Quelle: dlz Schweiz, 10-2011
Wer in eine mengenmässig bedeutsame direkte Vermarktung
von Milch einsteigt, muss sein Verhältnis zum bisherigen Abnehmer klären, da die meisten Milchkaufverträge Direktvermarktung nur in kleinem Rahmen zulassen.
Direktvermarktung
Milch verkaufen
Wie vermarkte ich Milch und Milchprodukte vom Hof direkt an Konsumentinnen und Konsumenten? Für den Direktverkauf von Milch und Milchprodukten ist es wichtig, einen genügend grossen Kundenstamm zu gewinnen, damit der Direktverkauf auch wirtschaftlich wird.
Voraussetzungen für die Direktvermarktung
Direktvermarktung ermöglicht einzelnen Bauernfamilien, einen grösseren Anteil des Konsumentenfrankens auf dem Betrieb mit Bereitstellungs- oder Verarbeitungsleistungen sowie Verkaufsleistungen selber zu erwirtschaften. Dazu braucht es aber gute lokale Marktkenntnisse und entsprechende Organisation. Für den Direktverkauf von Milch und Milchprodukten ist es wichtig, einen genügend grossen Kundenstamm zu gewinnen, damit der Direktverkauf auch wirtschaftlich wird. Der Standort des Betriebs und einwandfreie, korrekt deklarierte Produkte sind wichtig. Rohmilch darf nicht als direkt konsumierbar angepriesen werden. Die Abgabestelle ist verpflichtet, über die Haltbarkeit und die Aufbewahrungsbedingungen von Rohmilch zu informieren.
Überblick Anforderungen für die Direktvermarktung:
Milchmengen aufzeichnen und melden
Als Direktvermarkter gelten Produzenten, die auf ihrem Betrieb produzierte Milch oder daraus selber hergestellte Produkte direkt an Konsumenten verkaufen. Die Direktvermarktung von Milch und Milchprodukten sowie der Milchankauf sind meldepflichtig (Art. 43 Landwirtschaftsgesetz sowie Artikel 7 bis 11 der Milchpreisstützungsverordnung). Direktvermarkter müssen die betreffenden Milchmengen täglich in kg aufzeichnen und monatlich der TSM Treuhand GmbH melden. Die Daten werden für statistische Zwecke verwendet.
Fachinformationen
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Quelle: UFA-Revue, 2-2011
Der Erfolg einer Hofmolkerei hängt nicht nur von betriebswirtschaftlichen Faktoren ab, entscheidend sind auch die Aufteilung der anstehenden Arbeiten, die Vermarktung der Produkte und das Einhalten der bestehenden Vorschriften. Sind alle Voraussetzungen erfüllt und stimmt die Qualität, kann durch eine Hofmolkerei die Wertschöpfung auf dem Betrieb erhöht werden.
Quelle: ART, Oktober 2010
Die Anzahl der Betriebe, die sich entschieden haben, Direktverkauf in grösserem Stil (mehr als CHF 10'000.- Umsatz) zu betreiben, ist trotz Zunahme im Laufe der Jahre mit rund 5% gering. Auch im Vergleich zu anderweitig verkauften landwirtschaftlichen Produkten hat der Direktverkauf eine eher kleine Bedeutung. Bezüglich des Erfolgs zeigt sich, dass die Verkehrsmilch- und Mutterkuhbetriebe
mit Direktverkauf keinen Einkommensvorteil gegenüber ihren Kolleginnen und Kollegen erreichen können. Die Verkehrsmilchbetriebe erzielen im Mittel zwar eine höhere Rohleistung, sie haben auf der anderen Seite aber auch höhere Fremdkosten. Dies ist mit einem grösseren Einsatz an Angestellten und weiteren Inputs erklärbar.
Aus der Untersuchung folgt, dass eine generelle Empfehlung für oder gegen den Direktverkauf nicht ausgesprochen werden kann. Sind jedoch die Voraussetzungen für den Einstieg in den Direktverkauf gegeben (Kundennähe, Fähigkeit und Neigung der Betriebsleiterfamilie, unternehmerisches
Denken und Handeln), so ist dieser Betriebszweig durchaus eine gute Möglichkeit, den Betrieb weiterzuentwickeln.










