Entwicklungsstrategie für den schweizerischen Milchmarkt: Mit nationalem Verkaufspool den Arbeitsverdienst verbessern

Der Vorstand der Organisation der Schweizer Milchproduzenten SMP und die Geschäftsführer der SMP-Mitgliedorganisationen haben am 29. Juni 2007 einstimmig ihre Strategie für die Entwicklung des schweizerischen Milchmarktes bis 2015 festgelegt. Drei Kernelemente zur Erreichung des Strategieziels sind die Angebotsbündelung der Molkereimilch durch die Schaffung eines nationalen Verkaufspools, eine Produktionssteigerung um 10 Prozent sowie eine Absatzausweitung auf den Märkten im Inland wie im Export mit der Kennzeichnung SUISSE GARANTIE. Damit soll der durchschnittliche Arbeitsverdienst aus der Milchproduktion von heute 15 Franken pro Stunde innerhalb der nächsten 8 Jahre um durchschnittlich 6 Franken erhöht werden können.

Neue strategische Ziele als Antwort auf die Veränderungsprozesse

Der schweizerische Milchmarkt befindet sich in einem grossen Veränderungsprozess. Durch den schrittweisen Rückzug des Bundes aus dem Milchmarkt wird es immer mehr zur Aufgabe der Milchproduzenten und der Branche, eine neue Marktordnung zu gestalten, welche die wegfallenden staatlichen Instrumente durch neue, zukunftsgerichtete und im privaten Recht verankerte Massnahmen ablöst. Insbesondere die Aufhebung der Milchkontingentierung per 30. April 2009, das Kürzen von weiteren Marktstützungsmitteln per 1. Januar 2009, die strukturellen Ungleichgewichte zwischen der Anzahl Anbieter und Nachfrager in der Wertschöpfungskette und ganz besonders der ungenügende Arbeitsverdienst der Milchproduzenten sind im Wesentlichen die Gründe, weshalb die Organisation der Schweizer Milchproduzenten SMP sich selbst und ihren Mitgliedern neue strategische Ziele setzt. „Wir wollen mit diesen Zielen und den daraus abgeleiteten Massnahmen einen gemeinsamen Weg aufzeigen, welcher den Schweizer Milchproduzentinnen und Milchproduzenten wirtschaftlich zufrieden stellende Perspektiven ermöglicht“, sagte Peter Gfeller, Präsident der Schweizer Milchproduzenten SMP an der Medienorientierung vom Mittwoch, 4. Juli in Bern. „Denn wir wollen alles daran setzen, dass engagierte und wirtschaftlich handelnde Milchproduzenten-Familien in Zukunft aus der Milchwirtschaft einen besseren Arbeitsverdienst erzielen können.“

Arbeitsverdienst um 6 Franken pro Stunde erhöhen

Der Vorstand der Organisation der Schweizer Milchproduzenten SMP und die Geschäftsführer der SMP-Mitgliedorganisationen haben am 29. Juni 2007 einstimmig die Strategie für die Entwicklung des schweizerischen Milchmarktes bis 2015 verabschiedet (vgl. Kasten unten). Das Ziel ist es, den durchschnittlichen Arbeitsverdienst aus der Milchproduktion von heute 15 Franken pro Stunde innerhalb der nächsten 8 Jahre um durchschnittlich 6 Franken zu erhöhen. Damit dies erreicht werden kann, sind in der Strategie verschiedene Massnahmen formuliert. Die Milchproduktion soll auf 3,5 Mio. Tonnen Milch ausgedehnt werden, um allfällige Preissenkungen durch den Abbau von Marktstützungen aufzufangen. Auf Grund der mittelfristigen Marktprognosen ist diese Absatzausdehnung um 10 Prozent realistisch. Entscheidend ist aber auch, dass gegenüber dem EU-Produzentenmilchpreis ein Swissness-Bonus von 10 Prozent realisiert werden kann, die Milchproduktionsbetriebe die Kosten um 15 Prozent senken können und der Bund die Direktzahlung für Milchkühe auf 2009 bei 500 Franken pro RGVE festsetzt.

