Milch und Milchprodukte werden oft kritisch diskutiert. Es herrscht dabei einige Verwirrung. Wir klären die häufigsten Ernährungsirrtümer auf.
Schweizer Gerichte gesünder als ihr Image
Beliebtes Schweizer Nachtessen: Café complet.
Viele typische Schweizer Gerichte bezeugen dies. Denken Sie nur an Fondue und Raclette, an Gschwellti mit Käse oder an das Café complet. Was so beliebt ist, gerät auch leicht in Kritik. Häufig beruht die Kritik auf irrigen Annahmen oder auf falschen Schlussfolgerungen aus richtigen Annahmen. Jedenfalls ist für Verwirrung gesorgt. Klären wir die häufigsten Ernährungsirrtümer auf. Unsere Richtigstellungen beruhen auf anerkannten wissenschaftlichen Studien.
Fragen und Fakten zu Osteoporose
Was nützt der Konsum von Milchprodukten wirklich?
Was nützt der Konsum von Milchprodukten wirklich?
Immer wieder wird behauptet, dass Osteoporose gerade dort weit verbreitet sei, wo viele Milchprodukte konsumiert werden. Gefolgert wird daraus, dass Milchprodukte den Knochen nicht gut tun können. Dieser Fehlschluss beruht auf mangelndem Wissen über Osteoporose. Knochenschwund ist eine altersbedingte Krankheit. Neben hohem Alter ist Bewegungsmangel der Hauptgrund für die hohe Osteoporoserate in Nordamerika und Europa.
Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Milchkonsum die Knochendichte während des Wachstums erhöht. Umgekehrt führt kalziumarme Ernährung in der Kindheit zu einer niedrigen Knochendichte im späteren Leben. Mit dem Genuss von drei Portionen Milch und Milchprodukten decken wir zwei Drittel unseres täglichen Kalziumbedarfs auf schmackhafte Weise.
Osteoporose: eine Krankheit der Industriegesellschaft?
Osteoporose: eine Krankheit der Industriegesellschaft?
Osteoporose wird manchmal auf den Genuss von zu viel tierischem Eiweiss, Zucker und Fett zurückgeführt. Das ist so nicht richtig. Übermässiger Knochenabbau ist ein Problem in Ländern, in denen Menschen alt werden. Also auf den Kontinenten Europa, Nordamerika und Australien. Verbessern sich die Lebensbedingungen in anderen Teilen der Welt, wird auch die dort lebende Bevölkerung älter. Und sie wird dadurch vermehrt an Osteoporose erkranken. In industrialisierten Gesellschaften sind Menschen ausserdem körperlich weniger aktiv und halten sich kaum im Freien auf. Knochen brauchen Bewegung, Kalzium und Vitamin D. Letzteres bildet unser Körper bei Sonneneinstrahlung selbst. Mit dem Genuss von Vollmilch, Käse, Jogurt und anderen kalziumreichen Vollmilchprodukten sowie viel Bewegung an der frischen Luft tun wir aktiv etwas gegen das Osteoporoserisiko.
Fragen und Fakten zu Kalzium
Zu wenig Kalzium wegen zu viel Eiweiss?
Zu wenig Kalzium wegen zu viel Eiweiss?
Tierisches Eiweiss steht immer wieder in der Kritik. Und damit auch der Konsum von Milch und Milchprodukten. Denn diese enthalten viel tierisches Eiweiss. Argumentiert wird, dass zu viel Eiweiss (täglich mehr als 100 Gramm) die Aufnahme von Kalzium verhindere. Und Kalziummangel schade schliesslich den Knochen. Tatsächlich sind eine zu hohe und auch eine ungenügende Eiweisszufuhr Risikofaktoren für Osteoporose. Doch die meisten Menschen nehmen im Durchschnitt weniger als 100 Gramm Eiweiss pro Tag zu sich. Und sie tun dies vor allem mit Fleisch und Fleischwaren.
Milch und Milchprodukte sorgen hingegen auf gesunde und schmackhafte Weise für starke Knochen.
Denn ihr Milcheiweiss unterscheidet sich in der Zusammensetzung stark von allen anderen tierischen Eiweissen. Zudem ist nicht der Gesamteiweissgehalt massgebend, sondern das Kalzium-Eiweissverhältnis. Und hierbei schneiden Milch und Milchprodukte top ab. Im Prinzip ist die Höhe der täglichen Eiweisszufuhr für die Knochengesundheit gar nicht wichtig, sondern eben das Kalzium-Eiweissverhältnis.


Ist Kalzium aus der Milch überhaupt verwertbar?
Ist Kalzium aus der Milch überhaupt verwertbar?
