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Babynahrung - das erste Jahr im Überblick

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Babynahrung - das erste Jahr im Überblick

Alles startet mit Muttermilch. Und eines Tages isst dein Kind mit am Familientisch. Aber dazwischen? Wir haben Tipps zur Babynahrung, Babybrei-Rezepte und verraten, wann du mit Beikost beginnen kannst.

Alles beginnt mit Muttermilch.

Muttermilch ist das erste Nahrungsmittel, das dein Baby innerhalb der ersten zwei Stunden nach der Geburt kennenlernt. Es nimmt nun täglich etwa 20 bis 30g an Gewicht zu. Dein Baby entwickelt sich, wächst und seine Organe bilden sich aus. Logisch, das braucht Energie. Und dazu Eiweiss und viele verschiedene Nährstoffe. In den ersten vier bis sechs Monaten reichen Muttermilch oder eine Säuglingsanfangsnahrung aus. Dann lernt dein Baby nach und nach neue Lebensmittel kennen - zuerst noch püriert, später in festerer Form. Und eines Tages kann dein Kind dann am Familientisch alles mitessen.

Babybrei ab wann?

Etwa ab dem fünften Monat ist dein Baby bereit für den ersten Brei. Am Anfang muss der noch sehr fein püriert sein. Das kindliche Verdauungssystem ist nämlich noch nicht komplett ausgereift. Auch den Kau-Schluck-Reflex muss dein Baby erst noch lernen. Zuerst wird es nur wenige Löffel Brei essen. Klar, denn es muss lernen, mit den neuen Lebensmitteln umzugehen und zu kauen. Geduld ist Trumpf: Erst nach und nach kann der Brei ein paar Stückchen enthalten. Etwa ab dem achten Monat können die Lebensmittel grob zerdrückt werden.

Löffelchen für Löffelchen lernt dein Baby Brei kennen.

Löffelchen für Löffelchen lernt dein Baby Brei kennen.

Bereit für Brei?

Ist dein Baby bereit für seinen ersten Brei? Mach den Check: Zeigt dein Baby Interesse an Lebensmitteln oder möchte es dasselbe essen wie Eltern oder Geschwister? Öffnet es den Mund, wenn der Löffel sich nähert? Beginnt es zu kauen und drückt den Brei nicht mehr mit der Zunge aus dem Mund? Sitzt es mit Unterstützung und schluckt es, ohne zu husten? Dann ist dein Baby bereit für den ersten Brei. Hier findest du fünf Tipps zur Babybrei-Zubereitung:

1.Gewöhne dein Baby langsam an Lebensmittel.

Als allererster Brei sind fein pürierte Rüebli ideal. Auch andere Gemüse sind geeignet. Tipp: Behalte jedes neue Lebensmittel für drei Tage bei und führe erst dann ein weiteres ein. So kann sich dein Baby an die neue Nahrung gewöhnen: Und du erkennst eventuelle Unverträglichkeiten.

2.Jeden Monat ein neuer Brei

So könnten drei unterschiedliche Breie aussehen: 5.-7. Monat: Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei, dazu ab dem 6.-8. Monat ein Milch-Getreide-Brei und als dritte Mahlzeit ab dem 7.-9. Monat der Getreide-Obst-Brei. Die Einführung vom Getreide-Obst-Brei und Milch-Getreide-Brei kann auch getauscht werden. Das Motto ist: Brei ergänzt die Muttermilch, nicht umgekehrt.

3.Brei aus bekannten Lebensmitteln

Stelle den Brei aus Lebensmitteln her, mit denen du auch für dich und den Rest der Familie kochst. So bekommt dein Kind die Aroma- und Geschmacksstoffe, die es schon von der Muttermilch kennt. Achte ausserdem auf einheimische Lebensmittel aus ökologischem Anbau.

4.Würze Breie nicht.

Verwende keinen Pfeffer, keine Gewürze, Bouillon oder Streuwürze für den Babybrei. Lasse auch Zucker und Honig weg.

Drei Babybrei-Rezepte:

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Tipps: Babybrei aus dem Gläschen?

