Kühe leben nicht von Gras allein. Aber es macht einen grossen Teil ihrer Nahrung aus. Auch Kräuter, Heu, Silage, Salz und viel Wasser landen in ihren Mägen. Und aus Blut wird Milch.
Eine Schweizer Kuh frisst 100 kg Gras für 24 Liter Milch
Bei Kühen besonders beliebt: junges Gras mit Klee und Kräutern.
Eine Schweizer Kuh stellt jeden Tag rund 24 Liter Milch her. Dafür ist einiges an Aufwand nötig. Ihr Leben ist ein ewiges Grasen, Ruhen und Wiederkäuen. Eine Kuh frisst im Sommer täglich rund 100 kg Gras und im Winter 20 kg Heu, 2 kg Kraftfutter, 200 g Salz und trinkt 50 bis 100 Liter Wasser.
Speiseplan der Schweizer Kuh
Milchkühe brauchen Kraftfutter.
Die benötigte Futtermenge variiert je nach Milchleistung und Grösse der Kuh. Neben der Grünfütterung im Sommer auf Weiden mit Gras, Klee und anderen Kräutern wird Folgendes an Futter verwendet:
- Heu/Emd: Das älteste Winterfutter für Kühe ist getrocknetes Gras, also Heu oder Emd. Heu ist der erste Dürrfutterschnitt, die weiteren werden Emd genannt. Heu ist Energie- und Eiweissträger.
- Silofutter: Silage wird aus Gras hergestellt. Dieses wird gemäht, angetrocknet, in ein Silo eingebracht und gepresst. Unter Luftabschluss gärt das Gras. Es ist sehr nahrhaft und besonders gut verdaulich.
- Getrocknetes Futter: In Monaten mit viel Niederschlag werden Gras und Mais in Trocknungsanlagen zu hochwertigem Futter getrocknet. Die Ökobilanz des so aufbereiteten Futters ist umstritten.
- Kraftfutter: Mischung aus Mais, Gerste, Hirse, Acker- oder Sojabohnen. Melken entzieht der Kuh wertvolle Nährstoffe, die mit dem täglichen Heukonsum nicht gedeckt werden können.
- Salzstein: Rinder brauchen genügend Salz. Daher wird ihnen ein Salzleckstein auf die Weide oder in den Stall gestellt. Das Salz enthält wichtige Mineralien.
89% des gesamten Futtermittelangebots für Rinder stammen aus einheimischer Produktion. Importiert wird vorwiegend Kraftfutter. Tierische Eiweisse oder Leistungsförderer sind in der Schweiz verboten.
Damit ein Liter Milch entsteht, muss das Drüsengewebe im Euter der Kuh von 500 Litern Blut durchströmt werden. Das Blut transportiert die für die Milchbildung notwendigen Ausgangsstoffe ins Euter zu den Milchbildungszellen. Dort werden sie zu Milcheinweiss, Milchzucker und Milchfett umgewandelt. Zusammen mit Wasser, Mineralstoffen und Vitaminen wird die fertige Milch bis zum nächsten Melken im Euter gespeichert.
Eine Kuh hat vier Mägen: Pansen, Netzmagen, Blättermagen und Labmagen. Der Pansen ist eine grosse Gärkammer, in die das grob zerkaute Futter zuerst gelangt. Nach dem Fressen ruht sich die Kuh aus und beginnt mit dem Wiederkäuen. Dabei wird die Nahrung weiter zerkleinert, bevor sie erneut geschluckt wird. Der Netzmagen hat eine Sortierfunktion: Grössere Nahrungsbestandteile gelangen zurück in den Pansen, was fein genug ist, wird in den Blättermagen weitergeleitet. Dies erfolgt nach 1 bis 3 Tagen. Der Blättermagen entzieht dem Nahrungsbrei Feuchtigkeit und leitet ihn in den Labmagen. In diesem eigentlichen Magen laufen die gleichen Vorgänge ab wie im Magen eines Nichtwiederkäuers.