Milch enthält viel Kalzium. Tatsächlich liegt nur ein kleiner Teil davon frei vor. Der überwiegende Teil ist an Kasein gebunden. Kasein ist der wichtigste Bestandteil des Eiweisses in der Milch. Es gerinnt erst während der Verdauung im Magen. Dabei wird auch das Kalzium freigesetzt. Viele Bestandteile der Milch fördern die Aufnahme von Kalzium durch den Darm. Etwa Milchsäure, Laktose (Milchzucker) und Vitamin D. So können wir bis zu 45 Prozent des Kalziums aus der Milch aufnehmen und verwerten. Bei bestimmten Erkrankungen, etwa der Bauchspeicheldrüse, kann die Fettverdauung gestört sein. Milchkalzium wird dann schlechter genutzt. Für gesunde Personen hingegen sind Milch und Milchprodukte eine hervorragende natürliche Kalziumquelle.
Kalziumaufnahme ohne Milch und Milchprodukte?
kombinieren Sie Milch und Milchprodukte mit Gemüse, Kartoffeln und Früchten.
Auch pflanzliche Nahrungsmittel enthalten Kalzium. Doch wer seinen Kalziumbedarf ausschliesslich mit Broccoli, Kohl und Lauch decken will, braucht einen ausgeklügelten Menüplan, der rasch einmal langweilig wird. Am besten kombinieren Sie Milch und Milchprodukte mit Gemüse, Kartoffeln und Früchten. Denn während Erstere die Kalziumaufnahme aus der pflanzlichen Nahrung verbessern, tragen Letztere zu einem ausgeglichenen Säure-Basen-Haushalt bei. Ausgewogene Ernährung bietet Ihnen abwechslungsreichen, gesunden Genuss.
Weitere Mythen, Fragen und Fakten zum Thema Milch
Führt Milch zu Verschleimung?
Führt Milch zu Verschleimung?
Der Genuss von Milch wird manchmal für chronische Erkältungen und Erkrankungen der oberen Atemwege verantwortlich gemacht. Speziell wird kritisiert, dass Milch zu Verschleimung führt. Durch Milchkonsum, so wird behauptet, würden die Schleimhäute im ganzen Körper mit einem Film überzogen und gewissermassen verstopft. Diese sogenannte Milch-Schleim-Hypothese wurde wissenschaftlich untersucht und widerlegt. Milchgenuss verstärkt Erkältungs- und Schnupfensymptome nicht. Und das "zähe Gefühl", das auf der Schleimhaut entstehen kann, ist keine typische Eigenschaft der Milch. Nahrungsmittel wie Sojamilch rufen es ebenfalls hervor. Viele Milchprodukte werden nicht als "schleimend" empfunden. Das breite Angebot an Erzeugnissen aus Schweizer Milch bietet genügend Auswahl für jeden Geschmack.
Stichwort Laktoseintoleranz: Ist Milch für Erwachsene ungeeignet?
Stichwort Laktoseintoleranz: Ist Milch für Erwachsene ungeeignet?
Es gibt Menschen, die Milch im Erwachsenenalter nicht mehr gut vertragen, weil ihnen für die Verdauung von Laktose (Milchzucker) ein Enzym fehlt. Unverträglichkeiten können bei jedem Nahrungsmittel auftreten. Sie sind kein Grund, dieses grundsätzlich in Frage zu stellen. In der Schweiz gehört Milch zu den Grundnahrungsmitteln. Milch und Milchprodukte versorgen uns mit wichtigen Nährstoffen. Sie sind für die gesunde, ausgewogene Ernährung unentbehrlich. Auch ökologisch ist es sinnvoll, Schweizer Milch und Milchprodukte als Nahrungsmittel zu wählen. Als einheimisches Produkt ist Milch gut auf unsere Ernährungsbedürfnisse zugeschnitten. Milch und Milchprodukte sind überdies unsere wichtigste Kalziumquelle. Menschen, die Milchzucker nicht verdauen können, vertragen Jogurt und Hartkäse meistens gut. Sie können ihren Kalziumbedarf mit diesen Milchprodukten decken. Mit ausreichend Kalzium, Vitamin D und Bewegung beugen wir Osteoporose vor.


Warum trinkt der Mensch Kuhmilch?
Warum trinkt der Mensch Kuhmilch?
Kuhmilch ist Nahrung für das Kalb. Daraus folgt aber nicht, dass sie für Menschen ungeeignet ist. Welches Nahrungsmittel hat die Natur schon speziell für die menschliche Ernährung "vorgesehen"? Auch der Apfel dient von Natur aus der Fortpflanzung des Apfelbaums und das Korn zur Verbreitung des Weizens. Auch wir Menschen sind Teil der Natur. Milch liefert uns fast alle wichtigen Vitamine, die wir brauchen. Und Kalzium für gesunde Knochen und Zähne. Darum gehört Milch seit Jahrtausenden zu unseren wichtigsten Nahrungsmitteln.