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Säug­lings­er­näh­rungMut­ter­milch und Babybrei

Für einen guten Start ins Leben sind Zuwendung und Muttermilch das Beste für Ihr Kind. Erfahren Sie mehr rund um die Säuglingsernährung. Sie finden hier Empfehlungen, Tipps und Rezepte.

Selbstgemachter Brei schmeckt und stärkt.

Gut zu wissen:

  • Die ersten 4 bis 6 Monate ausschliesslich stillen.
  • Ab dem 5. bis spätestens 7. Monat mit Brei beginnen.
  • Ab dem 10. Monat können gegarte Lebensmittel in kleinen Stücken gegeben werden.

Mut­ter­milch: die erste Nahrung

Innerhalb der ersten zwei Stunden nach der Geburt lernt das Neugeborene Muttermilch als erstes Nahrungsmittel kennen. In den ersten vier bis sechs Monaten bekommt der Säugling ausschliesslich Muttermilch. Wer nicht stillen kann oder dies nicht möchte, wählt eine Milch aus dem Fläschchen für sein Kind.

Zu­be­rei­tung von Babybrei

Wann wird mit dem Brei begonnen?

Rüeblibrei, ideal zum Starten.

Etwa ab dem fünften Monat sind die Nieren und der Darm des Säuglings so weit entwickelt, dass mit dem ersten Brei begonnen werden kann. Die Mittagsmahlzeit eignet sich gut dafür. Für den ersten Brei ist Rüeblibrei ideal. Dieser ist leicht süss – ähnlich wie Muttermilch – und wird gut akzeptiert. Nach und nach werden einzelne Milchmahlzeiten erst durch Brei ergänzt und dann ersetzt.

Löffel um Löffel

Ein Löffelchen für Papi.

Beim ersten Versuch kann man etwas Brei auf die Oberlippe des Säuglings geben. Schleckt es den Brei ab? Öffnet das Kind den Mund und verlangt mehr? Dann kann man wenig Brei in den Mund geben. Wenn das Kind den Mund schliesst, wird der Löffel vorsichtig und leicht nach oben herausgezogen. Ein weicher, biegsamer Löffel passt sich der Zungenbewegung ideal an.

Was ist beim Brei zu beachten?

Als allererster Brei sind fein pürierte Rüebli ideal. Auch andere Gemüse sind geeignet. Jedes neue Lebensmittel für drei Tage beibehalten und erst dann ein weiteres einführen. So kann sich der Säugling an die neue Nahrung gewöhnen und eventuelle Unverträglichkeiten werden erkannt.

Haben Sie’s gewusst?
Ja
78%
Nein
22%

5. bis 7. Monat: Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei
6. bis 8. Monat: Milch-Getreide-Brei*
7. bis 9. Monat: Getreide-Obst-Brei*
Brei ergänzt die Muttermilch – nicht umgekehrt.

*Die Einführung von Getreide-Obst-Brei und vom Milch-Getreide-Brei kann auch getauscht werden.

Haben Sie’s gewusst?
Ja
66%
Nein
34%

Brei aus den Lebensmitteln herstellen, die es auch in der Familie gibt. So bekommt das Kind die Aroma- und Geschmacksstoffe, sie es schon von der Muttermilch kennt. Achten Sie ausserdem auf einheimische Lebensmittel aus ökologischem Anbau.

Haben Sie’s gewusst?
Ja
79%
Nein
21%

Kein Pfeffer, Gewürze, Bouillon oder Streuwürze verwenden. Zucker weglassen. Keinen Honig im ersten Lebensjahr geben.

Haben Sie’s gewusst?
Ja
86%
Nein
14%

Brei aus dem Glas

Brei aus dem Gläschen ist praktisch für unterwegs oder wenn es schnell gehen muss. Ein Fertigbrei sollte jedoch nicht mehr als fünf Inhaltsstoffe enthalten. Das kindliche Verdauungssystem ist sonst überfordert. Wählen Sie vorzugsweise Breie aus biologischer Herstellung aus der Schweiz. Sie sollten ausserdem keinen Zucker, kein Salz oder andere Gewürze enthalten. Fleisch- und Gemüsebreie enthalten oft zu wenig Fett. Deshalb gibt man einen Teelöffel Butter oder Rapsöl dazu.

Wann Kuhmilch geben?

Ab dem siebten Monat.

Ab dem siebten Monat wird Kuhmilch in kleinen Mengen und innerhalb der Mahlzeit eingeführt. Als Milch-Getreidebrei oder als Jogurt im Früchtebrei. Mit dem vollendeten ersten Lebensjahr können Milch, Jogurt und Käse in purer Form gegeben werden. Ausschliesslich Kuhmilch und Produkte daraus sind geeignet. Soja- oder Getreidedrinks sind keine Alternative für Kuhmilch.

