Branchenorganisation Milch
Durchbruch: Die Milchbranche verabschiedet ihre Grundsätze zu Mengen, Preisen und Markttransparenz
Die Delegiertenversammlung der Branchenorganisation Milch (BO Milch) hat die Instrumente der neuen Milchmarktordnung genehmigt. Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, dass die Akteure die Absatzmöglichkeiten des Marktes ausschöpfen können und der Markt auch bei einem allfälligen Milchüberschuss in geordneten Bahnen verläuft. Die SMP ist über das Erreichte erfreut: „Der immense Aufwand für eine gerechte Mitsprache der Milchproduzenten am Milchmarkt hat sich nun doch noch gelohnt“, zog SMP-Präsident Peter Gfeller Bilanz.
Die Milchproduzenten, die Milchindustrie, die Käser und der Detailhandel stehen zu den Grundsätzen der neuen Milchmarktordnung. An der Delegiertenversammlung vom Freitag, 27. November 2009, verabschiedeten die Vertreter der Mitgliedorganisationen der Branchenorganisation Milch (BO Milch) die Massnahmen, wie der Milchmarkt mit marktorientierten Instrumenten sowohl mengen- wie auch preis-mässig im Lot gehalten werden kann. „Die vereinbarten Instrumente bieten allen Marktakteuren ein Minimum an Verlässlichkeit und Planbarkeit“, sagte SMP-Präsident Peter Gfeller. „Ich bin erleichtert, dass das Ringen um die neue Zusammenarbeit im Milchmarkt nun ein Ende hat. Dank den Spielregeln sind der Milchmarkt und die Milchpreise nicht mehr der Willkür einzelner Akteure ausgesetzt. Vielmehr werden sich nun alle an den effektiven Absatzmöglichkeiten des Marktes orientieren können und müssen“.
Mengenkürzung nach dem Verursacherprinzip
Für die Produzenten sei es entscheidend gewesen, dass mit der neuen Milchmarktordnung das strukturelle Marktversagen teilweise korrigiert und damit Druck auf den Milchpreis abgefedert werden könne. „Der immense Aufwand für eine gerechte Mitsprache der Milchproduzenten am Milchmarkt hat sich nun doch noch gelohnt“, zog Gfeller Bilanz. Ein weiterer Erfolg für die SMP ist die Regelung, dass bei einem Überangebot allfällige Mengenkürzungen nach dem Verursacherprinzip erfolgen: Wird zwischen den Marktpartnern keine Lösung gefunden, so muss 80 Prozent des gekürzten Volumens über eine Kürzung der Zusatzmengen 2008/2009 und 20 Prozent des zu kürzenden Volumens über eine lineare Reduktion der übrigen Mengen erfolgen.
Kernelemente der neuen Milchmarktordnung
Die Delegiertenversammlung der BO Milch hat alle Teile der neuen Milchmarktordnung so genehmigt, wie sie der Vorstand in den letzten Monaten ausgearbeitet und präzisiert hat. Es beinhaltet insbesondere folgende Elemente:
• Das dreistufige Marktmodell für Vertragsmilch, Börsenmilch und Abräumungsmilch;
• Die Transparenz über die Vertragsdaten und die Milchflüsse;
• Den Antrag für Allgemeinverbindlichkeit an den Bundesrat für die Kernelemente des Marktmodells.
Um die Altlasten der produzierten Milchüberschüsse zu beseitigen, will die BO Milch ebenfalls Mittel für die Entlastung von 3500 t Butter beschaffen und auch dafür die Allgemeinverbindlichkeit des Bundes erlangen.
SMP fordert Transparenz bis auf die Milchgeldabrechnung
Die Beschlüsse der BO Milch gelten grundsätzlich für die Milchkaufverhältnisse zwischen den Milchverwertern und ihren Lieferanten, also den Produzentenorganisationen PO, den Produzenten-Milchverwerterorganisationen PMO oder auch einzelne Direktlieferanten. Wie die PO und PMO die Regelungen auf ihre Milchproduzenten anwenden, ist deren eigene Sache. Die SMP hofft und erwartet jedoch, dass die Massnahmen insbesondere zur Mengenführung und Preisbildung für jeden einzelnen Milchproduzenten auf der Milchgeldabrechnung transparent gemacht wird.
Grosse Erwartungen an den neuen Präsidenten
Mit der Wahl von Markus Zemp als Präsident der BO Milch erhofft sich die SMP ebenfalls Stabilität für die neue Marktordnung, aber auch eine rasche und ehrliche Umsetzung der neuen Regelungen.
Auskünfte:
Peter Gfeller
Präsident SMP
079 335 09 73
suissegfeller@bluewin.ch
Albert Rösti
Direktor SMP
031 359 52 11 / 079 255 88 56
albert.roesti@swissmilk.ch