Strategie für die schweizerische Milchwirtschaft (Zeithorizont 2015):

Wird folgendes Resultat der Strategie erreicht

Verbesserung des Arbeitsverdienstes um  + 6 Fr. / h

Massnahmen auf verschiedenen Ebenen

Damit diese Strategie erfolgreich umgesetzt werden kann, sind die Milchproduzenten auf der betrieblichen und strukturellen Ebene stark gefordert. Gleichzeitig erwartet die SMP von den Branchenpartner und vom Bund, die Ziele der Milchproduzenten mit den notwendigen Massnahmen am Markt, bei der Marktorganisation und den agrarpolitisch flankierenden Massnahmen zu unterstützen:
Molkereimilch poolen: Die Milchproduzenten und deren regionale Organisationen sind gefordert, den Verkauf von Molkereimilch an die national tätigen Verarbeiter in einem nationalen Verkaufspool zusammen zu fassen, um ein Gleichgewicht zwischen der Anzahl Anbieter und Nachfrager zu erreichen und den Markt optimal zu versorgen.

Absatzausweitung auf den Märkten: SUISSE GARANTIE ist zu stärken und der flächendeckenden Kennzeichnung auf den Absatzmärkten im Inland und Export zum Durchbruch zu verhelfen. Auf den Käse-Exportmärkten sind die SCM und die Unternehmen mit der Erschliessung von neuen Märkten gefordert.

 

Kostensenkung: Die Milchproduktionskosten müssen im Mittel um rund 15 % gesenkt werden können, insbesondere durch Erzielen von Skalenerträgen (Grösseneffekt) und betriebliche Verbesserungen. Die SMP unterstützt zusammen mit Partnerorganisationen die Milchproduzenten verstärkt im Kostenmanagement durch geeignete Dienstleistungsangebote.

 

Milchstützungsfonds: Verstärkte Ausrichtung auf das Milchfett unter Beibehaltung einer Interventionsmöglichkeit für Milcheiweiss.

 

Politische Rahmenbedingungen: Die Milchproduzenten brauchen auch in Zukunft flankierende und unterstützende agrarpolitische Massnahmen. Insbesondere in den Bereichen Zulagen, Direktzahlungen und Flächenmobilität bleibt die Einflussnahme wichtig.

 

Branchenorganisation Molkereimilch (BOM): Durch Integration der beiden Branchenorganisationen Milchpulver (BSM) und Butter (BOB) in die BOM sind die Strukturen zu vereinfachen.

 

Kommunikation: Die Strategie kann nur erfolgreich umgesetzt werden, wenn die Milchproduzentinnen und Milchproduzenten beziehungsweise deren Organisationen mittragen. Die Umsetzung soll partnerschaftlich mit allen Branchenpartnern und Unternehmen erfolgen.

 

Mit Überzeugung zum Ziel

„Es war und ist allen Verantwortlichen bewusst, dass der Weg zur Zielerreichung sehr anspruchsvoll ist und dass allein mit der Festsetzung der Strategie nicht alle Fragen von selbst gelöst sind. Es werden sich in der Weiterentwicklung des Konzeptes und der operativen Umsetzung noch sehr viele ideelle, strukturelle, betriebswirtschaftliche, organisatorische und auch menschliche Fragen stellen“, ist sich SMP-Präsident Peter Gfeller bewusst. „Entscheidend ist jedoch, dass innerhalb des Vorstandes und unter den Geschäftsführern der Mitgliedorganisationen der Wille sehr stark verankert ist, im Interesse aller Milchproduzentinnen und Milchproduzenten konstruktive Antworten zu finden. Denn ich bin überzeugt, dass das strategische Ziel und damit die Verbesserung des Arbeitsverdienstes aus der Milchproduktion nur erreicht werden kann, wenn die grosse Mehrheit der Milchproduzentinnen und Milchproduzenten den vorgeschlagenen Weg überzeugt beschreitet“.

Auskünfte

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Bilder zur Medienmitteilung

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Albert Rösti, Peter Gfeller

Teilnehmer der Medienkonferenz