Welche Milch­pro­duk­te sind geeignet?

  • Vollmilch
  • Vollmilchjogurt nature
  • Frischkäse, z. B. Gala
  • Weich-, Halbhart-, Hartkäse, z. B. Brie, Tilsiter, Greyerzer

Wahr oder unwahr?

Stimmt es, dass man auch Sojadrink als Milchersatz geben kann?

Stimmt nicht.

Sojadrink wie auch Ziegen-, Schaf- und Stutenmilch sind keine Alternativen zur Kuhmilch. Ihre Zusammensetzung entspricht nicht der von Kuhmilch und sie werden dem Bedürfnis des Kindes nicht gerecht. Soja kann zudem eine Allergie hervorrufen und ist ökologisch nicht sinnvoll.

Warum Milch­pro­duk­te?

Milchprodukte gehören zu unseren Grundnahrungsmitteln. Sie sind unentbehrlich in jedem Alter. Besonders für den Aufbau und die Entwicklung der Knochen braucht es Kalzium. Je mehr Kalzium in jungen Jahren eingelagert wird, desto länger halten sich die Reserven im Laufe des Lebens. Milch liefert reichlich Kalzium. Sie enthält auch sonst fast alle Mineralstoffe und Vitamine in relevanten Mengen. Hochwertiges Eiweiss und Fettsäuren liefert sie ebenso. Milch ist zudem ein einheimisches Produkt und immer verfügbar.

Emp­feh­lun­gen für die Kal­zi­um­zu­fuhr

  • Säuglinge ab vier bis unter zwölf Monaten brauchen 330 mg Kalzium pro Tag (über Muttermilch und Beikost). 
  • Kinder ab einem Jahr bis unter vier Jahren brauchen 600 mg Kalzium pro Tag. 
  • Ab dem siebten Monat werden dem Brei Milchprodukte beigemischt. 
  • Ab dem 13. Monat können Milchprodukte in ihrer puren Form gegeben werden. Das sind täglich zum Beispiel zwei Milchschoppen mit je 150 ml Milch und 100 g Jogurt nature. Wahlweise können es auch 20 g Weichkäse sein.

All­er­gie­prä­ven­ti­on

Allergien vorbeugen mit Brei.

Zischen der 17. und der 24. Lebenswoche scheint der optimale Zeitpunkt zu sein, um eine Toleranz gegenüber potenziell allergenen Lebensmitteln zu entwickeln. Deshalb sollten auch Lebensmittel wie Fisch, Milchprodukte, Getreide, Eier und gemahlene Nüsse gegeben werden. 

Emp­feh­lun­gen zur All­er­gie­prä­ven­ti­on

  • Keine Diäten während der Schwangerschaft und Stillzeit machen.
  • Mindestens vier Monate stillen.
  • Mit Beikost nach dem vollendeten vierten Monat beginnen.
  • Fisch innerhalb des ersten Lebensjahrs einführen.
  • Keine sojabasierte Säuglingsmilch geben, da sie selbst Allergien auslösen kann. 
  • Schimmelpilzförderndes Innenraumklima vermeiden.
  • Das Kind keinem Zigarettenrauch aussetzen. Sonstige Luftschadstoffe meiden.

Func­tio­nal Food für Kinder

Natürliches Znüni.

Heute gibt es eine breite Auswahl an speziellen Nahrungsmitteln, sogenanntem Functional Food, für Säuglinge: Spezialnahrung gegen Aufstossen, vegetarische oder antiallergene und glutenfreie Breie. Nötig sind solche Produkte nicht. Auch spezielle Kindernahrungsmittel wie Flakes, Cerealien, Biskuits, Dessert, Puddings oder Kindertee sind es nicht. Sie enthalten zudem meist viel Zucker. Grundnahrungsmittel decken den Bedarf von Säuglingen und sind ein guter Allergieschutz.

Essen am Fa­mi­li­en­tisch

Alles will gelernt sein.

Etwa ab dem zehnten Monat kann das Kind die ersten festeren Lebensmittel essen. Fingerfood ist gut geeignet, um das Kind mit den verschiedenen Lebensmitteln vertraut zu machen. Als Fingerfood eignen sich alle Lebensmittel, die es am Familientisch gibt: weich gekochtes Gemüse, Kartoffeln, Teigwaren, kleine Fleischstückchen. Zugegeben, ganz sauber geht es am Esstisch nicht zu. Aber so lernen Kleinkinder das Essen zu fühlen, zu tasten und zu schmecken.

