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Allergie oder In­to­le­ranz?Symptome und Diagnose

Blähbauch, Völlegefühl oder Durchfall - diese Symptome hatte sicher jeder schon einmal nach dem Essen. Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit in Form einer Allergie oder Intoleranz ist nur eine der möglichen Ursachen.

Beim Verdacht auf eine Unverträglichkeit hilft Abklärung statt Verzicht.

Gut zu wissen:

  • Allergie und Intoleranz sind nicht dasselbe.
  • Eine sichere Diagnose gibt Klarheit.
  • Nicht grundlos auf Lebensmittel verzichten.

Nah­rungs­mit­te­lun­ver­träg­lich­kei­ten

Nahrungsmittelunverträglichkeiten im Überblick

Allergien und Intoleranzen zählen beide zu den Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Sie unterscheiden sich jedoch voneinander. Wie, das erfahren Sie hier. Generell gilt: Haben Sie den Verdacht, bestimmte Lebensmittel nicht zu vertragen, wenden Sie sich an eine Fachperson, um nicht unbegründet Lebensmittel zu meiden.

Was ist eine In­to­le­ranz?

So wird Milchzucker verdaut.

Eine Intoleranz ist keine immunologische Reaktion des Körpers, sondern eine Überempfindlichkeitsreaktion. Diese kann beispielsweise durch einen Enzymmangel - wie bei der Laktoseintoleranz - hervorgerufen werden. Bei einer Milchzuckerintoleranz ist nur der Darm betroffen und es treten meist unspezifische Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall auf. 

Was ist eine Allergie?

Bei einer Allergie reagiert der Körper auf einen bestimmten Stoff wie auf einen Fremdkörper und bildet Abwehrzellen, sogenannte Antikörper. Schon geringe Mengen des Stoffes reichen aus, um Magen-Darm-Beschwerden oder Hautausschläge auszulösen. Im Vergleich zur Laktoseintoleranz sind die Symptome bei einer Milcheiweissallergie vielfältiger. Hier ist das Immunsystem betroffen und im schlimmsten Fall können die Symptome einen allergischen Schock mit Kreislaufproblemen und Atemnot hervorrufen.

All­er­gi­en: seltener als gedacht

Lebensmittelallergien: selten, aber vielfältig.

Allergien gegen Lebensmittel kommen seltener vor, als viele glauben. Gerade einmal 4 bis 8% der Bevölkerung sind von einer Lebensmittelallergie betroffen. Säuglinge und Kleinkinder reagieren vor allem auf Kuhmilch und Hühnerei allergisch, gefolgt von Weizen, Erd- und Haselnüssen, Fisch, Crevetten, Sesam und Soja. Bei älteren Kindern, Jugendlichen und Erwachensen treten vor allem Allergien gegen Fisch und Meeresfrüchte sowie birkenpollenassoziierte Nahrungsmittelallergien in den Vordergrund. Letztere betrifft Obst, Gemüse und Nüsse. Hier spricht man von einer Kreuzallergie, bei der der Körper ähnliche Stoffe in Lebensmitteln erkennt wie in Pollen und diese als schädlich erachtet.

Kinder all­er­gie­an­fäl­li­ger

Kinder sind aufgrund ihres noch nicht vollständig ausgereiften Immunsystems allergieanfälliger. Sie haben aber gute Chancen, die meisten Lebensmittelallergien bis zum Schuleintritt wieder zu verlieren. Beschwerden bei Erwachsenen sind häufig auf eine Intoleranz zurückzuführen.

Diagnose Un­ver­träg­lich­keit

Wenn Ihnen die Diagnose Allergie oder Intoleranz gestellt wird, konsultieren Sie am besten eine/n Ernährungsberater/in. Sie bzw. er hilft, Ihre Ernährung anzupassen, und kann so mit Ihnen die persönliche verträgliche Menge des auslösenden Lebensmittels herausfinden. Spezialisierte Ernährungsberater/innen finden Sie beim Schweizerischen Verband der Ernährungsberater/innen SVDE.

Achtung: Nähr­stoff­de­fi­zit

Ohne ärztlich gesicherte Diagnose auf eine Milcheiweissallergie oder eine Laktoseintoleranz sollten Sie nicht dauerhaft auf Milch und Milchprodukte verzichten. Das kann zu Nährstoffdefiziten führen, insbesondere bei Eiweiss, Fettsäuren, Kalzium, Jod, Vitamin A, B und E.

Haben Sie Fragen?

Susann Wit­ten­berg

Oecotrophologin BSc
Telefon 031 359 57 57
ernaehrungsberatung@swissmilk.ch

Regula Thut Borner

dipl. Ernährungsberaterin HF
Telefon 031 359 57 58
ernaehrungsberatung@swissmilk.ch

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