  1. Babynahrung aus dem Gläschen kann bei Zeitnot oder auf Reisen ganz praktisch sein.

  2. Babybreis aus dem Glas sind ohne Kühlung haltbar und es gibt sie inzwischen in guter Qualität.

  3. Achte bei der Auswahl auf hochwertige Produkte, die frei von Zusatzstoffen, Zucker, Salz und Gewürzen sind.

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Vollmilch für den Knochenaufbau

Knochen brauchen Kalzium - für den Aufbau und ihre Entwicklung. Je mehr Kalzium sich schon in jungen Jahren in die Knochen einlagert, desto länger halten sich die Reserven im Laufe des Lebens. Säuglinge ab vier bis unter zwölf Monaten brauchen 330mg Kalzium pro Tag. Kinder ab einem Jahr bis unter vier Jahren brauchen 600mg Kalzium pro Tag. Und da kommen Milch und Milchprodukte ins Spiel. Denn diese liefern reichlich Kalzium. Vor allem Vollmilchprodukte sind für dein Kind besonders wertvoll. Sie enthalten über 400 verschiedene Milchfettsäuren sowie die an das Fett gebundenen Vitamine A, D und E. Je stärker Milch entrahmt wird, desto weniger dieser Inhaltsstoffe hat sie.

Siebter Monat: Milch langsam einführen

Entsprechend auch die Empfehlung der Experten: Die Schweizerische Gesellschaft für Pädiatrie (SGP) empfiehlt, ab dem siebten Monat Vollmilch und Joghurt langsam zum Brei hinzuzufügen. Zum Beispiel ein bis zwei Teelöffel Joghurt im Früchtebrei oder Vollmilch im Getreidebrei. Einmal pro Woche kannst du beim Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei eine Fleischportion durch einen Teelöffel Doppelrahmfrischkäse ersetzen. Mit Quark und Käse solltest du dein Baby erst ab dem zweiten Jahr füttern. Sie enthalten zu viel Eiweiss pro Portion für das Verdauungssystem deines Babys.

Ab dem 13. Monat sind Milch, Joghurt, Käse pur kein Problem mehr. Drei Milchportionen täglich sind ideal. Eine Portion entspricht 100ml Milch, 100g Joghurt, 30g Weichkäse oder 15g Halbhart- und Hartkäse.

Beispiel-Ernährungsplan siebter bis neunter Monat:

  • Zmorge: stillen
  • Zmittag: Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei
  • Zvieri: Getreide-Obst-Brei
  • Znacht: Milch-Getreide-Brei
  • Wasser: nach Bedarf
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Neunter bis zwölfter Monat im Überblick

Die Beikost solltest du gestaffelt fortführen. Und zwar so, dass dein Baby spätestens im neunten Monat drei bis vier Breimahlzeiten isst. Die Nahrungsmittel kannst du nun immer weniger pürieren oder nur noch grob zerdrücken. Natürlich je nachdem, wie gut dein Baby schon kauen kann. Hin und wieder kannst du ihm auch schon festere Lebensmittel anbieten, z. B. Brotrinde oder reifes Obst in kleinen Stücken. Vorsicht vorm Verschlucken: Harte Lebensmittel wie Nüsse oder Mandeln solltest du deinem Baby noch nicht geben. Während des gesamten ersten Jahres und sogar darüber hinaus kannst du weiterhin stillen.

Beispiel-Ernährungsplan neunter bis zwölfter Monat:

  • Eine Brotmahlzeit statt Schoppen bzw. Stillen am Morgen
  • Eine warme Mahlzeit statt Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei
  • Eine Müeslimahlzeit mit Milch statt Milch-Getreide-Brei
  • Zwei Zwischenmahlzeiten mit Obst oder Brotrinde statt Getreide-Obst-Brei

Am Ende seines ersten Lebensjahres kann dein Kind alles essen, was auch du isst. Die Menüs solltest du aber weiterhin nicht salzen oder zuckern. Und bald kann das Baby dank deiner Unterstützung auch ganz allein essen.

Neue Lebensmittel zu entdecken, macht Spass.

Neue Lebensmittel zu entdecken, macht Spass.

Babynahrung von Monat zu Monat

  • Erster bis vierter/sechster Monat: Dein Baby braucht nur Muttermilch.
  • Fünfter bis siebter Monat: Zusätzlich zum Stillen lernt dein Baby die erste Beikost in Form von Brei kennen.
  • Ab dem siebten Monat: Langsam kannst du Milchprodukte einführen.
  • Ab dem zehnten Monat: Dein Baby probiert jetzt auch festere Nahrung in kleinen Stücken.
  • Ab dem zwölften Monat: Dein Kind kann jetzt alles essen, was auch du isst.

Das erste Babyjahr

  • Quellen:

Ernährungsfragen? Wir helfen gerne.

Susann Wittenberg

Oecotrophologin BSc
Telefon 031 359 57 57

Regula Thut Borner

Ernährungsberaterin SVDE
Telefon 031 359 57 58