Kinder bestimmen wie viel

Das Kind ist wählerisch? Wie Erwachsene mögen auch Kinder nicht jedes Lebensmittel. Aber es sind die Eltern, die bestimmen, was auf den Tisch kommt. Kinder dürfen entscheiden, wie viel sie davon essen. Ganz wichtig: Essen Sie alle zusammen und regelmässig. Lebensmittel, die Ihre Kinder nicht essen sollen, kaufen Sie am besten gar nicht ein.

Wie viel und was darf das Baby essen und trinken?

Nicht zum Essen zwingen.

Kinder essen an manchen Tagen mehr, an anderen weniger. Das ist völlig normal. Der Appetit eines Kindes schwankt, genau wie beim Erwachsenen. Wenn Ihr Kind also einmal sehr wenig isst, ist das noch kein Grund zur Sorge. Vertrauen Sie auf seine natürlichen Instinkte. Es ist von Anfang an fähig, Hunger und Sättigung zu regeln und weiss, wie viel es wann braucht. Zudem haben Kinder nicht alle Lebensmittel gern. Zum Essen zwingen bringt nichts.

Kann ich mein Kind vegan er­näh­ren?

Vegane Ernährung kann zu einem Vitamin-B12-Mangel führen. Und das wiederum zu schweren Entwicklungsstörungen beim Kind. Deutliches Untergewicht, Verhaltensauffälligkeiten mit Nahrungsverweigerung sowie eine psychomotorische Bewegungsstörung können Folgen davon sein. Ein Kleinkind hat einen Vitamin-B12-Bedarf von 0,8µg täglich. Milchprodukte, Fleisch und Fisch können den Bedarf sichern. Mit einer reinen Pflanzenkost geht das nicht. Sojanahrung, Tofu, Seitan oder Quorn enthalten kein Vitamin B12, zudem zu wenig Eisen und im Vergleich zu fleischhaltiger Nahrung zu wenig gesättigte Fettsäuren.

Vitamine und Mi­ne­ral­stof­fe

Vorkommen: Grünes Gemüse, Blattsalat, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Getreidekeime, Käse, Leber.

Bedeutung: Folsäure ist bedeutend für die Zellteilung sowie für die Differenzierung und Regenerierung der Zellen.

Vorkommen: Milch, Milchprodukte, grünes Gemüse, einige Mineralwasser, Nüsse, Samen, Kräuter 

Bedeutung: Kalzium trägt zu einer normalen Entwicklung der Knochen und Zähne bei.

Vorkommen: Milch, Milchprodukte, Meeresfische.

Bedeutung: Jod ist unentbehrlich für die Entwicklung des Kindes. Jodmangel kann die geistige Leistungsfähigkeit, den Antrieb, das Konzentrations- und Denkvermögen beeinträchtigen.

Vorkommen: Vollmilchprodukte, Butter, Fisch, Eier, Pilze, Lebertran. Die Schweizer Gesellschaft für Pädiatrie empfiehlt, bei allen Säuglingen Vitamin D zu supplementieren.

Bedeutung: Ein Mangel an Vitamin D kann Schäden an Muskeln und Skelett nach sich ziehen. Im Säuglings- und Kindesalter kann es zu schweren Atemwegserkrankungen führen und Ursache einer chronischen Müdigkeit sein.

Vorkommen: Fleisch, Fisch, Eigelb, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchte. Pflanzliche Eisenträger mit Vitamin-C-haltigen Lebensmitteln wie Früchten und Gemüse ergänzen, um die Eisenaufnahme im Körper zu erhöhen.

Bedeutung: Eisen ermöglicht die Blutbildung. Es ist an der Entwicklung des Zentralnervensystems beteiligt.

Vorkommen: Fisch, Rapsöl, Alpkäse, gemahlenen Nüsse, Samen.

Bedeutung: Omega-3-Fettsäuren spielen bei Säuglingen eine entscheidende Rolle für die Entwicklung des Gehirns, der Netzhaut und für die Funktion des Immunsystems.

Bro­schü­re: Das erste Babyjahr

  • Gesunde und genussvolle Ernährung von Mutter und Kind.
  • Ernährungstipps für die Mutter und Rezepte.
  • Ernährungsplan für Babys.

Quellennachweis:

+ Ernährung im ersten Lebensjahr

Einführung der Lebensmittel beim Säugling, Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie, 2011

Empfehlungen für die Ernährung gesunder Neugeborener in den ersten Lebenstagen, Ernährungskommission der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie, Paediatrica, 2011

Empfehlungen für die Säuglingsernährung, Ernährungskommission der Schweizerischen Gesellschaft für Pädiatrie, Paediatrica, 2009

Ernährung des Säuglings im ersten Lebensjahr, Schweizerische Gesellschaft für Ernährung, 2012

State of the art: Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern, C. P. Braegger, SGE-Tagung, 2012 

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