme Milchprodukte sind also nicht nur geschmacks-, sondern auch nährstoffärmer, denn beim Entrahmen geht auch ein erheblicher Teil der fettlöslichen Vitamine verloren. Daher gebührt der Vollmilch ein erster Platz in unserer Ernährung, insbesondere bei Kindern.

Studien zu Cholesterin & Gesundheit:

  • Bundesamt für Gesundheit (Hrsg.): Sechster Schweizerischer Ernährungsbericht 2012. Bern 2012
  • Chowdhury, R et al.: Association of dietary, circulating, and supplement fatty acids with coronary risk: A systematic review and meta-analysis. Ann Intern Med. 2014;160(6):398-406, doi:10.7326/M13-1788
  • de Oliveira, MC et al.: Biomarkers of dairy fatty acids and risk of cardiovascular disease in the Multi-Ethnic Study of Atherosclerosis. Journal of the American Heart Association 2013; doi: 10.1161/JAHA.113.000092
  • Elwood, PC: The consumption of milk and dairy foods and the incidence of vascular disease and diabetes: an overview of the evidence. Lipids 2010;45:925-939
  • Gonder, U: Fett! Unterhaltsames und Informatives über fette Lügen und mehrfach ungesättigte Versprechungen. Hirzel Verlag, Stuttgart 2009
  • Hoenselaar, R: Saturated fat and cardiovascular disease: the discrepancy between the scientific literature and dietary advice. Nutrition 2012;28:118-123
  • Kratz, M et al.: Dairy fat intake is associated with glucose tolerance, hepatic and systemic insulin sensitivity, and liver fat but not ß-cell function in humans. American Journal of Clinical Nutrition 2014;99:1385-1396
  • Krauss, RM et al.: Separate effects of reduced carbohydrate intake and weight loss on atherogenic dyslipidemia. American Journal of Clinical Nutrition 2006;83:1025-1031
  • Malhotra, A: Saturated fat is not the major issue. British Medical Journal 2013 Oct 22;347:f6340. doi: 10.1136/bmj.f6340
  • Ravnskov, U: The cholesterol myths. New Trends Publishing, Washington, 2000
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